12 nackte Männer in meinem Porsche

Das Wetter über Weihnachten war absolut porschetauglich.
Von daher bin ich in der schwarzen Schönheit zum alljährlichen Spekulatius-Finale bei meinen Freunden gefahren.
Traditionell habe ich das Fest wieder im Kreise vieler schöner Männer und zwei nicht minder schöner Frauen begangen.
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Und traditionell habe ich von meinen Freunden Bastian und Micha wieder den Kalender mit den leicht bekleideten Herren bekommen.
Die sind mit mir im Elfer nach hause gefahren.
Der Dr. macht, immer wenn er an dem Kalender vorbei kommt, so kleine Würgegeräusche, keine Ahnung, was mit ihm los ist.

Offenbar waren gleich mehrere Wuppertaler BMW-Besitzer mit ihren Gechenken dieses Jahr ausgesprochen unzufrieden.
Anders kann ich mir das auffällig unangemessene Verhalten im Straßenverkehr nicht erklären.

Kurz vor einer Einspurigkeit überholt mich ein BMW-Kombi rechts, zwingt mich zum Abbremsen, indem er auf meine Spur schießt, fährt viel zu schnell um die Ecke, nur um an der nächsten roten Ampel vor mir zu stehen.
Dieser Vollidiot, beihnahe wäre mein schöner Porsche kaputt gewesen!!

Am Tag davor war ich in eine türkische Hochzeit geraten.
Lauter weiße, zum Teil schlimm perlmuttweiße, stark motorisierte Wagen fuhren wild hupend durch Wuppertal.
Den Kreisverkehr nahmen sie gleich mehrfach, ein weißer BMW versuchte zu sliden.
Und ich als kleine schwarze Insel mittendrin…

Weihnachten war sehr schön beim Dr. und mir, wir werden folglich keine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen.

Was schenken sich Porschefahrer zu Weihnachten?

Der Dr. und ich haben uns zu Weihnachten gemeinsam etwas geschenkt.
Er hat Allrad, ist geländetauglich, Farbe beige.
Ein Gebrauchter.
Riecht nicht so gut wie mein Elfer, hat auch weniger PS.

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Wir haben ihn sehr vernachlässigt übernommen und hoffen, ihm und uns noch viele gute gemeinsame Jahre geben zu können.

Gerade hat er seine erste Porschefahrt im Boxster gehabt.
Der Dr. war mit ihm zur Kontrolle beim Tierarzt.
Ich war ganz überrascht, als ich sah, dass er den Porsche genommen hatte.
Aber die beiden sahen unglaublich gut aus, als sie vor dem Haus ausstiegen.

Der Dr. hatte seine Nürburgringjacke an und Metscho (Bulgarisch: Bärchen) trug Pelz.

Alle im Porscheglück

Ich melde mich freiwillig zum Einkaufen.
Es ist trocken, 13 Grad warm und daher auch mit Sommerreifen: Porschewetter!!
Willig springt der schwarze Breitfrosch an und als ich ihn mit Schwung auf die Autobahn fahre, denke ich, dass man ja fast emotional gezwungen ist, ein solches Auto schnell durch Kurven zu bewegen.

Bei den Läden angekommen, suche ich mir den entlegensten Parkplatz, da, wo keiner hin will, weit weg von den Läden.
Dort steht er gut, keine Gefahr, dass mir irgendeine blöde Mami oder ein halbblinder Senior die Tür in die Seite hauen.

Ich bin kaum im ersten Laden angekommen, da rasseln die Nachrichten auf mein Telefon.
Plög, plög, plög, plög, plög, mindestens 12 Stück.
Ich muss lachen, ich weiß genau, wer das ist.

Als  ich auf das Display schaue, bestätigt sich meine Vorahnung.
Der Porschebruder hat seinen GT4 bekommen und schickt Bilder.
Wunderschöne Details, der stolze Bruder neben dem Auto, innen und außen.
Am Vortag hat er ihn abgeholt.

Ich habe virtuell Händchen gehalten.
Jeder Porschekäufer kennt die Aufregung des Abholtags.
Die Nacht davor ist meistens unruhig, seit Tagen ist man zunehmend flatterig, überprüft den Wetterbereicht, damit er nicht gleich nass wird, lässt sich im PZ neben dem Prachtstück ablichten…, die ganze wunderbare Herrlichkeit.

Im Gegensatz zu seinem Wagen ist meiner angemeldet und ich kann ihn fahren.
Er ist ja auch straßentauglicher bereift.
Später schickt der Bruder mir noch eine Aufnahme vom Sound.
Ich muss neidlos anerkennen: böse. Und sehr, sehr geil.

Natürlich ist er nicht ganz so schön wie mein Porsche, es ist eben kein Elfer.
Außerdem anstrengend rot.
Aber jedem Porschefahrer seinen Traumwagen.
Als ich die Einkäufe zuhause vor die Tür stelle, wundert sich der Dr. wahrscheinlich über mein glückliches Gesicht.

Das ist dieses Porschestrahlen…

Riechen wie ein Lambo

Theoretisch habe ich Urlaub.
Praktisch habe ich jeden Tag Termine.
Unzählige Dinge, die trotz Urlaubs noch zu erledigen sind…
Vor einem Termin hatte ich noch etwas Zeit und bin kurz zu DM.

Und was findet Frau im Drogeriemarkt?
Etwas aus dem Hause Lamborghini!
Natürlich mit Kampfstier auf der Flasche.

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Duschgel und Duft für unterm Baum.
Ich habe keine Ahnung, wie so ein Lambo riecht.
Irgendwie habe ich es bisher versäumt, daran zu riechen.
An dem Lambo-Duft leider auch.

Mein Porsche riecht wunderschön.
Benzin-Leder-Glück.
Wenn es das als Parfüm gäbe, das wär schon sehr sexy.
Hab gleich mal im Netz nachgesehen.

Und tatsächlich, es gibt Porsche-Parfüm.
Aber das richt nach Rosmarin, Veilchenblatt und Amber!!
Wenn dieses Parfum ein Aufsatz wäre, würde „Thema verfehlt“ drunter stehen.

Einsame Blondine sucht… Winterreifen

Ich bin auf der letzten Dienstreise des Jahres.
In Erfurt.
Der Winter bisher war schneearm und ich dachte, vielleicht hat das PZ hier ja einen Satz Winterreifen für mich, den ich dann im Kombi für den Elfer mit in den Westen nehmen könnte.

Die ernüchternde Info: es gibt keine neuen Komplettsätze mehr für den 997!!
Würde das PZ mir einen Satz mit RDK zusammenstellen, käme man auf 5500 Euro.
Passende gebrauchte Sätze gibt es für mich leider weder im PZ in Erfurt, noch in Düsseldorf oder Dortmund.

Ich fühle mich irgendwie ganz schön Oldtimer…

Sexuelle Frustration

Trockenes Wetter im November.
Sechs Meter von mir entfernt ist die Garage mit dem Carrera.
Er will raus.
Ich auch.

Was mache ich stattdessen?
Quäle mich seit Stunden mit dem Thema „Arbeitsschutz“ herum.
Das ist nicht sexy.
Und der Winter noch so lang.
Sehnsüchtig blicke ich hinüber.
Erwerbstätigkeit is a bitch.

Der Hals-Nasen-Ohren-Porsche

Heute war wieder mein wöchentliches Date mit dem HNO-Arzt, rein geschäftlich natürlich, obwohl er ein charmanter junger Herr ist.
Die Sache läuft nicht wunschgemäß, vielleicht muss die Behandlung abgebrochen werden.
Grund genug, den Porsche trotz niedriger Temperaturen als Fahrzeug nach Benrath zu wählen, ich brauchte moralische Erbauung…
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Rhein im frühen Morgenlicht durchs Porschefenster.
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Er macht sich gut dort, in der schönen Wohnlage.
Nach dem Spritzen geht es mir oft schlecht, aber Benrath hat dafür eine Lösung:
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Sollte Frau im Rahmen eines Kreislaufkollaps den Sportwagen in den Rhein fahren, gibt es 1A-Urnen mit Düsseldorfer Skyline.
Alternativ gibt es auch ein Modell mit dem Benrather Schloss.
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Ich habe zum Glück überlebt und konnte daher das echte Schloss ohne Urne auf dem Weg zum Auto ablichten.
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Der Elfer wartete brav mit Herbstdeko, im Farbton passend zur Innenausstattung.
Inzwischen sind wir zurück, er ist wieder unter seinem Moltontuch in der Garage und ich unter der warmen Decke auf der Couch.
Die Erbauung ist gelungen.

Damals in den Ardennen

Der Winter ist da.
Boxster2
Heute Morgen war der Boxster voller Eisblumen.
Boxster1Das sah so schön aus, dass ich gleich mal die Handykamera bemühen musste.

Ich habe einen Satz neuer Winterreifen kaufen müssen, die vom Mercedes waren durch.
Für den Porsche habe ich noch immer keine, aber der Salzmist ist ohnehin ein Problem.

Seufz.
Ich habe gelesen, das man die ersten 200-300 Kilometer mit neuen Reifen schlechteren Grip hat.
Also sind wir mit unendlich langsamen, paranoiden 120 kmh in die Eifel geschlichen.

Kaum stieg der Dr. aus dem Auto, setzte auch schon der Schneefall ein.
Während er in Marmagen Brot kaufte, verwandelte sich die Landschaft um mich herum von Herbst in Winter.
So in die Schneeflocken hinein zu fahren ist ausgesprochen hypnotisch…

Der fiese Wind macht in der Eifel aus 2 Grad gefühlte -8.
Noch einen Monat lang werden die Tage immer kürzer und bis zu den nächsten Rennen am Ring dauert es noch unglaublich lange.

Um meine 300 Kilometer voll zu bekommen, sind wir in den Ardennen gewesen.
Dort ist der Sprit 5 Cent billiger als zuhause, so kann man sich den Einkaufstripp im belgischen Supermarkt am heiligen Sonntag schön reden.

Epilog:
Als Kind war ich wohl recht prüde, wenn Klimbim im Fernsehen lief (für die jungen Leser: eigenartige, überdrehte 70er-Jahre Comedy mit nackten Brüsten), war ich immer konsterniert, wenn Ingird Steger und die andere Dame mal wieder blank zogen.
In den Ardennen war jedoch der Opa, der trug, glaube ich, Bademantel…

Herr Cayenne und Herr Defender, die neureichen Gähn-Typen

Meine Hündinnen und ich sind Frühaufsteher.
Während der Dr. und der Rüde noch schlaftrunkend aus kleinen Augen blicken, sind die Damen des Hauses hellwach und brechen zum Morgenspaziergang auf.
Im Winterhalbjahr folglich bei Dunkelheit.

Damit keiner der Hunde in Glasscherben tritt, wähle ich Wohnstraßen.
Jeden Morgen führt unser Weg durch die Neureich-Straße, die in Wirklichkeit heißt wie ein deutscher Dichter aus dem 18. Jahrhundert.
Dort wohnen Herr Defender im Doppelhaus mit Herrn BMW-Offroader und Jeep, nebenan wohnt, offenbar noch etwas neureicher, Herr Cayenne im freistehenden Haus.

Alle Häuser haben selbstverständlich bodentiefe Fenster, auch zur Straße hin.
Weil man da aber so doof reingucken kann, sind die bodentiefen Jalousien geschlossen, nur oben kann man ein Stück der Lampe über dem Esstisch sehen.
Solche Leute haben immer eine längliche, silberne Lampe über großen Esstisch in der zum Wohnzimmer selbstverständlich immer offenen Küche hängen.

Die Vorgärten sind immer unambitioniert und die Offroader sauber, weil ausschließlich im Großstadtjungel bewegt.
Gähn.
Herr Defender hat als kleiner Junge gerne Rallye geguckt und davon geträumt, als harter Kerl Wüsten zu durchqueren.

Als Berufsanfänger hat er sich mit dem englischen country-lifestyle identifiziert und sich erst eine Barbour-Jacke und dann einen Landrover gekauft.
Seine Frau war dafür, die kannte Landrover aus den grauenvollen deutschen Rosamunde Pilcher Verfilmungen.

Da sind die Autos auch immer sauber, und deshalb kann sie ihrem Mann auch nicht sagen, wie albern das alles ist.
Frau Defender fährt Mini.
Herr Defender steht früh auf, schließlich muss die Doppelhaushälfte abbezahlt werden.

Normalerweise sind die Hunde und ich dann schon zurück.
Heute waren wir etwas später dran.
Auf einmal zerschnitt Getöse die morgendliche Stille.
Mit der Lärmkulisse eines Müllwagens knatterte er geländegängig durch die gut ausgebauten Asphaltstraßen des Wohnviertels.
Cayenne, BMW-Klotz und Jeep-Klotz glitzern noch sauber im Licht der Straßenlaterne.

Ihr armen Geländewägelchen!

Eines Tages werden die Hunde und ich Euch kidnappen.
Dann werden wir über unbefestigte Wege in der Eifel brettern, durch Pfützen und Schlamm, ich werde dreckige Hunde in Euch reinpacken, Holz und Werkzeug und wenn ich Euch dann wieder zu Euren Besitzern zurückbringe, pflügen wir zum Abschluss diese kümmerlichen Vorgärten einmal mit Euren allrad-Hufen durch.

Ich räche Euch.
Für all die Jahre, in der Ihr nicht mehr als lifestyle-Accessoire Eurer Langeweiler-Besitzer sein durftet.
Auch wenn Ihr nicht wirklich schön seid, formlose Großklötze gefahren von Typen, die sich selbst nicht gut genug sind, so ein Leben hat auch ein SUV nicht verdient.

Schöner als ein Carrera

Vier Männer waren es.
Sie standen begeistert um einen grauen Elfer herum, ich fuhr im Mopsmobil auf dem Weg zum Einkaufen an ihnen vorbei.
Alle trugen Arbeitskleidung, der Elfer hatte Keramikbremsen.

Und dann geschah das Unfassbare!
Sie drehten sich tatsächlich zu mir um.
Sie lösten den Blick vom Porsche!
Ich fühlte mich schöner als ein Elfer und das ist ja eigentlich technisch unmöglich.