Mein Maserati fährt 210

Hätte man mir als 12 jähriger erzählt, dass ich Markus auf einer Party treffen würde, ich hätte es nicht geglaubt.
So ist das mit den Helden der Jugend, je älter man selber wird, desto eher werden sie zu ganz normalen Menschen.

Der arme Markus hat mir nur die Hand gegeben, weil mein Star-Freund Bastian uns vorgestellt hat, war aber ausgesprochen charmant.
Vor mehr als 20 Jahren habe ich bei der Arbeit mal Extrabreit getroffen, auch Jugend-Ikonen.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber die Hits meiner Jugend habe ich so oft gehört, wie ich nie wieder Musikstücke konsumiert habe.
Tatsächlich war ich der Meinung, dass es nichts Geileres gäbe, als wenn die Schule endlich in Flammen aufginge und obwohl es kein Maserati geworden ist, sehen wir ja, wohin Markus Hit geführt hat.

Ich kann da nichts für, wenn ich Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriere.
Das ist Gehirnmanipulation in früher Jugend.
Ich muss das quasi tun.

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Welch ein Land! Was für Männer

Nein, hier geht es nicht um Extrabreit, die Helden meiner Jugend.
Es geht um ein Erlebnis auf einem Rastplatz.
Sonntagnachmittag, kurz nach 3.
Wir sind unterwegs zu Bekannten.

Der Hund rumort in seiner Transportbox auf der Rückbank herum und wir beschließen anzuhalten, damit er seine Geschäfte erledigen kann.
Ich fahre von der Autobahn an den Rastplatz bei Erkelenz.
Beim Aussteigen muss ich meinen Fuß in letzter Sekunde zur Seite nehmen, damit er nicht auf einem gebrauchten roten Kondom zu stehen kommt, das jemand dort entsorgt hat.

„Bäh“ denke ich und hole den Hund aus dem Auto.
Auf dem Rastplatz sind außer mir ausschließlich Männer.
Diese rasten allerdings nicht wirklich, vielmehr cruisen sie.
Drehen komische Runden Richtung Rastplatzgebüsch.

Die Sonne scheint, der junge Hund hüpft fröhlich an der Leine, um mich herum treffen sich Männer zum Sex.
Der Dr. wird beäugt, aber offensichtlich kommt er wegen Hund und mir nicht für ein Schäferstündchen im Gebüsch in Frage.

Wieder zuhause gucke ich im Internet nach.
Dort lerne ich, dass sich auf diesem Parkplatz sowohl Gays, als auch Heterosexuelle zum Sex treffen.
Man(n) kann dort, ich zitiere: „Seine Ehehure vorführen“ oder „Auch nur wichsend am Baum stehen“.

Super!
Können die das nicht woanders machen?
Ich persönlich möchte so etwas nicht mitkriegen, wenn ich an der Autobahn anhalte.
In meiner Welt sind Rastplätze tatsächlich zum Pausieren da.
Und damit meine ich nicht diese Art von Entspannung…

Aber meine Welt ist anders als die echte Welt.
Deshalb überrascht mich auch jeden Tag aufs Neue wieder der verblüffend häufig eingegebene Suchbegriff: „Porno mit weinen“.
Was ist los mit Euch Männern??

(Und versucht mir jetzt bloß nicht einzureden, dass das alles Frauen sind, die Weinpornos und „Parkplatzschlampen“ suchen. Da haben wir gar keine Zeit zu. Wir müssen Porsche fahren und der Hund muss auch noch raus…)