Porsche im Radio

Ein kleiner Star ist mein Porsche im Alltag ja öfter.
In meinem Herzen immer.
Im Internet ist er blogbedingt zumindest theoretisch weltbekannt.
Und jetzt fährt er auch noch durchs Radio.

Wir sind Teil einer Sendung.
Man kann seinen schönen Motor hören.
Und mich, wie ich böse Dinge sage.

Peinlich, meine Porscheparanoia ist nicht unentdeckt geblieben.
Der Tag der Aufnahme war sehr heiß und die schöne Radio-Frau war in einer kurzen Hose zur Fahrt erschienen.
Bodylotion, Parfum, Schweiß, mein Leder…!!

Erst als ich ein Tuch über den Sitz gebreitet hatte, konnte es los gehen.
Das hat sie der Nation dann im Beitrag leider auch gleich erzählt.
Schluck.

Ach, egal.
Es hat Spaß gemacht und meine Mutter hat oft gesagt, ich sei schon immer ein Nonkonformist gewesen…
Wir hören uns!

 

No surrender

Lange nichts geschrieben.
Das Leben war anstrengend und alle zwei Jahre stirbt aus Gründen der planned obsolescence auch immer mein Laptop.
Aber heute erfüllt mich ein Hauch von Optimismus.
No retreat baby, no surrender.

Seit den Achzigern hat sich nicht so viel verändert, ich mag noch dieselben Lieder, und Hunde mit platter Nase und will Porsche fahren.
Und ich bin noch immer der Überzeugung, dass schnelle Dinge schwarz sein sollten. Ok, damals war es kein Porsche, sondern ein Raleigh Rennrad.

Ein Jahr nach „Born in the USA“ kam „Brothers in Arms“ raus.
Damals waren die Charts so voller guter Musik wie nie wieder.
Und Prinzessin Diana lebte noch.

Damals lagen noch zehn Jahre vor mir, bis ich den Mann treffen sollte, den ich zwanzig Jahre später heiraten würde.
Die Welt war also noch in Ordnung.
Der Dr. war damals gerade acht Jahre alt.

Wenn ich mich bei „Cover me“ jung fühle, murmelt er irgendwas von Dinosauriern.
1984 war auch das Jahr, in dem ich mir für unfassbar teure 250 Mark in Wuppertal ein Paar Cowboystiefel gekauft habe, nachdem die Heldin in „Footloose“ so cool damit aussah.

Ja, in den Achzigern hat man viel Zeit damit verbracht, sich um coole Außenwirkung zu bemühen.
Erst ca. zehn Jahre später fingen ungeile Hohlbirnen an, sich tätowieren zu lassen und keine Sau hatte Computer oder Mobiltelefone.

1984 waren es noch vier Jahre bis zum Führerschein, aber dann…
„I´m driving in my car, I turn on the radio“.

Je älter ich wurde, desto unverzichtbarer die Fahrerlaubnis für ein Fluchttier wie mich, solange die Autos immer geiler werden ist das Leben doch ganz ok.
Ups, muss man dann sterben, wenn der Elfer in der Garage parkt?
Ach was, „They say you gotta stay hungry.“ 😉

Ich brauch nen Lambo!!

In möglichst auffälliger Lackierung, mit Flügeltüren und sehr lautem Motor.
Und ich brauche einen SLS, auch möglichst auffallend foliert oder so.
Für einen anderen Tag wäre ein Ferrari gut.
Und wieder an einem anderen Tag hätte ich gerne Besuch von möglichst vielen Porschefahrern.

Was los ist?
Habe ich plötzlich schwindende Potenz, einen sehr kleinen Penis?
Nein.
Es geht um Sterbehilfe.
Für meine Nachbarn.

Die können jetzt schon nicht mehr schlafen vor kleingeistiger Nickeligkeit.
Und wenn ich eine Weile zum Schein unseren Fuhrpark erweitern würde, würden Sie hoffentlich einen zügigen Neid-Tod sterben.

Die dritte Frau meines Nachbarn ist sich nicht zu blöd, während der Dr. heute kurz einkaufen war, ihren Kleinwagen umzuparken, um uns noch einige Zentimeter mehr behindern zu können.
Sie hat viel Zeit und wenig Lebensinhalt.
Und in eine der unsympathischten Familien der Stadt eingeheiratet, die leider neben uns wohnt.

Wenn der Dr. müde von der Arbeit kommt, starrt ihn ein anderer Frührentner-Nachbar immer wütend an, wenn er es wagt vor seinem Haus zu parken.
Grüßt der Dr., wird er ignoriert.

Wie konnten wir nur so in Ungnade fallen, in unserem Sträßchen?
Ist doch klar!
Beide zwei Autos.
Widerlich.
Und dann noch beide einen Porsche.

Es reicht das Porschewappen auf dem Kofferraum, um die Truppe hier in Raserei zu versetzen.
Der ältliche Kleinmotorboxster braucht ja eigentlich niemanden um den Verstand zu bringen, aber dafür haben die Leute etwas zu wenig Abitur.

Auch der Blick auf den eigenen Besitz reicht nicht.
Alle haben ein Eigenheim, der mit den drei Frauen hat sich eine Mörder-Poollandschaft in seinen Garten setzen lassen, aber offenbar reicht das nicht, um den lieben Gott einen guten Mann und den Nachbarn einen Porschefahrer sein zu lassen.

Kommt Leute, lasst uns dem nachbarschaftlichen Leid ein Ende setzen, leiht mir kurz Eure Luxus-Fahrzeuge, dann geben wir ihnen den motorisierten Gnadenstoß.
Immer so schlimmer Neid, das ist unmenschlich!

 

Ihm kommt kein Oldtimer ins Haus!

Die Oldtimer hatten mir wieder so gut gefallen, dass ich dem Dr. mitgeteilt habe, ich wolle einen eigenen.
Natürlich beweise ich auch bei diesem Thema meinen guten Geschmack, leider kosten alle, die ich schön finde, so viel wie ein Haus.

Gestern habe ich meine alten Motor-Klassik-Ausgaben herausgekramt um nachzusehen, was ich mir leisten könnte.
In meinen kühnen Träumen sah ich den Dr. und mich schon an Rallyes teilnehmen.
Kurz hatte sich der Gedanke eingeschlichen, dass meine Zeit etwas knapp ist, und die Möpse schon das Porschefahren zu einem seltenen Glück werden lassen.

Der Dr., der mir beim Blättern über die Schulter gesehen hatte, hatte mehrfach gesagt: „Der geht nicht, das ist ein Zweisitzer, da passen die Möpse nicht rein.“
Offenbar hat Moses das mitbekommen und heute seine Stellungnahme eingereicht.

Die Hunde haben die Zeit meiner kundenterminbedingten Abwesenheit genutzt, und sich eingehend mit dem Thema Oldtimer-Kauf beschäftigt.
Motor-Klassik
Der Beschluß ist einstimmig getroffen worden: kein weiteres Auto für Mutter!

Impressionen 24h 2015

DSCF3414
Am Anfang ist das Feld noch geschlossen.
DSCF3442
Doch schnell entstehen Kampfgruppen.
DSCF3452
DSCF3445
Einer der Bentleys.
DSCF3451
Meine Lieblinge, die Flügeltürer, hatten dieses Jahr wenig Glück.
DSCF3459
Gepflegte Tischkultur mit heißem Tee gegen kühle Temperaturen.
DSCF3463
Schlimmer Hut. Viele andere Fans waren, aus mir unerklärlichen Gründen, in Camouflage erschienen, als würden sie beschossen.
DSCF3466
Der Dr. und viele andere Herren entschieden sich für die diesjährige Kappe.
Wertig verarbeitet und dank Gutschein im Programmheft nicht teuer.
DSCF3464
Die meisten Besucher wollten ihr Eis lieber flüssig.
DSCF3471
Im Fahrerlager waren die älteren Semester schon im Feierabend.
DSCF3477
Kriegsverletzung.
DSCF3480
Breit.
DSCF3489
Harry Potter… 🙂
DSCF3495
Matrjoschka-Fahrzeug.
DSCF3500
Nachdem ich die Männer, die ihn anbeteten, fürs Foto verscheucht hatte, konnte ich dieses Stück Männer-Eye candy für den Porschebruder ablichten.
DSCF3516
Kein SM-Club voller Luder in schwarzem Gummi, sondern Reifenwärme-Stübchen.
DSCF3519
Auch keine Luder.
DSCF3529
Alle fleißig…
DSCF3534
…für die heiligen Reifen.
DSCF3532
Fluchtweg: vom Balkon springen. Hm…
DSCF3538
Warum der Dr. und ich bei diesem Eifel-idyllischen Anblick Schaum vor dem Mund hatten, erfahrt Ihr morgen…

Mensch stirbt, Porsche lebt für immer

Die Urlaubsplanung ist überfällig.
Meine Kunden wollen Temine für den Sommer vereinbaren und ich weiß noch nicht, wann ich frei mache.
Also ein Blick auf das Programm des Nürburgrings, man will ja nicht etwa am OGP-Wochenende beim Kunden hocken oder ähnlich Furchtbares.

Da sehe ich auf der Homepage des Nürburgrings, dass die Bäume rings ums alte Fahrerlager alle gefällt werden mussten.
DSCF3198
vermutlich war ich auf meiner morgendlichen Fototour neulich eine der Letzten, die den vertrauten Anblick noch im Bild festgehalten haben.
Ich mag es nicht, wenn Dinge sich verändern, aber das ist wohl der Lauf der Zeit.

Momentan bin ich beim Kunden in Wuppertal.
Auf dem Weg von der Autobahn ins verschneite Tal kam ich an einem Sportwagenhändler vorbei.
Im Schaufenster einige gebrauchte Porsches.
Leider auch auf dem Hof, wunderschöne Formen unter Schnee.

Sowas macht man doch nicht!!
Ein Auto kann bei guter Pflege vermutlich seinen Besitzer problemlos überleben.
Ich würde mich freuen, wenn in fünfzig Jahren ein stolzer Besitzer meine schwarze Schönheit als Oldtimer-Elfer in seiner Garage stehen hat.

Vorhin wurde mir klar, dass mein Studienabschluss fast zwanzig Jahre her ist.
Das Leben rennt, Frühling komm!
Ich muss noch so viel Porschefahren…

My baby just cares for me

Heute Vormittag waren der Dr. und ich beim Neujahrskonzert im Haus der Ärzteschaft.
Ordentlich angepüngelt saßen wir in Anzug beziehungsweise im kleinen Schwarzen und haben Lucy Wende gelauscht, wie sie sich durch das Great American Songbook gesungen hat.

Ein Genuss.
Nur eine Sache stimmte nicht,
Nina Simones Textzeile „My baby don´t care for cars an races“, die traf auf das Porsche Paar im Publikum nicht zu…

Jungfernfahrt

Gestern sagte Tino mit einem reizenden kleinen Lächeln, er sei noch nie in einem Porsche mitgefahren.
Es ist mir als Gentle-Frau-Driver natürlich eine Ehre, solche Entjungferungsfahrten anzubieten.

Tino hatte bereits die schönen Dopplenähte im Cockpit gelobt, als ich den typischen Porsche-Start-Schrei des Motors vorführte.
An der ersten Ampel blieben wir neben einem weißen Kastenwagen voller Handwerker stehen, die zu seiner Freude auch alle zu uns rüber sahen.
Manchmal ist (m)ein Elferleben voller Klichees…

Es war schon dunkel, aber am frühen Freitagabend waren die Straßen noch voll.
Tino war ein perfekter Beifahrer.
Er lobte die schwarze Schönheit, saß wunderbar ruhig  und nichtschwitzend und sauber in den Sportsitz gekuschelt und wollte auch nichts anfassen.

Abwechselnd habe ich Motor und Bose bemüht, und den geteilte-Freude-ist-doppelte-Freude-Effekt genossen.

Am Ende der Fahrt wollte er noch den Kofferraum sehen.
Dessen Winzigkeit haben wir dann zusammen bewundert.

Es ist ein schönes Gefühl, dieses erste Mal mitzuerleben.

Fuhr Hermann Hesse eigentlich Porsche?

Volltanken

Was tun Porschefahrer an einem Sonntagnachmittag im Januar?
Keine Motorsportverlockungen stehen an.
Wir haben also Zeit.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.

Zeit für den Dr. Holle, den Porsche zu betanken.
Mit Aprikosenmarmelade.
Und Zeit für das erste Video des Jahres.
Und nein, ich glaube nicht wirklich dass man Marmelade backt…

Cabrio Saison 2015 – Sie ist einfach der bessere Mann

Ich habe viele böse Sachen über den Boxster geschreiben.
Ihrer ist anders.
Er ist ein S. und sie fährt ihn wie eine Teufelin.

Heute ist sie gekommen, meine Seele zu retten.
Auf der Autobahn lässt sie den Motor schreien.
Laut sind auch meine Schreie, während ich mich angstvoll an die Sonnenblende klammere.
Sie hat eine 666 auf dem Nummernschild.

Als wir in der Stadt ankommen, bricht die Sonne aus den Wolken.
Wir können nicht anders, wir eröffnen die Cabrio-Saison 2015 am 2. Januar.
Anders als bei des Drs altem Boxster muss bei ihrem die Handbremse nicht angezogen sein, damit das Dach aufgeht.

Das hat sie mitten auf der Kö aufgefaltet.
Nach dem Mittagessen und einem kleinen einkaufslosen Bummel will ich noch eine Dosis Porsche.
Dach auf, Musik an, eine Runde drehen, viele Menschen, die den zwei kopfwippenden Frauen im offenen Boxster zugrinsen.

Via Kniebrücke überqueren wir den Rhein.
Herrlich scheint die Wintersonne, unsere Haare flattern im Wind.
Sie legt irre Sprints hin, ich lache.
Endlich wieder.

Jace Everett singt „But before the night is through, I wanne do bad things with you“.
So wie er das singt, darf er das gerne bei Gelegenheit tun.
Es ist eine goldene Tour im offenen Porsche, wie ich lange keine mehr hatte.

Sie bringt mich nach Hause und bevor sie losfährt, lässt sie den Boxster noch ein paar Mal schreien, um meine blöden Nachbarn zu ärgern.
Dann fährt sie mit einem köstlich überflüssigen Sprint bis zum Ende der Straße.
Bei jedem Kerl wär das peinlich, wenn sie das macht, macht sie es, weil sie weiß, dass ich ihr nachschaue.

Wär sie ein Mann, ich würde sie heiraten.