Car with benefits

„If I stay here, won´t you listen …“
Rod Stewart und ich singen zweistimmig.
Es ist der Samstagabend nach der Dienstreise.
Mein Bad ist tatsächlich endlich fertig.
Ich auch.

Den halben Tag habe ich damit verbracht, wenigstens Teile des Hauses baustaubfrei und festlich herzurichten.
Porschefreund Stefan und ich haben vermutlich hunderte von Kilometern voneinander entfernt einen tiefen Schluck aus einer Pulle genommen, die jeder für sich austrinken muss.

Schön, es trotzdem nicht alleine tun zu müssen.
Pity party? Lamoyanz?
Nö.
Wir hätten es vermutlich im Leben nicht so weit gebracht, wenn wir es uns einfach machen würden.

Wir wissen, was wir am Leben haben, sind durchaus dankbar und müssen deshalb auch nicht so tun, als sei alles in Butter.
Wir haben beide einen geilen Sportwagen in der Garage, ok, meiner ist natürlich geiler als Deiner, nordischer Mädchenporschemann…

Zeit, Dir an dieser Stelle mal danke zu sagen!

Carrera GTS

Die letzte längere Dienstreise des Jahres.Hänger
Unterwegs gab es einen kleinen Glanzpunkt.
Ich bin in Erfurt.
Zu diesem Bundesland hat Rainald Grebe alles gesungen, was es zu sagen gibt.
Die Parkplätze am Tagungsort sind zu 100% Porsche-inkompatibel, also wartet er zuhause auf mich.

Dafür habe ich endlich Zeit, den Christophorus aus seinem Plastiktütchen zu holen.
Ich liege im Bett und lese über den neuen GTS.
Von außen spricht mich das aktuelle Modell weniger an.
Die Veränderungen im Design finde ich durchweg mißlungen.

Technisch weckt der Bericht aber heiße Erinnerungen an die Zeit meiner Probefahrten.
Zuerst hatte man mir einen Boxster mitgegeben, vermutlich nach dem Motto „Mutti will ne Probefahrt, dann kriegt sie den Kleinen“.
Der Kleine wurde nach nur 20 Minuten wieder auf den Hof des Händlers gefahren: „Das soll ein Porschefahrgefühl sein, haben Sie nichts Schnelleres?“

Und dann haben die das Richtige getan und mir einen 4GTS gegeben.
Liebe auf den ersten gefahrenen Meter…
So glücklich ich natürlich mit meinem 4S bin, so eine klitzekleine Sehnsucht bleibt doch.
Wahrscheinlich ist das ganz normal.

Ich glaube, was Traktion angeht, ist die Seele eine kleine Raupe Nimmersatt…

Im Stau kann man gut…

… über Ärsche nachdenken.
Und damit meine ich jetzt nicht unangenehme Zeitgenossen.
Oder gut gebaute Zeitgenossen.
Ich meine das Heck von Zuffenhausener Sportwagen.

Vor mir stand heute ein Cay.
Sehr, sehr lange fuhren wir im Schneckentempo durch das Versagen von Verkehrsplanern und Politikern.
Und da habe ich es wieder einmal gemerkt.

Alles schön und gut, aber ich bin eine Elfer-Frau.
Kein anderes Modell kommt so sehr meinem Konzept von „Porsche“ entgegen.
Prächtiger ist kein Hinterteil!

 

Auto und Gefühl

Sonntagabend.
Nach einer Porschetour zum Kaffee mit meinem Freund Marius liege ich mit der New York Times auf dem Sofa.
Treuen Lesern wird nicht entgangen sein, dass mich, nennen wir es mal „Filme mit weinen“, genauso wenig anmachen, wie Leute, die kein Zuhause zu haben scheinen.
Der Artikel über den neuen Lambo hingegen spricht mich schon sehr an.

Darf ein Artikel eine Frau so in Wallung bringen?

(Nee, nicht weil das Auto einen Tiernamen hat.
Sondern weil ich eine ausgeprägte Phantasie habe.
Ezra Dyer beschreibt ausgesprochen ansprechend, wie es sich anfühlt, ihn zu fahren.
Und das klingt für mich besser, als irgendetwas, das man auf einem Parkplatz tun könnte.)

Irgendwie ahne ich, dass er und ich dieselben Dinge mögen…

Aber das ist vermutlich das, was Herrn Dyer zu einem guten Autojournalisten macht, intelligent witzig den Sexappeal eines Autos zu beschreiben.
Ich kann seine Artikel nur empfehlen und verabschiede mich unter eine kalte Dusche.

Welch ein Land! Was für Männer

Nein, hier geht es nicht um Extrabreit, die Helden meiner Jugend.
Es geht um ein Erlebnis auf einem Rastplatz.
Sonntagnachmittag, kurz nach 3.
Wir sind unterwegs zu Bekannten.

Der Hund rumort in seiner Transportbox auf der Rückbank herum und wir beschließen anzuhalten, damit er seine Geschäfte erledigen kann.
Ich fahre von der Autobahn an den Rastplatz bei Erkelenz.
Beim Aussteigen muss ich meinen Fuß in letzter Sekunde zur Seite nehmen, damit er nicht auf einem gebrauchten roten Kondom zu stehen kommt, das jemand dort entsorgt hat.

„Bäh“ denke ich und hole den Hund aus dem Auto.
Auf dem Rastplatz sind außer mir ausschließlich Männer.
Diese rasten allerdings nicht wirklich, vielmehr cruisen sie.
Drehen komische Runden Richtung Rastplatzgebüsch.

Die Sonne scheint, der junge Hund hüpft fröhlich an der Leine, um mich herum treffen sich Männer zum Sex.
Der Dr. wird beäugt, aber offensichtlich kommt er wegen Hund und mir nicht für ein Schäferstündchen im Gebüsch in Frage.

Wieder zuhause gucke ich im Internet nach.
Dort lerne ich, dass sich auf diesem Parkplatz sowohl Gays, als auch Heterosexuelle zum Sex treffen.
Man(n) kann dort, ich zitiere: „Seine Ehehure vorführen“ oder „Auch nur wichsend am Baum stehen“.

Super!
Können die das nicht woanders machen?
Ich persönlich möchte so etwas nicht mitkriegen, wenn ich an der Autobahn anhalte.
In meiner Welt sind Rastplätze tatsächlich zum Pausieren da.
Und damit meine ich nicht diese Art von Entspannung…

Aber meine Welt ist anders als die echte Welt.
Deshalb überrascht mich auch jeden Tag aufs Neue wieder der verblüffend häufig eingegebene Suchbegriff: „Porno mit weinen“.
Was ist los mit Euch Männern??

(Und versucht mir jetzt bloß nicht einzureden, dass das alles Frauen sind, die Weinpornos und „Parkplatzschlampen“ suchen. Da haben wir gar keine Zeit zu. Wir müssen Porsche fahren und der Hund muss auch noch raus…)

Ein herrlicher Tag

Sonntag der 23. November, 12 Grad, Sonne.
Endlich, endlich habe ich Zeit.
Bangen Schrittes gehe ich zur Garage.
Ich habe Angst, ob die Batterie des Carreras nicht platt sein könnte.

Als ich die Garage fast erreiche, meldet sich der Porschebruder mit der Nachricht
„Herrlicher Tag“ von einer Ausfahrt.
Noch ängstlich, ob ich auch zu meiner kommen werde, starte ich.
Sofort springt er an.

„Du glaubst gar nicht, wie herrlich!“, denke ich.
Damit das Öl warm wird, fahre ich zuerst ein paar Kilometer Autobahn.
Das macht schonmal tüchtig Spaß.
Seit ich den Porsche habe, musste ich ihn noch nie so lange stehen lassen.

Mir waren schon düstere Gedanken gekommen.
„Lohnt nicht, so ein teures Fahrzeug nur rumstehen zu lassen. Vielleicht sollte ich ihn wieder verkaufen…“
Nach der Autobahn fahre ich über die Dörfer, langsam fällt der Stress von mir ab.

Ich fahre nur so, ohne Ziel. Weil das Wetter gut ist, weil das Auto so viel Spaß macht.
In vielen entgegenkommenden Fahrzeugen sitzen Männer, die offenbar dasselbe tun.
Wir alle fahren allein.
Lauter glückliche Sonntagsfahrer…

Ich wünsch mir was!

Heute habe ich Geburtstag.
Da darf man sich was wünschen.
Ich wünsche mir, dass mir nie der Sprit fehlen wird, um in mein Auto zu steigen und abzuhauen.

Das mache ich immer, wenn ich den ganzen Scheiß nicht mehr aushalte.
Heute Morgen war es dann auch wieder so weit, ich wollte nur noch weg.
Also Hund ins Auto und los.
Geburtstag
Fähre statt Brücke, viel schöner.

Und wenn man sich zum Wasser dreht, sieht auch keiner, dass man fast heult.
Das  beste Geschenk habe ich mir selbst gemacht: eine Zehnerkarte für diese Fähre.

Ich überlge, ob ich den Beifahrersitz im Elfer ausbauen lasse.

Dann ist Platz für die Transportbox vom Mops.
Da der fast immer dabei ist, steht der Porsche viel zu viel rum.
Sieht aber sicher furchtbar aus.
Auf der anderen Seite, was hat Frau von einem stehenden Carrera?

Oder sollte ich einfach den Sitz opfern?
Und den Hund zum Teil der Geschichte dieses Porsches machen?
Aber dann riecht er bald nicht mehr nach Porsche, sondern nach „Mops-Muff“, wie neulich eine Boxsterfahrerin sagte.

An dieser Stelle den Porschefreundinnen vielen Dank für Ihre Gratulationen!

Womit beschäftigen sich Frauen?

Sie schicken sich Angebots-Kopien von Elfern, mit denen sie flirten.
Oder bekommen solche geschickt und lesen sie sabbernd wie der Pawlowsche Hund.
(Eine Porschefreundin hat mir gestern Bilder von einen sehr schönen Carrera in weiß/Naturleder braun geschickt, den sie sich ansehen wird.)

Oder sie verabreden sich, eine schlägt einen Treffpunkt vor und die andere antwortet mit: „Briller Straße. Kann Porschi da parken?“
(Ich konnte natürlich umgehend porschesichere Parkmöglichkeiten vorschlagen…)

Oder sie feiern ihren Geburtstag vor, weil der Grundschulfreund aus München gerade da ist, und gemeinsame (Kinder)geburtstage Tradition haben.
Heinemann
Und bekommen neben Mops-Christbaumkugel und Tiara auch etwas aus dem Porschemuseum mitgebracht.

Entgegen landläufiger Annahmen beschäftigen sich Frauen also offensichtlich primär mit Sportwagen der Marke Porsche.
Womit beschäftigen sich Männer eigentlich?

 

 

Porsche-Treffen am Trimm-Dich-Pfad

Als ich im Wald ankam, war ich nicht viel mehr als eine leere Hülle meiner selbst.
Müde, mutlos, manngeschädigt.
Ich war extra früh dran, um mit Moses noch eine Runde vor dem Porsche-Treffen durch den Wald drehen zu können.

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In diesem Wald gibt es einen Trimm-Dich-Pfad, aber das macht heute, glaube ich, keiner mehr.
Mit der Zeit wurde mein Herz etwas leichter und der Kopf weniger wattig.
Sicher lag es an der Bewegung.
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Mops auf dem Trimm-Dich-Gerät-Fotografieren trainiert ungemein.

Meine Pizza hatte ich mir verdient, als ich zum Treffen mit der Porschefreundin erschien.
Drei sehr schöne Stunden später stand ich am Waldrand, um den Hund noch einmal zu entwässern, bevor es auf die Autobahn gehen sollte.

Als sie den Zündschlüssel umdrehte, und ihr Boxster mit diesem kleinen Porsche-Startschrei aufwachte, rutschten meine Mundwinkel noch ein wenig höher.
Schönes Geräusch.
Sportwagen und Trimm-Dich-Pfad, das passt.

Hinter dem 997

Dienstreise im Kombi.
Mann und Hund besuchen mich abends und wir fahren zum Mexikaner.
Vor uns ein weißer 997.
Der Verkehr fließt zäh.

Zeit genug, um ihn eingehend zu betrachten.
Und dabei zu überlegen, ob man zufrieden sein kann, weil er geil aussieht.
Nein, es hat sich kein Über-ich gemeldet, und mich gescholten, dass solche Überlegungen primitiv seien.

Mein Blick schweifte über seine breiten Rundungen.
Folgte den fließenden Linien.
Breit-gedrungen und doch voller Kraft…

Er hatte eine andere Auspuffanlage als ich.
Aber das Ergebnis meines Checks war: Prachtarsch.
Und ich hab auch einen, der wartet zuhause auf mich und das gibt auch in der Ferne, auch im Kombi, ein gut zufriedenes Gefühl.

So, Zeit fürs Bett, Spritgeldverdienen macht müde.