Übung macht den Dr.

Samstagabend bei Porschefahrers.
Der Dr. kommt ins Wohnzimmer, aus meinem Telefon kommen ohrenbetäubende Motorengeräusche und immer wieder das Geräusch von einem Auto, das gegen eine Wand fährt.
Ich atme flach und meine Augen kleben weit aufgerissen auf dem kleinen Bildschirm.

Eine Weile später.
Der Dr. sitzt vornübergebeugt im Sessel und starrt auf das Display seines Telefons.
Entspannt kippt er es hin und her.
Ich frage: „Bist Du noch gar nicht gegen die Wand gefahren?“

Tino hatte von „Asphalt“ erzählt.
Erst hatte ich das Spiel auf meinem Telefon, heute Abend der Dr. dann auch.
Im Gegensatz zu mir spielt er erfolgreich.

Ich bin noch aus der Generation, in der so etwas „Telespiel“ hieß und ausschließlich von uncoolen Jungs gespielt wurde.
Ich glaube, der Dr. war so einer.
Und die Jugend als bemitleidenswerter Nerd  macht ihn heute zu einem erfolgreicheren Virtuell-Rennfahrer.

Zum Glück geht die Geschischte ja gut aus.

Nein, nicht die Versuche, ein Auto mit meinem Handy über eine Rennstrecke zu wackeln, die können wir getrost als gescheitert abschreiben.
Ich meine den Dr.
Trotz seiner uncoolen Vergangenheit hat er es inzwischen zu einem echten (!) Porsche und einer Frau mit tüchtig PS gebracht.

 

Der sexy Porschegeruch

Mein Elfer riecht sehr anziehend.
Eine Mischung aus Leder und Benzin.
Würde man mich mit geschlossenen Augen in die Garage führen, mein Herz täte einen Hüpfer.

Arme Menschen, die keinen Carrera haben, hängen sich die furchtbarsten Dinge ins Auto, damit dieses besser riecht.
Früher gabs mal diese fiesen Vanille-Bäumchen.
Was ich heute beim Einkaufen sah,

Lufterfr.
… geht selbst mir bei aller Liebe zu weit: Mops-Flavour!!!

 

Jungfernfahrt

Gestern sagte Tino mit einem reizenden kleinen Lächeln, er sei noch nie in einem Porsche mitgefahren.
Es ist mir als Gentle-Frau-Driver natürlich eine Ehre, solche Entjungferungsfahrten anzubieten.

Tino hatte bereits die schönen Dopplenähte im Cockpit gelobt, als ich den typischen Porsche-Start-Schrei des Motors vorführte.
An der ersten Ampel blieben wir neben einem weißen Kastenwagen voller Handwerker stehen, die zu seiner Freude auch alle zu uns rüber sahen.
Manchmal ist (m)ein Elferleben voller Klichees…

Es war schon dunkel, aber am frühen Freitagabend waren die Straßen noch voll.
Tino war ein perfekter Beifahrer.
Er lobte die schwarze Schönheit, saß wunderbar ruhig  und nichtschwitzend und sauber in den Sportsitz gekuschelt und wollte auch nichts anfassen.

Abwechselnd habe ich Motor und Bose bemüht, und den geteilte-Freude-ist-doppelte-Freude-Effekt genossen.

Am Ende der Fahrt wollte er noch den Kofferraum sehen.
Dessen Winzigkeit haben wir dann zusammen bewundert.

Es ist ein schönes Gefühl, dieses erste Mal mitzuerleben.

Fuhr Hermann Hesse eigentlich Porsche?

Dann mach ichs mir halt selbst! – Protopypenbau für Moses

Ich bin es leid, dass Mops Moses nicht im Porsche mitfahren kann.
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Schließlich will ein junger Wilder wie er nicht immer mit der C-Klasse fahren.
Und ich auch nicht.

An dieser Stelle habe ich ja bereits einiges über meine Versuche zu diesem Thema berichtet.
Anrufe im Porschezentrum Düsseldorf und Dortmund ergaben, dass man nicht ohne Probleme den Beifarersitz ausbauen kann (Da gibt es angeblich Theater mit dem Airbag…)

Außer dem Vorschlag, sich einen Cayenne oder Macan zu kaufen, (würg, nur über meine Leiche!!!), fiel den Herren von der Technik aber auch nix ein.
Skandalös, Porsche bietet jede Menge Krempel an, aber keine Hundebox, die in den Elfer passt.

Aber zum Glück gibt es Tino, nicht nur ein charmanter, rasend gut aussehender Mann, sondern auch noch Architekt und Produktentwickler.
Und Freund der Familie.
Der kommt heute.

Dann kriegt Moses eine Transportkiste auf seinen Mopsleib und in Mamas Porsche maßgeschneidert.
Wenn die Prototypenentwicklung abgeschlossen ist, präsentieren wir das Produkt der Weltöffentlichkeit.

Aber heute kriechen der Designer und ich erst einmal mit dem Maßband durch den Elfer.

 

Volltanken

Was tun Porschefahrer an einem Sonntagnachmittag im Januar?
Keine Motorsportverlockungen stehen an.
Wir haben also Zeit.
Müßiggang ist aller Laster Anfang.

Zeit für den Dr. Holle, den Porsche zu betanken.
Mit Aprikosenmarmelade.
Und Zeit für das erste Video des Jahres.
Und nein, ich glaube nicht wirklich dass man Marmelade backt…

Cabrio Saison 2015 – Sie ist einfach der bessere Mann

Ich habe viele böse Sachen über den Boxster geschreiben.
Ihrer ist anders.
Er ist ein S. und sie fährt ihn wie eine Teufelin.

Heute ist sie gekommen, meine Seele zu retten.
Auf der Autobahn lässt sie den Motor schreien.
Laut sind auch meine Schreie, während ich mich angstvoll an die Sonnenblende klammere.
Sie hat eine 666 auf dem Nummernschild.

Als wir in der Stadt ankommen, bricht die Sonne aus den Wolken.
Wir können nicht anders, wir eröffnen die Cabrio-Saison 2015 am 2. Januar.
Anders als bei des Drs altem Boxster muss bei ihrem die Handbremse nicht angezogen sein, damit das Dach aufgeht.

Das hat sie mitten auf der Kö aufgefaltet.
Nach dem Mittagessen und einem kleinen einkaufslosen Bummel will ich noch eine Dosis Porsche.
Dach auf, Musik an, eine Runde drehen, viele Menschen, die den zwei kopfwippenden Frauen im offenen Boxster zugrinsen.

Via Kniebrücke überqueren wir den Rhein.
Herrlich scheint die Wintersonne, unsere Haare flattern im Wind.
Sie legt irre Sprints hin, ich lache.
Endlich wieder.

Jace Everett singt „But before the night is through, I wanne do bad things with you“.
So wie er das singt, darf er das gerne bei Gelegenheit tun.
Es ist eine goldene Tour im offenen Porsche, wie ich lange keine mehr hatte.

Sie bringt mich nach Hause und bevor sie losfährt, lässt sie den Boxster noch ein paar Mal schreien, um meine blöden Nachbarn zu ärgern.
Dann fährt sie mit einem köstlich überflüssigen Sprint bis zum Ende der Straße.
Bei jedem Kerl wär das peinlich, wenn sie das macht, macht sie es, weil sie weiß, dass ich ihr nachschaue.

Wär sie ein Mann, ich würde sie heiraten.

 

Nackte Sportler im Porsche

Ich feiere sehr traditionell Weihnachten.
Jedes Jahr geht es zum Spekulatiusfinale zu meinen Freunden und jedes Jahr bekomme ich einen Nackte-Sportler-Kalender.
Dieser Kalender zeigt oft über viele Monate denselben Monat an, das liegt am Sportler.
Andere Monate lasse ich hingegen kalendarisch ausfallen.

Der Freund, der den Kalender eingepackt hatte, hatte uns vor der glitzernden Verpackung gewarnt.
Ich fürchte, der Boxster wird Ostern noch immer innen glitzern, so viel haben die 12 nackigen Jungs von ihrem Feen-Staub auf der Fahrt nach Hause abgeworfen.

Im Elfer hätte das nicht geschen dürfen!!
Aber da gilt ja auch: „Kein Schweiß aufs Leder!“ und Sportler sind ja immer sehr geschwitzt…

Ferrari
Hier baut ein Jüngling mit schönen Händen auf der Party meinen Ferrari zusammen.
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Der Dr. hatte ihn irgendwann mal beim Tanken zum Sprit geschenkt bekommen.
Wenn das keine gelungene Weihnachts-Bilanz ist: 12 nackte Sportler und ein roter Ferrari, ich Luxusweib!

 

Die Jungs sicher in den heimischen Stall bringen.

Weihnachten sind der Dr. und ich zwischen den Wohnsitzen hin und her gependelt.
Eigentlich wollten wir bis heute Nachmittag in der Eifel bleiben.
Aber es war Schneeregen bei fallenden Temperaturen angekündigt worden, und da werden die Straßen gerne mal unangenehm seifig.

Also habe ich schon nach dem Frühstück, bei dem es die Reste unseres großartigen, binationalen Buffets gab, zum Aufbruch geblasen.
Wie immer, als das Radioteleskop Effelsberg am Horizont erschien, musste der Dr. mich mit dem Anblick aufziehen.

Unser Lateinlehrer hatte uns als Teenager auf einem grauenvollen Gewaltmarsch von der Jungedherberge in Bad Münstereifel bis zum Teleskop laufen lassen.
Nur knapp bin ich damals dem sicher scheinenden Erschöpfungstod von der Schippe gesprungen.
Das war das Jahr, in dem die Welt von Rock Hundsons AIDS-Erkrankung erfuhr.

Inzwischen habe ein zum Glück einen Führerschein, ein Auto und konnte den Lateinlehrer gegen einen sympathischeren Reisebegleiter austauschen.
Der technikbegeisterte Dr. war sofort Feuer und Flamme, als ich vorschlug, die Autobahn zu verlassen und beim Jugend-Trauma-Teleskop einen Zwischenstopp einzulegen.

Im Sommer gibt es in der Gegend schöne porschetaugliche Strecken.
Und so ein Teleskop ist ein lohnendes Ziel.

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Technik, die begeistert.

Nur als Institutsangehöriger darf man bis mit dem Auto ans Teleskop heran.
Etwas Fußmarsch bleibt auch nach 30 Jahren noch…
Auf der Rückfahrt hatten wir es schon fast geschafft, und gerade hatte ich zum Dr. gesagt, dass wir vor dem Schnee zuhause ankommen würden.

Eine Sekunde danach begann es zu regnen.
Vor uns gingen die Fahrer in die Eisen, jäh fuhren wir in eine Schneeregenfront.
Die Temperatur halbierte sich, das mögliche Tempo ebenso.
Auf den letzten zehn Kilometern war ich froh, mich gegen die Idee entschieden zu haben, mit zwei Autos in die Eifel zu fahren, damit ich den Porsche mitnehmen kann.

Zum Glück ist es mir gelungen, die Jungs sicher in den heimischen Stall zu bringen.
Jetzt liegen Zweibeiner nebst Hund auf der gemütlichen Couch und wünschen warme und trockene Weihnachten, sowie immer genügend Grip!

Der beste Mann der Welt

Wir hatten eine schreckliche häusliche Krise.
Gestern ist das Lieblingshundespielzeug von Moses versehentlich über den Zaun zu den Nachbarn geflogen.
Moses kann ohne dieses Spielzeug nicht sein.

Mehrfach am Tag weint er, damit wir es für ihn werfen.
Als es gestern jenseits des Zauns gelandet war, war er mit den Nerven vollkommen am Ende.
Ich auch.

Denn es war das Grundstück der extrem ekligen Nachbarn.
Einfach Klingeln ging also nicht.
Die Internetrecherche ergab: ausverkauft.
Hund und Anne waren am Boden zerstört.

Und was macht der beste Mann der Welt?
Bietet an, bei Familie Armleuchter zu klingeln und um Rückgabe zu bitten!
Der wackere Dr. fürchtet weder Tod noch Teufel.
Zum Glück haben wir die Sache anders lösen können.

Wie jeden Samstag waren wieder die (Schwarz-)Handwerker im Garten der Nachbarn.
Der Dr. hat um Hilfe gebeten und im Porschefahrerhaushalt hat wieder alles seine Ordnung.
Der Hund ist happy und ich habe den mutigsten Mann von allen.

Jetzt können wir uns zurücklehnen und Kekse essen 🙂
keks

Porschefahrer eben…

BoxsterfahrerInnen sind eine schlimme Plage.
Trifft man sie alleine, sind diese „Der Boxster ist der bessere Elfer“-Schwafeleien ja schon schwer genug zu ergtragen.
Richtig übel wird es, wenn sie sich gegenseitig auch noch in ihrem Wahn anstacheln.

Fassungslos musste ich heute mit anhören, wie meine Freundin und der Dr. mit ihren kläglichen Kleinporsches angaben: „Kommt besser um die Kurve als jeder Elfer…“.
Gähn.

Da lob ich mir die Carrera-Fahrer!
Wir haben ein Auto, das so astrein ist, dass sich jegliche Angeberei erübrigt.
Der Wagen ist statement genug, nicht nötig viele Worte zu machen.
Und wir haben ein Auge für Formen!

Schreibt Jim.
Mein Porschefreund, mit dem ich Badbilder ausgetauscht habe.
Und siehe da, nicht nur bei der Wahl des Porsches herrscht harmonische Übereinstimmung, auch Armatur, Waschbecken und Drückertaste sind bei Elferfahrer wie Elferfahrerin übereinstimmend.

Wir sind es, die wissen, welche Form gut ist 😉