Porsche Poesie

Ich habe mir heute etwas Wunderbares geschenkt.
Ein Abo der New York Times.
Früher musste man extra zum Flughafen fahren, um die „papers“ zu kaufen, wenn man ausländische Zeitungen wollte.

Dank Internet kann sich eine Frau mit ihrer Kreditkarte ganz leicht zur glücklichen Abonnentin machen.
Jetzt lese ich und wühle mich durchs Archiv wie ein Kind im Süßigkeitenladen.
Und natürlich habe ich auch schon „Porsche“ als Suchbegriff eingegeben.

Da gibt es einen sehr poetischen Bericht über den 911 Carrera S von John Pearley Huffman:
„…the steering could play Chopin and the suspension adjusts with the sensitivity of Mikhail Baryshnikov’s right big toe.“

„The suspension’s links are so elegantly sculptured that owners will want to put the car up on jack stands at the end of each day and remove the huge 20-inch wheels just to stare.

„The first Porsche 911 of 1965 was clean and slim-hipped; a delicate, chic, 130-horsepower sports car on narrow 15-inch steel wheels. It was Audrey Hepburn in Givenchy and ballet flats. Timelessness was its greatest virtue. And that may be where this new Porsche fares worst.

The 2012 911 Carrera S is brazen, an athletic machine on 20-inch alloys. It’s Brooklyn Decker in a Hervé Léger bandage dress and Louboutin heels. That’s impressive, but it may not be so timeless.“

Seufz.
Will you marry me, Mr Huffman?
And please bring your Porsche!

 

Aggressionsquelle Porsche

In Düsseldorf ist gestern eine Dame verurteilt worden, die aus Wut über die angenommene Untreue ihres Partners zweimal gegen dessen Porsche gefahren ist.
Dafür hat sie sich einen Opel (würg…) geliehen und am Porsche einen Schaden von 3000 Euro verursacht.
Der Opel wurde dabei laut RP völlig zerstört.
Soviel zur Qualität der Automarken….

Die Dame war bereits vorbestraft, weil sie schon mal eine andere Dame verprügelt hatte.
Mit solchen Damen muss man sich doch nicht einlassen, lieber Porschefahrer aus Düsseldorf!

Aber auch in unserer Straße löst des Dr. und mein Fuhrpark weiterhin Aggressionen aus.
Als er müde vom Nachtdienst kam, wurde er von einem zeternden Nachbarn empfangen.
Ohne, dass er ihn irgendwo behindert hätte, wollte der Nachbar, dass er lieber woanders parkt.

Einen Tag später parkt das Auto einer Nachbarin mal wieder carportblockierend vor meiner Garage.
Ein anderer Nachbar parkt seit Wochen ein Auto, das nicht bewegt wird vor meinem Haus, damit sich meine Wege zwischen meinem Auto und Haus verlängern.

Seit die Nachbarschaft mitbekommen hat, dass wir jeweils 2 Autos fahren (Offenbar die erste Zündstufe für den Sozailneid.) und noch dazu jeweils einen Porsche (Das ist dann zuviel für die Nerven der Nachbarn!) haben sie Probleme mit Nickeligkeit.

Im Gegensatz zur Lebensgefährtin kann man sich die Nachbarn leider nicht aussuchen.
Damit meine herzensguten Straßengefährten heute mal wieder nen schlechten Tag haben, werde ich heute den Porsche aus der Garage holen und auf dem Weg zur Arbeit ordenltich Krach machen.

 

 

 

Ginster lebt, Andreas Bippes…

Gestern Abend haben der Dr. und ich schallend gelacht.
Fast alle Suchbegriffe, durch die jemand auf meine Seite kommt, sind verschlüsselt.
Ab und zu wird nur noch einer angezeigt, gestern: „Andreas Bippes“
Bei der Vorstellung, Herr Bippes könnte erfahren, dass ihn jemand googelt und dann auf meiner Seite landet, hatten wir viel Spaß, er würde vermutlich vor Wut in die Tastatur beißen…

Wer ihn nicht kennt: er ist der Betreiber des PFF, einer Interentseite für Porschefahrer.
Da war ich auch mal, bis er mich mich rausgeworfen hat.
Wegen Ketzerei oder so…
Mein Nick dort war Ginster 70.

Meine Erfahrungen mit ihm kann man hier nachlesen…
Das hat mich zu dieser Geschichte inspiriert:

Seltsame Dinge geschehen.
Es verschwinden immer wieder Porschefahrer.
Zuletzt traf es eine Porschefahrerin.
Ein halbes Jahr lang war sie fröhlich aktiv in der Porsche-Szene,
dann war sie wie vom Erdboden verschwunden.

Was passiert mit diesen Menschen?
Fahren sie mit ihren Sportwagen in den Graben?
Leben sie jetzt in Übersee?
Haben sie ihren Porsche verkauft?
Nein.

Zum Glück geht es ihnen gut, und sie fahren ihre Porsches noch genauso begeistert wie immer.
Sie dürfen nur nicht mehr mitspielen, auf dem virtuellen Internet-Porschefahrer-Spielplatz.
Eine von diesen Ausgestoßenen ist Ginster70.
Und Ginster ist gar nicht wirklich verschwunden.

Irgendwo sitzt allerdings ein Mensch mit komischen Haaren, der sich nichts mehr wünscht, als das.
Und in seinem kleinen Königreich spielt er dann:
„Ein Ufo ist gekommen und hat die böse Frau einfach mitgenommen“

Aber Ginster lebt! 🙂

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Targa

Jetzt habe ich eine Ahnung, wo die ganzen Mutigen ihre Porsches lassen, wenn sie damit in die Stadt fahren.
Meine C-Klasse hat heute in einem Parkhaus in der Innenstadt gestanden, in dem auf jeder Etage mindestens ein Elfer parkte – gute Gesellschaft für meinen braven Lastenesel.

Worauf ich allerdings ungeduldig warte, ist der Anblick des ersten neuen Targas.
Es ist kein Geheimnis, dass ich eine Schwäche für den Targa habe: in Targa love habe ich davon berichtet.
Eigentlich gefällt mir der neue Elfer nicht so gut, wie der 997.
Und ich weiß noch nicht, ob ich die Figur des neuen Targas nicht befremlich finden werde.

Seine Dachfalt-Technik gefällt mir.
Es gibt ihn, soweit ich weiß, nur als Allrad mit serienmäßig manueller Schaltung.
Porsche war ja gezwungen, ihn zu modernisieren, auch wenn mir seine Großväter viel besser gefallen, finde ich, sie haben es ganz gut gemacht.

Heute habe ich auf youtube Matthias Müller, einem Porsche CEO, dabei zugesehen, wie er in Detroit den Targa vorstellt.
Ich fand ihn sehr sympathisch, bis zur nächsten Präsentation möchte ich ihm allerdings ans Herz legen, noch einmal mit einem guten Englischtrainer etwas an Aussprache und Modulation zu feilen…

Ich selbst feile daran, kränkelnd meinen Auftrag morgen zu absolvieren,
wünschte aber, ich könnte das wie das Blogschreiben schlapp im Bett machen, dafür bin ich allerdings in der falschen Branche tätig…

964-Cabrio

Auf dem Weg zum Kunden.
Ich fahre durch den morgendlichen Berufsverkehr an Düsseldorf vorbei.
Natürlich in der C-Klasse.
Ich weiß ja nicht, wo ich einen Parkplatz kriegen werde.

Da sehe ich es.
Ein 964-Cabrio, es steht im Stau Richtung düsseldorfer Innenstadt.
Für den Rest meiner Fahrt bin ich ganz durcheinander.
Hat der Fahrer/die Fahrerin irgendwo einen sicheren Tiefgaragenstellplatz?
Oder ist die Person einfach relaxter als ich und versteht zu leben?

Auch gleich zur Party nehme ich nicht den Porsche.
Ich weiß nicht, in was für einem Viertel die Gastgeber wohnen, und wie sicher es sich dort parkt.
Bin ich paranoid oder schütze ich so nur den Schwarzen vor so garstigen Kratzern, wie sie der arme Dr. noch immer auf seinem Boxster hat?

Ich habe wenig Hoffnung, dass der 964-Eigner dies hier liest,
aber vielleicht meldet er/sie sich ja und beruhigt mich, dass das Cab sicher parkt und ich nicht völlig übertreibe, mit der Porsche-Schonung…
ich würde meinen ja schon gern öfter fahren.

Inspiration und Begeisterung

Ich liebe Vorträge.
Das Fernsehprogramm hat mich als Konsumentin fast völlig verloren, seit ich das Internet entdeckt habe.
Da kann ich mir das Programm nach eigenem Gusto zusammenstellen.
Seitdem bleibt die große Flachbild-Kiste aus, und die kleine steht auf meinem Bauch, während ich auf der Couch liege oder auch im Bett.

Es gibt eine Reihe von Themen, für die ich mich begeistere und generell lerne ich gerne.
TED-Talks sind super.
Dann wieder entfamme ich für ein Idol: Malcolm Gladwell, Alain de Botton, Martin Seligman oder Caitlin Moran und sehe mir an, was sie Interessantes zu sagen haben.
Großer Spaß, geht auch, wenn man zu kaputt für mehr Aktivität ist.

Heute habe ich mir einen Vortrag über unbewussten Selbstboykott angesehen, und was kommt als Beispiel für Begeisterung und Inspiration vor?
Ein Porsche!
Anschauchlich schildert der Vortragende, wie erhebend es sein kann, einen zu haben und zu spüren.
Auch, wenn mein Alltag mich fast auffrißt und schöne Touren viel zu selten stattfinden:
das stimmt!

Es ist erhebend einen zu besitzen und jede Porschefahrerin (ich habe viele feministische Vorträge gehört in letzter Zeit…) kennt dieses Gefühl.
Was für ein Glück!

Der kleine Porsche

Gerade telefonierte ich mit einer Kundin, mit der ich vor vier Jahren das letzte Mal gearbeitet hatte.
Wir sprachen darüber, wie es uns in der Zwischenzeit ergangen ist und sie fragte:
„Haben Sie noch immer den kleinen Porsche neben dem Buddha stehen?“

Den hatte ich ganz vergessen.
Damals hatte ich gerade meine neuen Geschäftsräume bezogen und ein Porschemodell parkte nenben einer Buddha-Statue auf einem Regal.
Offenbar war ich damals der Überzeugung gewesen, diese ungewöhnliche Deko-Kombination könnte mich meinem Traumwagen näher bringen.

Hat ja offenbar auch irgendwie geklappt…
Ich bin immer wieder erstaunt, was sich meine Kunden alles merken.
Sie hatte den kleinen Porsche all die Jahre nicht vergessen und hat sich sehr gefreut, dass ich jetzt einen großen habe.

Ich erlebe immer wieder witzige Dinge mit meine Kunden.
Letzten Samstag bin ich unbemerkt von einer Kundin beim Bettenkauf samt Probeliegen mit dem Dr. beobachtet worden.
Das hat sie wohl tüchtig amüsiert, mich mal in einer ganz anderen Rolle zu erleben, peinlich, peinlich.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Glanzlos

Mir geht es wie meinem Porsche.
Uns beiden fehlt es etwas an Glanz.
Der schwarze Prinz benötigt demnächst mal wieder ein Vollbad.
Ich bin zwar sauber, aber der Alltag ist so glanzlos.

Das ist vermutlich das Wesen des Alltags.
Dennoch hadere ich damit.
Seit zwei Tagen arbeite ich wieder und finde das Leben fad.
Ausgeschlossen, nach drei Tagen den nächsten Urlaub zu nehmen.
Der Glanz muss also in den Alltag.

Aber vor allem muss die Arbeit erledigt werden und danach die häuslichen Pflichten und danach bin ich platt.
Zuviele Kurzstrecken für den Elfer und zu wenig Freizeit für schöne Touren.
Ich könnte eine Aufmunterung gebrauchen.

Eine Einladung zu einer tollen Veranstaltung, auf die man sich dann lange freuen kann wäre genau das Richtige.
Auf der anderen Seite kann ich froh sein, dass es mir so gut geht, dass ich überhaupt über Glanzlosigkeit lamentieren kann.

Dennoch, morgen früh werde ich erwartungsfroh in den Briefkasten gucken.
Wenn dann ein Brief von den Stadtwerken drin ist, oder ähnlicher Alltagsmist kann ich für nichts garantieren…!

Nachtrag – am nächsten Morgen:
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Aaaaargh! Krankenkasse und Versicherung!! Alltagsmist!!!

 

Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen

Es ist unglaublich.
Der Dr. kennt sie alle nicht.
Die großartigen Schlager der 70er.
Zum einen ist er erst Mitte der Siebziger geboren, zum anderen nicht in Deutschland aufgewachsen.

Und er kann dann immer ganz viele Bemerkungen/Witze nicht verstehen, weil er einfach nicht weiß, woher die Redewendungen kommen:

  • Mit 66 Jahren
  • Griechischer Wein
  • Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen
  • Tränen lügen nicht

Zu seinem Grauen gebe ich ihm beim Frühstück Nachhilfe und spiele ihm die Stücke auf youtube vor.
Das hatte er sich auch anders erträumt, als er sich einen Porsche kaufte und die porschefahrende Blondine eroberte…

Momentan holt er also eine Jugend im Deutschland der 70er nach.
Er war 16 und ich 31…

 

Unbeschreiblich weiblich

Wir liegen abends im Bett, der Dr. liest, ich gucke youtube.
Bei dem Sound eines launch control Starts mache ich glückliche Geräusche, der Dr. schüttelt den Kopf und murmelt etwas von „pubertär“ in seinen Krimi.
Ich hingegen finde den Sound nur sexy und höre ihn mir noch einige Male an.

Mein Porsche kann das nicht, wir legen eine kurze Jim Knop-Gedenkminute ein, da zahlt sich Sport Chrono eben doch aus…

Am nächsten Morgen beim Frühstück bin ich besessen von der Frage, ob die Lamborghini Bremssättel-Farben eine Bedeutung haben, wie bei Porsche.
Sofort muss ich auf meinem Notebook herumhacken, um zu recherchieren.
Mir kommt der Gedanke, ob ich mich für eine Frau nicht mit sehr eigenartigen Dingen beschäftige.

Dann aber denke ich, wir müssen einfach unser Konzept von  Weiblichkeit verändern.

Neulich habe ich den Dr. gefragt, ob an mir irgendetwas Männliches sei.
Er hat gelacht und gesagt, dies sei überhaupt nicht der Fall.
Somit ist von medizinischer Seite bestätigt, geiler Startsound und Bremssattel-Farben sind Frauenthemen!