Fahr schon mal den Fluchtwagen vor!

Neun Uhr abends und noch immer 25 Grad.
Nach einem schnellen Höflichkeitsgetränk mit den Kunden laufe ich zurück zu meinem Zimmer.
Hinter den Wolken am hellblauen Abendhitzehimmel bricht die Sonne hervor.

Ein schönes Bild.
Die alten Gemäuer und Gartenanalgen sind wunderschön, aber als ich am Porsche vorbei gehe, will ich nur eins: weg.
Am liebsten sofort.
Kloster
Mir war gar nicht klar, wie gut ich es normalerweise habe.
Die meisten meiner Kunden sind ausgesprochen nett.
Da ist man völlig verblüfft, wenn man unerwartet mal wieder so einem zünftigem Blödmann gegenüber sitzt.

Ich weiß nicht, wie oft ich während dieser Dienstreise die Tage gezählt habe, bis es vorbei ist.
Das erinnert mich an Schulzeiten.
Dieses Gefühl, dass die Stunde absolut nicht enden will…

„Nur noch heute, und der Rest von morgen“ ist zu meinem Mantra geworden.
Heute ist gleichzeitig Bergfest meines Dienstreisemarathons.
Mir ist nicht festlich.
Ich will in die Eifel und ohne irgendjemanden, der etwas von mir will, an die Strecke und Autos gucken. Motoren hören, schöne Manöver sehen, nix machen müssen,mich frei fühlen.

Aber heute noch und den Rest von morgen bleibt der Fluchtwagenschlüssel in der Handtasche.

Nerventonikum Carrera

Die Dienstreise nimmt gefühlt kein Ende.
Die Kunden sind träge, und obwohl die Kulisse zauberhaft ist, möchte ich zu meinen Lieben nach hause.
Ich war zuviel weg, in den letzten Wochen.

Heute Nachmittag hatte ich den Papp richtig satt.
Zum Glück besann ich mich der eindringlichen Worte meiner Porschefreunde, der Harz sei ein gutes Porsche-Revier.
Nach dem Essen schnappe ich mir meinen Kollegen und wir steigen in die schwarze Schönheit.

Sobald wir Wernigerode hinter uns gelassen haben, kommt eine schöne Waldstrecke.
Viele Kurven, alte Bäume, ein mäandernder Bach zu unserer Rechten.
Mit jedem Kilometer wird der Kopf freier und das Herz leichter.
Auf dem Rückweg führt das Navi uns auf die Autobahn, und ich lasse ihn losfliegen.

Mein Kollege attestiert ihm ein „sonores Brummen“, wir lauschen, er brummt, mit knapp 200 ist die Fahrt schneller vorbei, als es dem Kollegen lieb ist.
Und ich hab wieder Kraft für den nächsten Tag.
Porsche gut, alles gut.

Der Gottesbeweis- oder: Pipi machen mit Hells Angels

Ich hab ihn tatsächlich genommen.
Den Porsche, für die Reise in den Harz.
Es hat mich überrascht, dass man nach vier Stunden Fahrt so erholt aus einem Sportwagen steigt.
Die Sitze sind wirklich gut.

Die Fahrt begann schon einen halben Kilometer von zuhause mit einem grinsenden Elferfahrer, der mir entgegen kam.
Im Radio hörte ich dann die Stimme meines Freundes Bastian.
Schön, er hatte Sendung, und ich konnte mit ihm fahren.

Nach der ersten Stunde meldet sich die Blase, der Frühstückskaffee will raus.
Also Boxenstopp.
Leicht besorgt lasse ich den Porsche stehen, und eile in die Raststätte.
Neben mir ein Auto mit Herrn im Hells Angels-T-shirt.

Tragen die nicht eigentlich Westen?
Und fahren Motorrad??
Ansonsten hatte er sich aber viel Mühe gegeben, mit der martialischen Erscheinung.
Gaaaanz kurze Haare, Bart und großen Ring im Ohr.

Für 70 Cent teuer Pipimachen und weiter ging es gen Osten.
Je näher ich dem Ziel kam, desto größer wurden meine Parksorgen.
Der Parkplatz hier ist so weit weg von den Gebäuden.
Aber dann geschah mein persönliches Parkwunder!

Ich hatte wenig Hoffnung, dass man mich auf dem Klostergelände parken lässt, wo wir momentan tagen.
Kloster und Luxus-Schlitten passt nicht so richtig.
Oder vielleicht doch?

Bei meiner Ankunft traf ich eine Dame aus der Hauswirtschaft.
Sie fragte ich, ob es denn vielleicht irgendeine Möglichkeit gäbe…
Und was tut diese wunderbare Frau?
Zeigt auf ihren schmucken BMW, der einen (vermutlich den einzigen) Parkplatz auf dem Gelände hat.

Sagt, sie könnte es völlig verstehen, dass ich mir Sorgen mache.
Sie hätte auch Spaß an einem Porsche und ich dürfe für die Dauer meines Aufenthaltes ihren Platz haben, sie würde dann anderswo parken!
Es gibt einen Gott!

Und der ist eine autobegeisterte Frau :-))))

 

 

 

Das falsche Auto

Ich bin auf Dienstreise in der Eifel.
Der Kofferraum der C-Klasse war bis oben hin gefüllt.
Salat-, Kürbis-, Zucchinipflänzchen und Saatkartoffeln für den Eifelgarten.
Dazu mein Dienstreisekram.

Keine Chance, nicht den Kombi zu nehmen.
Schade, ich hätte Lust auf den Porsche gehabt.
Momentan blüht hier der Ginster, mein Nick-Namensgeber.
Die Straßen sind leer, die Natur überrascht mich auch noch nach so vielen Eifeljahren immer wieder mit ihrer Schönheit, und ich würde gerne einfach fahren.

Aber das Geschäft muss laufen und stattdessen lenke ich das Vernunftsauto auf den Hotelparkplatz.
Einer meiner Kunden ist bereits da.
„Guten Morgen! Das ist aber das falsche Auto!“ begrüßt er mich fröhlich.

Er selbst ist auch Autoliebhaber und lässt gerade seinen japanischen Sportwagen tunen.
Ich bin verblüfft, wie wenig egal meine schwarze Schönheit meinen Kunden ist.
Am Montag sagte noch die Geschäftsführerin, bei der ich um einen sicheren Parkplatz gebeten hatte, am Telefon: „Wir haben sie wegfahren sehen. Das ist aber wirklich ein toller Wagen.“

Stimmt. :-)))

 

Blondine oder Hund?

Der Dr. stellt sich mit seinem Boxster ja nicht so an.
Er prügelt ihn fröhlich durch alle Alltagssituationen.
Also gab es auch kein Zögern, den Hund (allerdings in der Transportbox) auf den Beifahrersitz zu schnallen.

Hund geht.
Blondine auch.
Aber nicht beides.
Ist eben ein echter Junggesellen-Porsche, so ein Boxster.

Und dabei waren die gemeinsamen Boxstertouren immer so schön.
(aus mir unbekannten, paranoia-bedingten Gründen, fahre ich den Elfer lieber alleine. Ich mag Beifahrer einfach nicht, die womöglich irgendetwas anfassen, oder dreckig machen, oder ihren Kopf anlehnen…)

Wenn wir dem Dr. auf die Nerven fallen, sagt er Terrorblondine oder Terrormops zu uns.
Und wahrscheinlich haben die Konstrukteure in Zuffenhausen recht.
Ein Porsche soll Männer glücklich machen, da ist zuviel Terror kontraindiziert.
Aber so ganz ohne romantische Feierabendtouren fehlt mir etwas.

Was Frau nicht alles tut…

Der Porsche MUSSTE sicher parken.
Also Mail an den Kunden:
„Lieber Herr…
ich komme morgen mit einem Auto, das ich ungern auf der Straße parken würde. Kann ich es bei Ihnen hinter dem Gebäude parken?“

Komme mir leicht bescheuert vor.
Insbesondere, da der Kunde eine soziale Organisation ist, wo niemand Sportwagen fährt.
Antwort des Kunden: „Kein Problem, fahren Sie einfach auf den Hof. Ich frage mich, ob ich den falschen Job habe. Das Auto will ich sehen. :-)“

Eigentlich handhabe ich sowas lieber dezenter…
Später zurück im Tagungshaus scherzt ein Teilnehmer meiner Veranstaltung, er hätte jetzt gerne den Schlüssel für den Porsche zurück und hält froher Erwarung die Hand auf.
Natürlich bleibt der Schlüssel, zusammen mit seinem Ersatz, wie immer in meiner Tasche.

Und immer, immer beim Parken die Sorge vor Tür-Macken.
Aber die Fahrten mit der schwarzen Schönheit entschädigen für all die Sorgen.
Und wenn ich ihn dann  so stehen sehe.
Es ist einfach ein Anblick, an dem ich mich nicht satt sehen kann.
Da schreibt Frau schon einmal peinliche Mails an Kunden…

Huch!

Der Elfer und ich sind auf Dienstreise.
Er sieht aus wie Sau.
Blütenstaub, Insekten, ein Bild des Jammers.
Und zeitlich absolut keine Chance, ihm in nächster Zeit eine Handwäsche zu verpassen.

Zu meiner eigenen Überraschung habe ich mich dabei ertappt, dass ich mit dem Gedanken an einen Waschstraßenbesuch liebäugelte.
Geht das überhaupt, mit den breiten Reifen?
Und der Lack??

Vorerst bleibt er dreckig.
Die wahre Gefahr lauert morgen.
Ich habe abends noch einen beruflichen Termin bei einem Kunden in einer echt fiesen Gegend.

Als ich die Autowahl für die Dienstreise traf, hatte ich nur gedacht, „Super endlich eine Chance den Porsche zu nehmen!“.
Die Freude darüber muss mein Hirn vernebelt haben, an diesen Termin hatte ich nicht mehr gedacht.

AAAAAAANGST!
Porsche-Paranoia de luxe.
Drückt dem schwarzen Prinzen und mir die Daumen!!!

Bremsweg

Normalerweise laufe ich hochtourig.
Es gibt, mit Job und zwei großen Gärten, immer so viel zu tun, dass es anders nicht zu bewältigen ist.
Die to-do-Liste diktiert die Taktzahl.

In letzter Zeit stehe ich viel rum, und warte, dass der Welpe sein Geschäft erledigt.
Das ist gar nicht schlecht.
Um mich auszubremsen muss schon eine große Liebe auf die Bühne meines Lebens treten.
IMGP1200
Aber er bremst eben nicht nur.
Er ist schneller als jeder Elfer.
Zweimal habe ich ihn schon aus dem Teich gefischt, in den er gefallen war.
Hinrennen, rausfischen, warm abduschen, trocknen, sich selber trocken anziehen…
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Der Dr. spricht von den glücklichen Zeiten vor dem Mops.
Dabei hat er es gut.
Während ich hundebedingt nur noch C-Klasse fahre, hat er heute den Mops samt Transportkorb in den Boxster bugsiert.

Beim Tierarzt traf ich eine Frau mit 964er.
Die schaffte sogar zwei Hunde in ihrem Porsche, einer davon ein Riesenschnauzer.
Respekt!
Porschefahrerinnen, die zugleich Hundebesitzerinnen sind, kommen schnell ins Gespräch im Wartezimmer.

Übermorgen gehe ich auf Dienstreise.
Der  Welpe bleibt beim Dr. und ich brenne durch.
Endlich wieder mit dem Elfer auf die Bahn… 🙂

Porsche, nicht Porno!!

Es darf nicht wahr sein.
Welchen Suchbegriff zeigt mein Programm mir an?
„Pornodreh in Eifel“ sucht jemand, und landet bei mir.
Was für komische Sachen suchen die Leute da eigentlich?

Wie muss man sich das vorstellen, Paar macht unanständige Sachen auf Waldweg? Im Steinbruch? Auf der Kuhweide? An der Nordschleife?
Lassen wir das.
Kommen wir zu seriöseren Themen!

Möpse.
Oder besser gesagt nur einer.
Und der ist noch ein Baby.
Mops

Er ist 10 Wochen alt, eine absolut hyperaktive kleine Herzensbrecher-Nervensäge.
Und wenn alles gut geht, wird er der neue Mann in meinem Leben! 🙂
In den Porsche darf er aber nicht…

 

Eine Frage der Ehre

Selbständige überlegen es sich gerne drei mal, bevor sie mit dem Porsche beim Kunden auf den Hof fahren.
Will man doch Neid und alle Gedanken Richtung „Wegen Reichtums geschlossen“ tunlichst vermeiden.

Vorgestern und heute war ich beim den Kunden aus „Der kleine Porsche„.
Gestern mit C-Klasse: empörte Frage: Wo ist denn der Porsche?!“
„Wir haben hier einen großen, videoüberwachten Parkplatz, jetzt sind wir aber enttäuscht…“
Ups.

Heute dann also mit dem Elfer hin.
Ehrensache.
Als ich nach Feierabend einstieg, standen Geschäftsführer und Prokuristin vor der Tür.
Noch ein paar lezte Worte werden gewechselt, dann drehe ich den Schlüssel im Zündschloss.

Satt röhrt der Prinz auf, und beide nicken synchron.
Körpersprache, die Bände spricht.
Ich grinse und lasse meinen rechten Fuß aufs Gas sinken.