Dienstreise mit der Bahn

Ich bin wieder einmal auf Dienstreise.
Das Spritgeld will verdient sein.
Leider arbeite ich an einem Ort mit extrem wenig Parkplätzen.
Also reise ich mit der S-Bahn an.

Schmutzig, unzuverlässig, komisch riechende Mitfahrer, wenig Komfort… Hölle.
Ein Königreich für die Anreise im Individualverkehr.
Aber zumindest ökologisch kann ich meine Hände in Unschuld waschen.

Neulich habe ich auf einer Dienstreise Porschefreunde besucht.
So unterschiedlich wir Porschebesitzer auch sind, was uns alle verbindet, ist eine mehr oder weniger umfangreiche Sammlung von Autofotos, gerne auch aufgehängt, Motor-Klassik-Kaffeetassen, Autobüchern, Automodellen, Postern, Blechschildern…

Hierbei spielt es übrigens keine Rolle, ob es sich um einen Porschebesitzer oder eine Porschebesitzerin handelt.
Autonarren haben offenbar alle auch Auto-Accessoires.
Neulich habe ich das erste Mal Modelle in 1:8 gesehen.

Und dann gibt es da noch ein echtes Neidobjekt.
Ein Beistelltisch aus einer Felge, mit Glasplatte, von unten beleuchtet.
Der steht bei Ute und Markus und sieht super aus.

In einer Stunde geht es zurück in die S-Bahn.
Während der Arbeit läuft mein Bildschirmschoner mit Porsche-Fotos auf dem Notebook.
Wenn ich in der Ferne müde auf den Bildschirm blicke, guckt er zurück, mein wunderschöner schwarzer Prinz in der Heimat.

Papa geht shoppen – eine Kindheit mit Porsche

Vor fast genau 43 Jahren ist mein Vater einkaufen gefahren.
Ich war zur Welt gekommen und das Kinderzimmer war noch nicht möbliert.DSCF1601
Das konnte nicht so bleiben und daher fuhr Papa zu Baby Kochs.
Im Porsche.

Da gingen natürlich nicht so richtig viel Kinderzimmermöbel rein.
Vermutlich ist es nur durch den Glücksrausch des stolzen neu-Vaters zu erklären, dass er auf eine wahnwitzige Idee kam.
Er hat damals seinen Porsche als Pfand da gelassen und sich einen der Transporter der Firma geliehen.
Scheint aber gut gegangen zu sein, der Tausch zurück hat geklappt, und drei Jahre später hat er mich dann im Porsche in den Kindergarten gefahren.

Weitere drei Jahre später saß ich auf der Rückfahrt von der Uniklinik mit frischem Gipsarm wieder in diesem Porsche.
Ich war hingefallen und mein Unterarm war gebrochen.
Mein Vater, von dem ich die Ungeduld geerbt habe, wollte nicht warten, bis der Gips ausgehärtet ist und kündigte stattdessen drakonische Strafen an, falls mein nasser Gips den Porsche berühren würde.

Das war ganz schön lieblos.
Immerhin war ich erst 6 und mein Arm tat weh.
Aber ich erinnere mich, wie schön der Schnee aussah, als ich, den Arm verzweifelt vom empfindlichen Porsche-Interieur entfernt haltend, durch die Windschutzscheibe blickte.
Papa fuhr nämlich schnell und die Flocken flogen mir nur so entgegen.

„Porsche im Schnee?!“ geht es mir heute durch den Kopf.
War der wahnsinnig?
Wahnsinnig würde uns heute auch vorkommen, ein Kind einfach so, ohne irgendwelche Kindersitze auf den Beifahrersitz zu packen.

Aber so war das in den Siebzigern.
Heute sitze ich vorne links, denn irgendwie hat mir das Gefühl Porsche immer verdammt gut gefallen…

Lektion in Demut

Nach einem sehr schönen Nachmittag mit Bastian bin ich auf dem Rückweg zum Auto.
Es ist kühl und nieselt leicht, ungemütlich.
Hustend ziehe ich mein Tuch enger um meinen Hals.
Als ich an der Deutschen Bank vorbei komme, höre ich einen zweiten Husten unter dem Dach hervorkommen.

Ein obdachloser Mann schlurft hustend zurück zu seiner Decke, die unter dem Vordach der Bank liegt.
Was für ein Kontrast.
Ich habe die letzten Stunden mit leckerem Essen im Warmen verbracht, und bin unterwegs zu meinem Porsche.

Ich werde in dieses Luxusauto steigen, es hat Ledersitze und die Musik kommt aus zig Boxen.
Dann werde ich nach hause fahren, dort wird bald auch der Mann sein, den ich liebe und der mich liebt.
Wie gut es mir geht.
Und wie leicht man vergißt, wie gut man es hat…

Heiliges Blech

Allerheiligen.
Der November beginnt grau und nass und entspricht damit den klassischen Klischee.
Der Dr. muss arbeiten und ich habe den Vormittag auf der Couch herum gelungert, bis sich mein Freund Bastian meldete, und wir uns zum Essen verabredet haben.

Wunderbar!
Gesellschaft und eine gute Möglichkeit den Porsche aus der Garage zu holen 🙂
Vorher muss die Fahrerin allerdings noch gesellschaftsfähig werden.
Raus aus den Kuschelklamotten und rein ins Bad.
Wer ist die blasse, augenschattige Frau im Spiegel?!

Heute muss die teure Gesichtscreme ran, die ich aus München mitgebracht habe…
Das Wetter kann mich mal, ich ziehe die weiße Jeans an und die Bluse, die ich damals trug, als ich den Dr. zum ersten Mal zum Kaffee getroffen habe.
Bastian betreibt sicher zur gleichen Zeit keinen solchen Aufwand, er ist einer dieser naturschönen Menschen, die immer gut aussehen.

Auf einer meiner Cremtuben steht „energy boosting“.
Da meine Gesichtsfarbe danach nicht mehr grau ist, scheint es tatsächlich zu funktionieren.
Endlich kann  es losgehen.

Das Wetter ist noch immer ungemütlich, hoffentlich bleiben die anderen alle zuhause und sind die Straßen frei.
Ich will heute ein bißchen Spaß mit der schwarzen Schönheit haben… 😉

Porsche-Marketing

Ich bin selbständig und da macht Frau sich natürlich auch Gedanken, über Wege der Kundenakquisition.
Neulich am Brünnchen konnte man eine interessante Variante der Werbung sehen:
DSCF1583
Da parkt ein Anwalt seinen 11er am Brünnchen und hat auf dem Kofferraumdeckel fett einen Werbeaufkleber für seine Kanzlei.
Inklusive Notfall-Mobilnummer!
Wenn die Kundschaft jemanden für Strafverteidiung und Wirtschaftsrecht benötigt, braucht man solche Servicenummern vermutlich…

Einerseits gar keine blöde Idee.
Während der Fahrer schön Rennen guckt, akquiriert der Porsche Kundschaft, nach dem Motto „Rennsport-Fan-Cash in Rennsport-Fan-Täsch“.

Aber Herr Anwalt, sowas macht man einfach nicht.
Man klebt sich doch nicht so fiese Werbeaufkleber auf einen 11er!
Das ist ein Sakrileg!

Man sollte Sie enteignen, Ihr Porsche kann dann gerne bei mir im SOS-Porschedorf leben.

Sexobjekt – Sexual Objectification

Gestern hatte ich den Porsche genommen, und noch kurz an der Werkstatt angehalten, um eine Rechnung zu bezahlen.
Der Werkstattchef und ich standen neben der schwarzen Schönheit und sprachen über sie, während um uns herum der normale Werkstattbetrieb weiter lief.

In dieser Zeit kamen drei Männer mit ihren Autos auf den Hof gefahren.
Alle mit Kleinwagen.
Es gibt für mich nur noch eine Steigerung von „unsexier“ als ein Kleinwagenfahrer.
Das ist ein Mann mit Kind (und Kleinwagen…, hahaha!)

Jajajajaja, alles sehr oberflächlich, schon klar.
Aber so ist es nun mal.
Kleine, langsame Autos finde ich immer irgendwie fies.
Ich weiß nicht, warum ich sie bei Männern noch schlimmer finde, als bei Frauen.

Alle diese Männer starrten mich an.
Nicht weil ich selbst so umwerfend wäre.
Sie hätten mich vermutlich keines Blickes gewürdigt, wäre ich nicht die Frau mit dem Porsche gewesen.

Glauben die, ich merke nicht, dass sie starren?
So wird man sexy, ohne gemeint zu sein.
Macht das Spaß?
Eher nicht.

Yesterday I parked the Porsche at the garage to pay my bill.
While chatting with the boss, I was being stared at by several unsexy men, all of them driving small, slowish cars.

They were not exactly staring at me.
They meant the woman with the Porsche.
Did they think, I would not notice their overt staring?

That way you become sexy without being noticed as a person.
The sportscar as a means of sexual objectification.
Is that fun?
Not exactly.

Porsche – nicht Panther…!!!

Heute habe ich etwas gekauft, das ich zum letzten Mal vor ca. 30 Jahren gekauft habe.
DSCF1302
Irgendwo hatte ich gelesen, dass jetzt Porschemodelle in Überrachungseiern sind.

Ich kaufe also so ein Ding, packe es aus, und muss feststellen, die haben das gelbe Innenei verändert. Es hat jetzt ein Scharnier.
Spiel, Spaß, Spannung, gleich kommt der Porsche!
DSCF1303
Was ist das denn, die Farbe stimmt, aber ansonsten??

Offenbar sind die Kinder heute noch grobmotorischer, als wir damals.
Das Basteln beschränkt sich auf ein simples Ineinanderstecken von zwei Teilen, die aussehen, wie Stecker und Steckdose.
Und schon steht er da:
DSCF1304
Mist!
Offenbar hat das Motto gewechselt.
Statt Porsche hab ich jetzt nen Panther.
Na, das hat ja mal hervorragend geklappt…

Ganz so einfach ist es dann doch nicht…

Gestern sprach ich noch einmal mit meinem Werkstattchef.
Das ist der Mann, der seinen Porsche verkaufen wollte.
Wir sprechen über Räder und sein Blick schweift in die Ferne.

Er überrascht mich: „Ich hab überlegt, ob ich ihn nicht doch behalten soll…“

Mein Weltbild macht wieder Sinn.
Klar, ich hatte angenommen, dass man in seiner Entwicklung auf dem Weg zur Weisheit vielleicht doch das Stadium der Porschebedürftigkeit hinter sich lässt.

Auf der anderen Seite konnte ich es mir nicht vorstellen, dass man sich so leicht von Lebensträumen lösen kann.
Und offenbar ist es ganz so einfach dann doch nicht, seinen Porsche zu verkaufen.

Aber irgendwie finde ich es ganz passend.
Große Schritte im Leben dürfen ruhig etwas schwerer sein.
Das verleiht unserer Existenz Tiefe.

Ich hoffe, er findet sein Glück auf vielen schönen Touren.
Im Carrera oder auf seinem Bike.

Porsche Party

Gestern Abend war ich auf der 50 Jahre-11er Party im PZ Dortmund eingeladen.
Ich hatte wieder einen Tag mit dicker Erkältung gearbeitet und war eigentlich nicht optimal partytauglich.
Mit Unterstützung der kosmetischen Industrie und eines kleinen Schwarzen war ich irgendwann bereit zur Abfahrt.

DSCF1267
Am roten Teppich wurde man von diesem charmanten Bus begrüßt.
Sehr schöne Füchse.

DSCF1286
Wie immer eine elegante Erscheinung, „mein“ Verkäufer, Herr Wölfle.

DSCF1281
Aber auch die Gäste hatten sich in Schale geschmissen.

DSCF1299DSCF1276
Bekocht wurden wir von Björn Freitag, sehr lecker!

DSCF1295
Herr Malmedie von GRIP hat moderiert.

DSCF1278
Ausstellungsstücke zur Markengeschichte.

DSCF1293
In einem Passbildautomaten konnte man von sich Erinnerungsfotos vor Porschehintergrund machen, eine nette Idee.

DSCF1285
Gute Musik vor reizvoller Kulisse.
Es war eine gelungene Party, die Spaß gemacht hat.

Leicht verstört war ich durch die Veränderungen des Porschekosmos
DSCF1271 DSCF1287
Viel Catering, wenig cars… hier stehen normalerweise die Porsches in der Werkstatt 😉
Aber ich mag mein PZ auch, wenn es statt Partystätte wieder Autotempel ist.
In Herrn Wölfles Abteilung habe ich einen Boxster für unter 10.000 Euro gesehen.
Spannend, wie günstig ein Porsche sein kann.
Und so abgekämpft sah er trotz der 177.000 auf der Uhr gar nicht aus…

Natürlich nicht!

Das ist die Antwort auf: „Darf ich  mal fahren?“
Das ist auch die Antwort auf: „Darf der Dr. Deinen Porsche fahren?“

Das ist eine Familientradition.
Meine Mutter hat während meiner Kindheit immer moniert, dass sie die Porsches meines Vaters nicht fahren durfte.
Dabei war sie sicher die besonnenere Fahrerin in der Ehe…

Ich mag es noch nicht mal, wenn jemand meine C-Klasse fährt.
Nein, ich bin kein Kontrollfreak!
Im Flugzeug fühle ich ich völlig sicher und als Beifahrerin auch meistens.

Es fühlt sich nur irgendwie falsch an, wenn jemand anderes anders fährt, solange es in meinem Auto ist.
Das klingt wahrscheinlich bescheuert.
Aber es ist die ganze Zeit beunruhigend.

Und bei dem Gedanken, dass jemand meinen Porsche…
…da kriege ich einen sofortigen Atemstillstand!
In meiner Familie ist das nun mal so.
Das liegt in den Genen, da kann man gar nix machen 😉