4 Männer

Mann Nr.1 und ich sitzen im Boxster und fahren durch die Innenstadt.
Natürlich ist die rechte Spur wieder einmal zugeparkt.
Der Spurwechsel wird erleichtert durch Mann Nr.2.
Er lässt uns vor sich rein.

Und fährt dann, als wir am Hindernis vorbei sind, und wieder auf die linke Spur können, rechts neben uns.
Er sitzt in einem wunderschönen Carrera 4S, in schwarz.
Und hat hörbar Sapß an seinem Sportauspuff.

Das bringt Mann Nr.3 und 4 zu höchster Verzückung.
Die beiden, vielleicht sechs oder sieben Jahre vor dem eigenen Führerschein, stehen begeistert vom schwarzen Elfer auf dem Bürgersteig.
Sie starren ihn an und reden ganz aufgeregt.

Als Mann Nr. 2 an der Ampel ordentlich das Gaspedal drückt, habe ich etwas Sorge um die jungen Herren.
Sie sind so hingerissen, dass sie kurz vor einer Ohnacht stehen.
Aber auch mir gefällt der Klang und was ich sehe.

Mann Nr.1 muffelt „pubertär“ in seinen nicht vorhandenen Bart und steuert den Mädchenporsche unauffällig weiter durch die Stadt.

 

 

Mit Leib und Leben

Des Dr. Nachtdienst hat unseren Schlafrhythmus durcheinander gebracht.
So kommt es, dass wir beide in den sehr frühen Morgenstunden des Sonntags wach sind.
Die Jalousie im Schlafzimmer ist oben und in der Dunkelheit sehen wir Scheinwerfer.
Ich bin beunruhigt.

In dieser Straße wohnt niemand, der um diese Zeit aus der Disko nach hause kommt.
Noch dazu lokalisiere ich das Auto direkt vor meinem Carport, und da parkt, relativ ungeschützt, der Boxster.
Nichts hält mich mehr im Bett.

Im Gegensatz zum Besitzer des Boxsters, der weiterhin im warmen, sicheren Bett liegt, sprinte ich die Treppe herunter, um, falls notwendig,
völlig unangemessen bekleidet, mein Leben zur Verteidigung des Boxsters zu riskieren.

Ich starre durch die Tür in die Dunkelheit und sehe ein wendendes Taxi.
Ungewöhnlich, allerdings schon wieder auf dem Rückzug.
Mit kalten Füßen und außer Atem kehrt die Heldin zurück ins Bett.

Party-Aufriß vermasselt

Ich komme mit einem neuen Getränk aus der Küche zurück und lasse meinen Blick beiläufig über das Buffet schweifen.
Der Freund, mit dem ich geplaudert hatte, steht ins Gespräch vertieft mit einem jungen Amerikaner.

Ich stippe ein Nacho in die Tomatensoße und versuche möglichst viel Koriander auf den Chip zu bugsieren, da höre ich den Amerikaner eine Automarke erwähnen.
Das ist ein seltener Glücksfall!
Auf einer Party mit vielen schwulen Männern wird ungefähr so selten über Autos gesprochen, wie in Frauenkreisen.

„Habe ich das Wort Auto gehört?“ mische ich mich ein.
Der amerikanische Herr fragt, ob ich mich für Autos interessiere und mein Freund verdreht grinsend die Augen.
Ich zeige ihm ein Foto vom schwarzen Prinzen, wie er im Sommer wunderschön am Rhein parkt.
Die nächsten zehn Minuten voller Partyseligkeit geht es um deutsche Autobahnen, Überholprestige und Verhalten von Vertretern in A4s.

Ich habe ein etwas schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber.
Es kann sein, dass er mitten in einem Aufriß war, und ich ein Thema vertieft habe, auf das er denkbar wenig Lust hatte.
Also kippe ich den Rest meines Drinks und verabschiede mich ins Bett.

Schöne Party, und so gut, wie mein Freund an dem Abend aussah, bin ich sicher, dass es mit der Eroberung auch noch geklappt hat, trotz unfreiwilliger Benzingespräche…

964-Cabrio

Auf dem Weg zum Kunden.
Ich fahre durch den morgendlichen Berufsverkehr an Düsseldorf vorbei.
Natürlich in der C-Klasse.
Ich weiß ja nicht, wo ich einen Parkplatz kriegen werde.

Da sehe ich es.
Ein 964-Cabrio, es steht im Stau Richtung düsseldorfer Innenstadt.
Für den Rest meiner Fahrt bin ich ganz durcheinander.
Hat der Fahrer/die Fahrerin irgendwo einen sicheren Tiefgaragenstellplatz?
Oder ist die Person einfach relaxter als ich und versteht zu leben?

Auch gleich zur Party nehme ich nicht den Porsche.
Ich weiß nicht, in was für einem Viertel die Gastgeber wohnen, und wie sicher es sich dort parkt.
Bin ich paranoid oder schütze ich so nur den Schwarzen vor so garstigen Kratzern, wie sie der arme Dr. noch immer auf seinem Boxster hat?

Ich habe wenig Hoffnung, dass der 964-Eigner dies hier liest,
aber vielleicht meldet er/sie sich ja und beruhigt mich, dass das Cab sicher parkt und ich nicht völlig übertreibe, mit der Porsche-Schonung…
ich würde meinen ja schon gern öfter fahren.

Inspiration und Begeisterung

Ich liebe Vorträge.
Das Fernsehprogramm hat mich als Konsumentin fast völlig verloren, seit ich das Internet entdeckt habe.
Da kann ich mir das Programm nach eigenem Gusto zusammenstellen.
Seitdem bleibt die große Flachbild-Kiste aus, und die kleine steht auf meinem Bauch, während ich auf der Couch liege oder auch im Bett.

Es gibt eine Reihe von Themen, für die ich mich begeistere und generell lerne ich gerne.
TED-Talks sind super.
Dann wieder entfamme ich für ein Idol: Malcolm Gladwell, Alain de Botton, Martin Seligman oder Caitlin Moran und sehe mir an, was sie Interessantes zu sagen haben.
Großer Spaß, geht auch, wenn man zu kaputt für mehr Aktivität ist.

Heute habe ich mir einen Vortrag über unbewussten Selbstboykott angesehen, und was kommt als Beispiel für Begeisterung und Inspiration vor?
Ein Porsche!
Anschauchlich schildert der Vortragende, wie erhebend es sein kann, einen zu haben und zu spüren.
Auch, wenn mein Alltag mich fast auffrißt und schöne Touren viel zu selten stattfinden:
das stimmt!

Es ist erhebend einen zu besitzen und jede Porschefahrerin (ich habe viele feministische Vorträge gehört in letzter Zeit…) kennt dieses Gefühl.
Was für ein Glück!

Eye candy für die Dame

Nachdem die Hühnerthematik in den Kommentaren des letzten Posts die Gemüter so sehr bewegt hat, kommt heute mal etwas nur für meine Leserinnen (und die wenigen schwulen Leser, die sich für Autos interessieren…)!

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Hahn räkelt sich in offener Autotür

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Hahn in einem Outfit, das uns alle daran erinnert, dass Frau nicht häufig genug an Rennstrecken sein kann…
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Hahn zeigt auf Renntruck sitzend, dass das Steuern von Rennwagen offenbar gut den Flügel trainiert.
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Hahn, der vermutlich auch meine Felgenprobleme in den Griff kriegen würde…
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Hahn neben geilem Auto.
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Hahn, für den im Hühnerbusiness suboptimal gelaufen ist.

Enjoy Mädels!

Born this way

So!
Der Beweis ist erbracht.
Gott will nicht, dass ich Auto wasche.
Seit ich das gemacht habe, fühle ich mich krank: Ohrenschmerzen, Schnupfen, Müdigkeit…
Also: Finger weg von Waschanlagen!
Die bekommen mir nicht.

Während ich schwächlich herum  lag, haben der Dr. und ich über gute Hintergründe für Porschefotos gesprochen.
Dabei wurde wieder einmal schmerzlich deutlich, dass wir einen unterschiedlichen Geschmack haben.
Ich: Der Rhein, eine schöne Allee, schicke Architektur.
Er: Olle Zechengebäude, das Rheinufer bei Köln (!!!) und andere Dinge, die für mich eher Albtraum als porschekompatibel sind.

Er ist einer der Menschen, denen man Halden und abgewrackte Fabriken im Ruhrgebiet als „Industriekultur“ verkaufen kann.
Damit braucht mir niemand zu  kommen, schon gar nicht in Zusammenhang mit meinem wunderschönen Porsche.

Er hat auch in so ziemlich allen anderen Dingen einen anderen Geschmack als ich.
Er mag bunte Autos, Audi, hat einen Boxster, einen Hang zur Working-class Ästhetik, bei mir sind die Autos schon immer schwarz, und meine erste große Liebe hat mir, bereits bevor ich volljährig wurde, vorgeworfen, ich hätte ein „Scheiß-elitäres Denken“.

Aber als gute Rheinländerin weiß ich, „Jeder Jeck ist anders“.
Und „Et hätt noch immer jot jegange.“
Wir finden schon noch den passenden Hintergrund für unsere Fotos.

Es sollen nämlich schwer romantische Fotos werden.
Unsere beiden Porsches!
Sie haben uns zusammen gebracht und unsere Kaufentscheidung damals hat, bevor wir wussten, dass es den anderen nur wenige Kilometer von uns entfernt gibt, die Weichen richtig gestellt.

Working at the car wash

„Some of the work gets kinda hard
This ain’t no place to be, if you planned on bein‘ a star“
Rose Royce hat es erfasst.
Autowaschen ist harte Arbeit.

Dennoch ab und an fällig.
Um mich vor dem Schreibtisch zu drücken, bin ich heute mit dem Carrera zum Autowaschen gefahren.
Ganz klar habe ich dafür keine sonderliche Begabung und es macht mir auch keinen Spaß.

Ich habe die Sammlung an Autobade-Utensilien gepackt und mäßig erfolgreich gegen festgefressenen Bremsendreck und blutige Insektenleichen gekämpft.
E-kel-haft.
Sähe er jetzt wenigstens sagenhaft sauber aus, hätte ich noch sagen können, dass sich der Kampf gelohnt hat, aber ich lege offenbar zu wenig Ehrgeiz an den Tag, um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.

Dennoch habe ich meinen Ausflug in einem neuen Video festgehalten und am Wochenende mache ich schöne Fotos von meinem sauberen Schatz.

 

Der kleine Porsche

Gerade telefonierte ich mit einer Kundin, mit der ich vor vier Jahren das letzte Mal gearbeitet hatte.
Wir sprachen darüber, wie es uns in der Zwischenzeit ergangen ist und sie fragte:
„Haben Sie noch immer den kleinen Porsche neben dem Buddha stehen?“

Den hatte ich ganz vergessen.
Damals hatte ich gerade meine neuen Geschäftsräume bezogen und ein Porschemodell parkte nenben einer Buddha-Statue auf einem Regal.
Offenbar war ich damals der Überzeugung gewesen, diese ungewöhnliche Deko-Kombination könnte mich meinem Traumwagen näher bringen.

Hat ja offenbar auch irgendwie geklappt…
Ich bin immer wieder erstaunt, was sich meine Kunden alles merken.
Sie hatte den kleinen Porsche all die Jahre nicht vergessen und hat sich sehr gefreut, dass ich jetzt einen großen habe.

Ich erlebe immer wieder witzige Dinge mit meine Kunden.
Letzten Samstag bin ich unbemerkt von einer Kundin beim Bettenkauf samt Probeliegen mit dem Dr. beobachtet worden.
Das hat sie wohl tüchtig amüsiert, mich mal in einer ganz anderen Rolle zu erleben, peinlich, peinlich.
Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

Otmar Alt und der Porschesitz aus meinem Kinderzimmer

Mein Vater war sehr kunstinteressiert und meine Eltern haben meine Kinderzimmertür als ich klein war mit einem Poster von Otmar Alt dekoriert.
In diesem abstrakten Werk gab es inmitten der bunten Flächen eine schwarze Form, die mich als Kind sehr an einen Porschesitz, von der Seite aus betrachtet, erinnerte.

Das Poster existiert schon seit Jahrzehnten nicht mehr, es war irgendwann ganz schön mitgenommen nach Jahren an der Tür eines wilden kleinen blonden Mädchens.
Aber als ich heute einen Carrera RS von 1979 im Internet betrachtete,
haben mich seine Sitze sofort an meinen Otmar Alt erinnert.
Schwarz und in diesem typischen Profil gebogen.

Ich habe dann im Netz nach Bildern von ihm gesucht, aber das von meiner Kinderzimmertür war nicht dabei.
Weiß jemand, welches ich meine?