Working at the car wash

„Some of the work gets kinda hard
This ain’t no place to be, if you planned on bein‘ a star“
Rose Royce hat es erfasst.
Autowaschen ist harte Arbeit.

Dennoch ab und an fällig.
Um mich vor dem Schreibtisch zu drücken, bin ich heute mit dem Carrera zum Autowaschen gefahren.
Ganz klar habe ich dafür keine sonderliche Begabung und es macht mir auch keinen Spaß.

Ich habe die Sammlung an Autobade-Utensilien gepackt und mäßig erfolgreich gegen festgefressenen Bremsendreck und blutige Insektenleichen gekämpft.
E-kel-haft.
Sähe er jetzt wenigstens sagenhaft sauber aus, hätte ich noch sagen können, dass sich der Kampf gelohnt hat, aber ich lege offenbar zu wenig Ehrgeiz an den Tag, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.

Dennoch habe ich meinen Ausflug in einem neuen Video festgehalten und am Wochenende mache ich schöne Fotos von meinem sauberen Schatz.

 

Der kleine Porsche

Gerade telefonierte ich mit einer Kundin, mit der ich vor vier Jahren das letzte Mal gearbeitet hatte.
Wir sprachen darüber, wie es uns in der Zwischenzeit ergangen ist und sie fragte:
„Haben Sie noch immer den kleinen Porsche neben dem Buddha stehen?“

Den hatte ich ganz vergessen.
Damals hatte ich gerade meine neuen Geschäftsräume bezogen und ein Porschemodell parkte nenben einer Buddha-Statue auf einem Regal.
Offenbar war ich damals der Überzeugung gewesen, diese ungewöhnliche Deko-Kombination könnte mich meinem Traumwagen näher bringen.

Hat ja offenbar auch irgendwie geklappt…
Ich bin immer wieder erstaunt, was sich meine Kunden alles merken.
Sie hatte den kleinen Porsche all die Jahre nicht vergessen und hat sich sehr gefreut, dass ich jetzt einen großen habe.

Ich erlebe immer wieder witzige Dinge mit meine Kunden.
Letzten Samstag bin ich unbemerkt von einer Kundin beim Bettenkauf samt Probeliegen mit dem Dr. beobachtet worden.
Das hat sie wohl tüchtig amüsiert, mich mal in einer ganz anderen Rolle zu erleben, peinlich, peinlich.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Otmar Alt und der Porschesitz aus meinem Kinderzimmer

Mein Vater war sehr kunstinteressiert und meine Eltern haben meine Kinderzimmertür als ich klein war mit einem Poster von Otmar Alt dekoriert.
In diesem abstrakten Werk gab es inmitten der bunten Flächen eine schwarze Form, die mich als Kind sehr an einen Porschesitz, von der Seite aus betrachtet, erinnerte.

Das Poster existiert schon seit Jahrzehnten nicht mehr, es war irgendwann ganz schön mitgenommen nach Jahren an der Tür eines wilden kleinen blonden Mädchens.
Aber als ich heute einen Carrera RS von 1979 im Internet betrachtete,
haben mich seine Sitze sofort an meinen Otmar Alt erinnert.
Schwarz und in diesem typischen Profil gebogen.

Ich habe dann im Netz nach Bildern von ihm gesucht, aber das von meiner Kinderzimmertür war nicht dabei.
Weiß jemand, welches ich meine?

 

Glanzlos

Mir geht es wie meinem Porsche.
Uns beiden fehlt es etwas an Glanz.
Der schwarze Prinz benötigt demnächst mal wieder ein Vollbad.
Ich bin zwar sauber, aber der Alltag ist so glanzlos.

Das ist vermutlich das Wesen des Alltags.
Dennoch hadere ich damit.
Seit zwei Tagen arbeite ich wieder und finde das Leben fad.
Ausgeschlossen, nach drei Tagen den nächsten Urlaub zu nehmen.
Der Glanz muss also in den Alltag.

Aber vor allem muss die Arbeit erledigt werden und danach die häuslichen Pflichten und danach bin ich platt.
Zuviele Kurzstrecken für den Elfer und zu wenig Freizeit für schöne Touren.
Ich könnte eine Aufmunterung gebrauchen.

Eine Einladung zu einer tollen Veranstaltung, auf die man sich dann lange freuen kann wäre genau das Richtige.
Auf der anderen Seite kann ich froh sein, dass es mir so gut geht, dass ich überhaupt über Glanzlosigkeit lamentieren kann.

Dennoch, morgen früh werde ich erwartungsfroh in den Briefkasten gucken.
Wenn dann ein Brief von den Stadtwerken drin ist, oder ähnlicher Alltagsmist kann ich für nichts garantieren…!

Nachtrag – am nächsten Morgen:
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Aaaaargh! Krankenkasse und Versicherung!! Alltagsmist!!!

 

Das Traumfahrzeug

Eine Frau braucht Träume!
Man könnte meinen, dass ich mit einem Carrera in der Garage wunschlos glücklich bin.
Aber meine Seele ist eine kleine Raupe Nimmersatt und da gibt es noch dieses andere Auto, das ich begehre…

Letzte Woche habe ich es wieder einmal besucht.
Beziehungsweise seine häßliche Schwester.
Als es noch eine schönere Farbe hatte, hat mich das Begehren fast aus den Schuhen geworfen.
Letzte Woche hatten sie einen ganz furchtbaren weißen Lack mit buntem Schimmer drin als Wagenfarbe ausgewählt.

Mir war schon klar, dass Farbe unglaublich viel vom visuellen Eindruck prägt, aber wer hätte gedacht, dass es so krass ist?
Obwohl dieser türkise Elfer, den ich mal für eine Probefahrt hatte, auch echt übel aussah…
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Egal!
Wenn kein Wunder passiert, werde ich mir ohnehin nie einen leisten können.
Aber alle paar Monate, wenn ich in der Nähe des Autohauses bin, gehe ich ihn besuchen und begehre ihn.
Wenn Ihr wollt, könnte Ihr zugucken.

Und bald, am Ring, werde ich seinen wunderbaren Motor auch wieder hören.
Rrrrrrr!

Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen

Es ist unglaublich.
Der Dr. kennt sie alle nicht.
Die großartigen Schlager der 70er.
Zum einen ist er erst Mitte der Siebziger geboren, zum anderen nicht in Deutschland aufgewachsen.

Und er kann dann immer ganz viele Bemerkungen/Witze nicht verstehen, weil er einfach nicht weiß, woher die Redewendungen kommen:

  • Mit 66 Jahren
  • Griechischer Wein
  • Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen
  • Tränen lügen nicht

Zu seinem Grauen gebe ich ihm beim Frühstück Nachhilfe und spiele ihm die Stücke auf youtube vor.
Das hatte er sich auch anders erträumt, als er sich einen Porsche kaufte und die porschefahrende Blondine eroberte…

Momentan holt er also eine Jugend im Deutschland der 70er nach.
Er war 16 und ich 31…

 

Unbeschreiblich weiblich

Wir liegen abends im Bett, der Dr. liest, ich gucke youtube.
Bei dem Sound eines launch control Starts mache ich glückliche Geräusche, der Dr. schüttelt den Kopf und murmelt etwas von „pubertär“ in seinen Krimi.
Ich hingegen finde den Sound nur sexy und höre ihn mir noch einige Male an.

Mein Porsche kann das nicht, wir legen eine kurze Jim Knop-Gedenkminute ein, da zahlt sich Sport Chrono eben doch aus…

Am nächsten Morgen beim Frühstück bin ich besessen von der Frage, ob die Lamborghini Bremssättel-Farben eine Bedeutung haben, wie bei Porsche.
Sofort muss ich auf meinem Notebook herumhacken, um zu recherchieren.
Mir kommt der Gedanke, ob ich mich für eine Frau nicht mit sehr eigenartigen Dingen beschäftige.

Dann aber denke ich, wir müssen einfach unser Konzept von  Weiblichkeit verändern.

Neulich habe ich den Dr. gefragt, ob an mir irgendetwas Männliches sei.
Er hat gelacht und gesagt, dies sei überhaupt nicht der Fall.
Somit ist von medizinischer Seite bestätigt, geiler Startsound und Bremssattel-Farben sind Frauenthemen!

Udo Lindenberg und ich

Mich verbinden mehr Dinge mit Udo Lindenberg als man für möglich halten könnte.
Nicht nur hatte mein Vater seine Musik im Auto,
seine Familie und meine kommen aus derselben Stadt,
er ist mit meiner Lieblingstante in eine Klasse gegangen und wir beide lieben und fahren Porsche.
Sein Turbo ist allerdings flotter unterwegs als mein Auto mit seinen 385 PS.

Er hat seinen ersten gekauft, als auch ich täglich Porsche fuhr,
(genauer gesagt im Porsche in den Kindergarten kutschiert wurde,…) 1973.
Meine Tante, seine Klassenkameradin lebt inzwischen nicht mehr in Deutschland, freut sich aber immer, wenn man ihr von Udo erzählt.
Es hat mich immer amüsiert, dass sie einen ganz ähnlichen Humor hat wie er.
Vielleicht typisch für diese Generation?

Neulich waren wir noch einmal in der Stadt, in der Udos und meine Wurzeln liegen.
Ich bin dort nicht mehr oft und ich glaube, auch er lenkt seinen Zuffenhausener eher in andere Gefilde.
In der Gegend sind die Leute nicht sonderlich autoverliebt, dort fährt man ausgesprochen viel Fahrrad…

 

 

72

Gerade hat der Dr. mal wieder gerechnet.
Es sind noch 72 Tage, bis die VLN wieder anfängt.
Und damit die Zeit, in der wir dauernd am Ring sein müssen.
Die Temperaturen sind frühlingshaft und wir holen im Garten Arbeiten nach, die wir im Rennfieber des Herbstes verschludert haben.

Froh habe ich ihm mitgeteilt, dass unser Toaster kaputt ist.
Wir beide dachten sofort: endlich! Jetzt  haben wir eine 1A Ausrede, den Toaster zu kaufen, der Nürburgring-Motive ins Brot brennt.
Mit dem flirten wir schon länger.

Allerdings nicht nur wir, wie es aussieht.
Die Dinger sind am Ring ausverkauft!
Man sollte meinen, dass die froh sind, über jeden Euro, den sie in die chronisch unterfüllten Kassen kriegen können, aber jetzt gibt es bis März keine Nürburgring-Toaster mehr.

Unsere Porsches sind beide weit weg, weil das Rennrad des Dr. nicht reinpasst und das musste mit.
Vermutlich fühle ich mich deswegen irgendwie leer und unruhig.
Ich bin auf Entzug.

Meine Lambo-Frage hat noch niemand beantwortet.
Entweder der Rest der Welt fühlt sich auch irgendwie leer, oder wir haben alle gleich wenig Ahnung von Lambo-Bremsen… 🙂

Lambo-Quiz

Gestern war er wieder da.
In der Tiefgarage vom Nürburgring.
Der russische Lambo, dieses Mal ist er der Star vom aktuellen Video.
Unglaublich, auch ihn wollte sich so ein windiger Händler unter den Nagel reißen…

Bei strahlendem Sonnenschein waren wir ans Brünnchen unterwegs, wunderbarer blauer Himmel und eine Route, wie sie schöner kaum sein könnte: Eifel, Porscheparadies!

Man kann sich überaus glücklich schätzen, wenn man solche Strecken vor der Tür hat.
Keine Notwendigkeit, nervig irgendwo in Urlaub zu fliegen, Schlafen im eigenen Bett.

Allerdings lassen es die Temperaturen nicht zu, den Boxster zu öffnen, bei einstelligen Gradzahlen wäre ich dafür aber auch eindeutig nicht hart genug.
Noch sind Frühling und VLN-Sainsonstart zwar weit, aber bei solchem Wetter lässt es sich schon ganz gut aushalten!