Hermine, eine Frau mit Autogeschmack

Hermine hat Geschmack.
In der C-Klasse fährt sie brav mit, im Boxster hält sie still und auch im Elfer sitzt sie, als wäre sie fürs Porschefahren geboren.
Aber in des Drs. fiesen Seat, da weint sie.

Ich kann das gut verstehen, würde man mich in das Ding sperren und Menschen würden mich dabei sehen, wie ich aus so einem Auto aussteige, ich würde auch weinen!

Vermutlich fährt sie nicht gern untermotorisiert.
Vollkommen verständlich.
Und auch eine Minimalästhetik ist für sie unverzichtbar.
Dieser Ich-wär-so-gern-kein-Kleinwagen hat überall auf Sportwagen gemachte Plastikteile dran.
Ärmlich.

Man sitzt so hoch darin, dass einem schlecht wird, in den Kurven, und er riecht komisch.
Ich ahne, woran das liegt, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen…

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Das ist sie, rechts im Bild. (Links ist Moses)

Verhalte ich mich ähnlich wie Hermine, wirft mir der Dr. Snobismus vor.
Ich hingegen bin der Meinung, wir sind Frauen mit Stil.
Wer als Dame auf sich hält, stiegt nicht einfach überall ein! 😉

Armer Jim Knopf :-(

Es ist so furchtbar, da muss ich heute gleich noch einmal schreiben…
Gestern auf der Rückfahrt meiner Dienstreise dachte ich noch über das Thema „Freitag der 13.“ nach.
Ich kam zu dem Ergebnis, dass ich nicht dran glaube…

Heute erreicht mich die Nachricht von Jim.
Er ist zweifellos einer der klügsten und selbstverständlich bestaussehensten Elferfahrer, und er ist auch einer der witzigsten Mitporschisten, daher wünsche ich ihm nur das Beste.
Und gestern hat es seinen Carrera erwischt.

Motorschaden, zum Glück Approved.
Baujahr 2010 und 72.000 runter.
Keinesfalls superalt und Jim kann mit Motoren umgehen.

Der Albtraum.
Zum Glück ist ihm selber nichts passiert, die Nerven, die man bei so etwas lässt, sind natürlich eine andere Geschichte…

Und er wollte an dem Tag eigentlich Spaß bei einem Fahrertraining haben.
Oh Mann, life sucks…
Also bitte vereintes Porschefahrer-Daumendrücken, dass die Sache ein gutes Ende nimmt!!

Für mich könnt Ihr dann auch gleich beten, ich habe meine Approved auslaufen lassen…

Am Ring

Mittwochabend im Hotel während der Dienstreise.
Ich sehe zuhause kaum fern, aber auf Reisen knipse ich schon mal die Kiste an.
Oh!, denke ich. Das ist ja am Ring!
Ich bin auf RTL gelandet, da läuft ein schlechte Actionserie, und diese Folge spielt bei der DTM.

Wer bei der DTM am Ring war, sieht sofort, dass die Aufnahmen wenig wirklichkeitsgetreu sind, zwar wird die DTM als Kulisse benutzt, vieles ist aber einfach TV-fake.
Auch die gezeigten Orte sind unrealistisch.
Schlecht gemachter Quatsch für Männer.

Hermine Mops hat inzwischen sowohl die erste Fahrt im Boxster, als auch einen Tour im Elfer mit majestätischer Gelassenheit absolviert.
Sie ist so ruhig, dass nicht wie bei Moses Gefahr besteht, dass der Innenraum Schaden nimmt.
Ein prima Porschemops!

Heute sind Probe-und Einstellfahrten am Nürburgring.
Die Saison geht wieder los!
Eigentlich Ehrensache, dort vorbei zu schauen.
Leider muss der Dr. Wochenenddienst schieben, ich fahre mit Hermine zum Tierarzt, sie soll geimpft werden.

Mist, dabei wäre ich so gerne am Ring…

Ich brauche was anderes!

Wennn das so weiter geht, brauche ich bald so einen schlimmen Familien-Van.
Einen fiesen Sharan, oder etwas in der Art.
Im Aufklebern hinten in der Heckscheibe:
„Schantall-Marie und Felix-Balthasar on Tour“.

Und das alles wegen meiner Möpse.
Nein, nicht schwanger.
Auch kein Silikon implantiert.
Der Dr. und ich haben gestern eine Hündin gerettet.

Sie hat bisher kein gutes Leben gehabt und heißt zum Glück nicht Schantall-Marie, sondern Hermine.
Und Hermine „fährt sich gut“, wie das ein Nachbar mal so schön bei Moses formuliert hat.
Sie saß auf den 170 Kilometern vom Ort der Rettung bis ins neue Heim ganz brav auf des Drs. Schoß, im Elfer wird es allerdings eng, wenn wir so weiter machen.

Nein, und einen Pfeffer-Porsche will ich trotzdem nicht.
Zum Glück ist Hermine ein relativ kleiner Mops.
Und Moses Hundetrainerin schwört, sie bekomme 10 Möpse in einen Fiat Punto, da geht doch auch im Elfer noch was… 🙂

Boxster-Probleme

Der Tag begann kalt, mit einem spektakulären Sonnenaufgang über dem Fluß.Sonne
Noch vor dem Frühstück waren der Dr. und ich mit dem Hund draußen.
Danach habe ich mich verkleidet und wir haben uns erst in den Boxster und dann ins Straßenkarnevalgetümmel gestürzt.
Ich war Erdbeere, der Dr. Muffel-Karnevalsverweigerer.

Kanibale
Als Erdbeere ist Frau hier sicher, dieser Mann ißt nur Menschen.
Duschekö
Immer gepflegt diese Düsseldorfer, ein aufwändiges Dusch-Kostüm auf der Kö.
Arzt
Das ist nicht der echte Dr.!

Jetzt sind wir wieder zuhause.
Der Dr. ist draußen, es gibt ein Problem mit dem Boxster.
Den Winter über stand der Wagen nicht trocken genug.
Nun ist der Innenraum feucht.

In der warmen Sonne hat man Aquariumsgefühle.
Das Kondenswasser macht alle Scheiben undurchsichtig und der Innenraum hat ein Geruchsproblem.
Leider riecht der Boxster nicht nach Erdbeere… Erbrochenes trifft es schon eher.

Leider ziemlich genau.
Trotz intensiver Fahndung ist es dem Dr. nicht gelungen, die Geruchsquelle ausfindig zu machen.
Und nein, keiner von uns war karnevalstechnisch so betrunken, dass er sich in den Porsche übergeben musste.

Wenn jemand eine gute Idee hat, wie man Boxsters flott trocken und wohlriechend bekommt, freue ich mich über einen Kommentar!
Und nein Jim, anzünden kommt nicht in Frage…

Porsche-Licht

Es ist dieses Licht.
Goldene Abendsonne, ein Licht, bei dem man Porschefahren muss.
Der Dr. arbeitet, und ich muss nirgendwo hin.

Kein Problem, ich werde ihn als Alibi benutzen, und eine Porschetour zum Krankenhaus machen.
Vorher will der Carrera noch Benzin.
An der Tankstelle treffen sich die Gleichgesinnten.

Ein Elfercab wird gerade betankt und neben mir steht ein schwarzes, schweres Motorrad mit Rüssel im Tank.
Die beiden Herren und ich tauschen ein kleines wissendes Grinsen, auch sie haben das Licht gesehen.

Kaum schiebe ich meinen breiten schwarzen Arsch auf die Autobahn, sind sie auch schon da.
Aufgeregte Männer in BMWs.
Sie wollen zeigen, wie schnell sie die Auffahrt nehmen können.

Macht mal, denke ich und drehe Mark Knopfler lauter, während ich mich wohlig in den Sitz lehne.
Die Zeiten, in denen ich glaubte, jemandem etwas beweisen zu müssen sind schon länger vorbei.

Im Krankenhaus schicke ich eine Schwester den Dr. holen.
Er ist freudig-überrascht mich zu sehen, aber hat Patienten.
Ein schneller, süßer Kuss auf dem Krankenhausflur, mehr ist nicht drin.
Nicht schlimm, draußen wartet der Elfer darauf die Fahrt fortzusetzen.

Gott, dieses Auto macht so glücklich.
Die Sonne ist untergegangen, die Straßen werden leerer.
„God knows what I could do with you…“

Absturzgefahr!

Mittwochnachmittag.
Der Dr. ist zu einem seiner Endlosdienste aufgebrochen.
Eine eitlere Frau hätte vielleicht aus dem blonden Lockenchaos eine nette Frisur gemacht.
Eine bessere Hausfrau hätte mit Sicherheit die Küche aufgeräumt.
Aber die Sonne scheint, es sind 8 Grad, wir haben Porschewetter!

Strubbelig verfrachgte ich den Mops in den Elfer und mich hinters Steuer.
Das Styling verschiebe ich, heute Abend gehe ich mit einer Freundin tanzen und die Küche wird verdrängt.

Es geht ins Bergische Land, Freitag habe ich da einen Termin und ich will mir die Strecke ansehen.
Der Mops schnauft, durch die Winterpause ist er das bissige Sportwagengefühl nicht mehr gewohnt.

Das Radio dudelt, die Sonne scheint, ich fahre.
Absturz
Dieses Schild übersehe ich auf dem Hinweg.

Och, denke ich, was für eine schöne Strecke!
Eine schmale Straße, viele Kurven, steile Anstiege.
Einen kurzen Moment überlege ich, dass man hier geile Porsche-in-Landschaft-Fotos machen könnte.

Weiter geht es durch die Berge.
Dann höre ich meine eigenen Stimme „Ach du Scheiße!“ sagen.
Mir wird klar, dass dies keine Einbahnstraße ist.
Wenn mir jetzt jemand entgegen kommt, wird einer von uns eine weite Strecke zurücksetzen müssen.

Eine sehr weite Strecke.
Weit und eng und kurvig und bergig und rückwärts.
Ich halte den Atem an und sende Stoßgebete gen Himmel.
Jeder weiß, dass Atemanhalten das Auto schmaler macht…

Es geht auf einer winzig schmalen Brücke über die A3, weit und breit keine Möglichkeit zum Wenden oder Abbiegen.
Diese road to nowhere geht weiter und weiter.
Ins Nichts.

Jetzt schnauft nicht mehr der Mops, sondern ich.
Warum gibt es solche Straßen?
Warum warnt einen denn niemand??
Hiiiiiiilfe!!
Nach gefühlten sieben Stunden komme ich an einen Reitstall.

Um mich herum sehr viele junge, minifahrende Damen in Reithosen.
Hier hat so ziemlich jeder Bauer auf Pferdewirt umgesattelt, damit die höheren Düsseldorfer Töchter ihre Zossen stadtnah parken können.
Ich wende die schwarze Schönheit und schaffe es tatsächlich heil zurück in die Zivilisation.

Erst als ich die sichere Autobahn wieder erreiche und der Carrera sein sonores Organ erhebt, sinkt mein Puls langsam wieder.
Gott, war das gefährlich…

Mensch stirbt, Porsche lebt für immer

Die Urlaubsplanung ist überfällig.
Meine Kunden wollen Temine für den Sommer vereinbaren und ich weiß noch nicht, wann ich frei mache.
Also ein Blick auf das Programm des Nürburgrings, man will ja nicht etwa am OGP-Wochenende beim Kunden hocken oder ähnlich Furchtbares.

Da sehe ich auf der Homepage des Nürburgrings, dass die Bäume rings ums alte Fahrerlager alle gefällt werden mussten.
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vermutlich war ich auf meiner morgendlichen Fototour neulich eine der Letzten, die den vertrauten Anblick noch im Bild festgehalten haben.
Ich mag es nicht, wenn Dinge sich verändern, aber das ist wohl der Lauf der Zeit.

Momentan bin ich beim Kunden in Wuppertal.
Auf dem Weg von der Autobahn ins verschneite Tal kam ich an einem Sportwagenhändler vorbei.
Im Schaufenster einige gebrauchte Porsches.
Leider auch auf dem Hof, wunderschöne Formen unter Schnee.

Sowas macht man doch nicht!!
Ein Auto kann bei guter Pflege vermutlich seinen Besitzer problemlos überleben.
Ich würde mich freuen, wenn in fünfzig Jahren ein stolzer Besitzer meine schwarze Schönheit als Oldtimer-Elfer in seiner Garage stehen hat.

Vorhin wurde mir klar, dass mein Studienabschluss fast zwanzig Jahre her ist.
Das Leben rennt, Frühling komm!
Ich muss noch so viel Porschefahren…

Gemeine Fotos

Müde sitze ich auf der Couch und gähne vor mich hin.
Plötzlich hört mein Handy gar nicht mehr auf, Nachrichten zu melden.
8 Nachrichten vom Porschebruder.
Alles Fotos.

Gemeine, manipulative, Fotos.
Abgebildet ist der GT4.
Die Aufnahmen sind gut gemacht.
Man müsste innerlich tot sein, um nicht intensives Begehren zu entwickeln.

Auf einigen Bildern ist er blau, auf anderen gelb.
„Gelb“ schreibe ich.
„Hammer oder? Klar gelb.“ kommt postwendend.
Wir sind uns einig, klar er ist ja auch mein Bruder im Geiste.

Selbst nach einer Viertelstunde kann ich meinen Blick schwer abwenden.
Meine Atmung geht noch nicht wieder normal.
Wir sind willenlose Opfer der Werbefotografie.
Wer einmal porscheinfiziert ist, ist solchen Bildern wehrlos ausgeliefert…

Übung macht den Dr.

Samstagabend bei Porschefahrers.
Der Dr. kommt ins Wohnzimmer, aus meinem Telefon kommen ohrenbetäubende Motorengeräusche und immer wieder das Geräusch von einem Auto, das gegen eine Wand fährt.
Ich atme flach und meine Augen kleben weit aufgerissen auf dem kleinen Bildschirm.

Eine Weile später.
Der Dr. sitzt vornübergebeugt im Sessel und starrt auf das Display seines Telefons.
Entspannt kippt er es hin und her.
Ich frage: „Bist Du noch gar nicht gegen die Wand gefahren?“

Tino hatte von „Asphalt“ erzählt.
Erst hatte ich das Spiel auf meinem Telefon, heute Abend der Dr. dann auch.
Im Gegensatz zu mir spielt er erfolgreich.

Ich bin noch aus der Generation, in der so etwas „Telespiel“ hieß und ausschließlich von uncoolen Jungs gespielt wurde.
Ich glaube, der Dr. war so einer.
Und die Jugend als bemitleidenswerter Nerd  macht ihn heute zu einem erfolgreicheren Virtuell-Rennfahrer.

Zum Glück geht die Geschischte ja gut aus.

Nein, nicht die Versuche, ein Auto mit meinem Handy über eine Rennstrecke zu wackeln, die können wir getrost als gescheitert abschreiben.
Ich meine den Dr.
Trotz seiner uncoolen Vergangenheit hat er es inzwischen zu einem echten (!) Porsche und einer Frau mit tüchtig PS gebracht.