Porsche Flashmob

Ich schreibe nicht zum ersten Mal über meine Nachbarn.
Am Sonntag, als ich so glücklich von meiner ersten Mops-Porschetour zurück kam, war die Entspannung des Waldspaziergangs schnell wieder futsch.
Wieder einmal parkte meine Nachbarin vor meiner Einfahrt.

Als ich ankam, kam sie gerade mit dem ersten Bierchen des Tages (es war kurz nach 11 am Vormittag…) aus der Garage, und prollte auch gleich los: „Da pass ich mit einem LKW durch… Dauernd stehen ihre ganzen Autos hier auf der Straße und ich muss weiter laufen…“
Der Elfer steht selbstverständlich nie auf der Straße, sondern immer in der Garage, mein Kombi manchmal.
Aber warum auch nicht, ich parke niemanden zu.

Sie fuhr dann doch weg, aber eben nur so viel, dass ich nur mit viel vor und zurück Rangieren in die Garage konnte.
Die Dame hat wenig soziale Kontakte und ist im Job eher ein ganz kleines Licht.
Wenn sie Porschebesitzer ärgern kann, kann sie sich die Gelegenheit einfach nicht entgehen lassen.

Die netten Leute auf der anderen Seite sind nicht viel besser.
Angefangen hat alles mit meinem Porschekauf.
Das bringt die Neid-Bürger hier völlig aus dem Häuschen.
Und ihre fiesen Seiten zum Vorschein…

Jetzt träume ich von einem Porsche-Flashmob.
30-40 Porsches kommen auf geheime Verabredung hier zusammen.
Parken mal so richtig auf den nun wirklich nicht knappen Parkplätzen in meiner kleinen Straße und rächen mich für diesen ganzen Mist.

Wer macht mit? 🙂

 

Dienstreise mit der Bahn

Ich bin wieder einmal auf Dienstreise.
Das Spritgeld will verdient sein.
Leider arbeite ich an einem Ort mit extrem wenig Parkplätzen.
Also reise ich mit der S-Bahn an.

Schmutzig, unzuverlässig, komisch riechende Mitfahrer, wenig Komfort… Hölle.
Ein Königreich für die Anreise im Individualverkehr.
Aber zumindest ökologisch kann ich meine Hände in Unschuld waschen.

Neulich habe ich auf einer Dienstreise Porschefreunde besucht.
So unterschiedlich wir Porschebesitzer auch sind, was uns alle verbindet, ist eine mehr oder weniger umfangreiche Sammlung von Autofotos, gerne auch aufgehängt, Motor-Klassik-Kaffeetassen, Autobüchern, Automodellen, Postern, Blechschildern…

Hierbei spielt es übrigens keine Rolle, ob es sich um einen Porschebesitzer oder eine Porschebesitzerin handelt.
Autonarren haben offenbar alle auch Auto-Accessoires.
Neulich habe ich das erste Mal Modelle in 1:8 gesehen.

Und dann gibt es da noch ein echtes Neidobjekt.
Ein Beistelltisch aus einer Felge, mit Glasplatte, von unten beleuchtet.
Der steht bei Ute und Markus und sieht super aus.

In einer Stunde geht es zurück in die S-Bahn.
Während der Arbeit läuft mein Bildschirmschoner mit Porsche-Fotos auf dem Notebook.
Wenn ich in der Ferne müde auf den Bildschirm blicke, guckt er zurück, mein wunderschöner schwarzer Prinz in der Heimat.

Wann haben Sie zum letzten Mal Ihren Schatz eingecremt?

Für die meisten Porschebesitzer stellt Ihr Fahrzeug einen hohen Wert dar.

Das Porschedesign ist zeitlos gelungen und jede lackierte Oberfläche ist zweifellos schöner, wenn sie glänzt.

Leider wird ein Porsche bei der Benutzung schmutzig und bald stellt sich die Frage, wie man ihn wieder zum Glänzen bringt.

Als Neuling in der Szene lese ich interessiert die Diskussionen im Forum zum Thema „Wagenpflege“.

Schnell wird mir klar, Waschstraße ist nicht!

Darauf folgt die Einsicht, dass die Pflege von Hand, offenbar mit sündhaft teuren Pflegemitteln zu erfolgen hat.
Eindrucksvolle Summen von mehreren Hundert Euro kommen für ein Starterkit (nicht etwa für das Rundum-sorglos-Paket!!) rasch zusammen.

Beherzt schiebt der nicht ganz skrupellose Porscheneuling die Frage nach der Dekadenz, die sich ihm beim Lesen aufdrängt, bei Seite.
Ein Porsche an sich ist ein Luxusprodukt, warum die Idee nicht konsequent weiter denken und für alle den Porsche betreffenden Fragen das Portemonnaie weit aufmachen?

Innerlich dennoch nicht mehr völlig unerschüttert lese ich  weiter. Ein Pflegemittelhersteller rät dazu, das Pflegeprodukt mit der Hand aufzutragen. Das Fahrzeug quasi einzucremen.

Perplex halte ich inne.

Das machen die wirklich?

Ja, in  Deutschland gibt es reihenweise Männer (und vermutlich auch Frauen), die Ihre Fahrzeugpflege von Hand einreiben.

Da fängt es in der Psychologin doch gehörig an zu brodeln.
Neben der Frage: Ist das wirklich die optimale Art, das Produkt aufzutragen oder einfach Marketing-bullshit?,  möchte ich doch sehr gerne wissen, ob diese Menschen auch ihren Schatz aus Fleisch und Blut regelmäßig nach dem Bad eincremen.

Oder behandeln sie ihr Auto hingebungsvoller als ihre Lebenspartner?

Handelt es sich beim Autosalben vielleicht um eine Ersatzhandlung?
Sind diese Porschecremer alles Singles, die nichts lieber täten, als einen warmen, menschlichen Körper zu streicheln?
In Ermangelung eines solchen dann in die Garage gehen und das Auto liebkosen?

Fragen über Fragen.

Noch ist mein eigener Porsche zu neu, als dass ich mir selbst die Frage nach dem Starterkit stellen müsste. Aber bald wird es so weit sein.

Porschegöttin, gib mir die Gelassenheit, die Nicht-Luxuspflege zu verwenden.
Den Mut, sie mit dem Lappen aufzutragen,
und die Weisheit, Marketing von Notwendigkeit zu unterscheiden.
Amen!

Wie ich ein Mann wurde

Fast mein ganzer Freundeskreis findet es komisch, dass ich im Sommer viel zum Nürburgring fahre. Sie haben schon im letzten Jahr gescherzt, dass ich aufpassen müsste, dass mir nicht Bart und Brusthaare wachsen, bei so einem männlichen Hobby.

Ich habe genau nachgesehen: nein, weder Bart noch Brustbehaarung. Gott sei Dank!!!

Offenbar tue ich häufiger Dinge, die andere Frauen nicht tun. Mein Verkäufer im PZ sagte, er hätte während seiner gesamten Berufstätigkeit noch keine Frau erlebt, die vor dem Kauf das Fahrzeug wegen eventueller Aufsetzschäden von unten sehen wollte. Ich wollte.

Die völlige Veränderung zum Mann fand, zumindest in den Augen meiner Mitschreiber  im Porscheforum, dann im April dieses Jahres statt.
Wie viele andere stolze Neu-Porschebesitzer hatte ich mich  und mein Fahrzeug im Forum vorgestellt und diese Vorstellung war auf einiges Interesse gestoßen.

Mehrere der Herren dort waren zu der Überzeugung gekommen, dass ich gar keine Frau sein könne. „Zu viel Ahnung“, zu „latent aggressiv“, zu „männlich“. Also gar keine Anne, sondern ein Arne.

Ich persönlich glaube gar nicht, sonderlich viel Ahnung zu haben, aber für die Jungs dort war es offenbar schon zu viel… ihr Weltbild war ins Wanken geraten.

Nun plane ich die Markteinführung einer „Arne-Kollektion“.
Sportswear für die porschefahrende Dame, nur echt mit dem „Arne“-Aufdruck und dem Bartsymbol 😉