Glanzlos

Mir geht es wie meinem Porsche.
Uns beiden fehlt es etwas an Glanz.
Der schwarze Prinz benötigt demnächst mal wieder ein Vollbad.
Ich bin zwar sauber, aber der Alltag ist so glanzlos.

Das ist vermutlich das Wesen des Alltags.
Dennoch hadere ich damit.
Seit zwei Tagen arbeite ich wieder und finde das Leben fad.
Ausgeschlossen, nach drei Tagen den nächsten Urlaub zu nehmen.
Der Glanz muss also in den Alltag.

Aber vor allem muss die Arbeit erledigt werden und danach die häuslichen Pflichten und danach bin ich platt.
Zuviele Kurzstrecken für den Elfer und zu wenig Freizeit für schöne Touren.
Ich könnte eine Aufmunterung gebrauchen.

Eine Einladung zu einer tollen Veranstaltung, auf die man sich dann lange freuen kann wäre genau das Richtige.
Auf der anderen Seite kann ich froh sein, dass es mir so gut geht, dass ich überhaupt über Glanzlosigkeit lamentieren kann.

Dennoch, morgen früh werde ich erwartungsfroh in den Briefkasten gucken.
Wenn dann ein Brief von den Stadtwerken drin ist, oder ähnlicher Alltagsmist kann ich für nichts garantieren…!

Nachtrag – am nächsten Morgen:
DSCF1794
Aaaaargh! Krankenkasse und Versicherung!! Alltagsmist!!!

 

Das Traumfahrzeug

Eine Frau braucht Träume!
Man könnte meinen, dass ich mit einem Carrera in der Garage wunschlos glücklich bin.
Aber meine Seele ist eine kleine Raupe Nimmersatt und da gibt es noch dieses andere Auto, das ich begehre…

Letzte Woche habe ich es wieder einmal besucht.
Beziehungsweise seine häßliche Schwester.
Als es noch eine schönere Farbe hatte, hat mich das Begehren fast aus den Schuhen geworfen.
Letzte Woche hatten sie einen ganz furchtbaren weißen Lack mit buntem Schimmer drin als Wagenfarbe ausgewählt.

Mir war schon klar, dass Farbe unglaublich viel vom visuellen Eindruck prägt, aber wer hätte gedacht, dass es so krass ist?
Obwohl dieser türkise Elfer, den ich mal für eine Probefahrt hatte, auch echt übel aussah…
012

Egal!
Wenn kein Wunder passiert, werde ich mir ohnehin nie einen leisten können.
Aber alle paar Monate, wenn ich in der Nähe des Autohauses bin, gehe ich ihn besuchen und begehre ihn.
Wenn Ihr wollt, könnte Ihr zugucken.

Und bald, am Ring, werde ich seinen wunderbaren Motor auch wieder hören.
Rrrrrrr!

Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen

Es ist unglaublich.
Der Dr. kennt sie alle nicht.
Die großartigen Schlager der 70er.
Zum einen ist er erst Mitte der Siebziger geboren, zum anderen nicht in Deutschland aufgewachsen.

Und er kann dann immer ganz viele Bemerkungen/Witze nicht verstehen, weil er einfach nicht weiß, woher die Redewendungen kommen:

  • Mit 66 Jahren
  • Griechischer Wein
  • Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen
  • Tränen lügen nicht

Zu seinem Grauen gebe ich ihm beim Frühstück Nachhilfe und spiele ihm die Stücke auf youtube vor.
Das hatte er sich auch anders erträumt, als er sich einen Porsche kaufte und die porschefahrende Blondine eroberte…

Momentan holt er also eine Jugend im Deutschland der 70er nach.
Er war 16 und ich 31…

 

Unbeschreiblich weiblich

Wir liegen abends im Bett, der Dr. liest, ich gucke youtube.
Bei dem Sound eines launch control Starts mache ich glückliche Geräusche, der Dr. schüttelt den Kopf und murmelt etwas von „pubertär“ in seinen Krimi.
Ich hingegen finde den Sound nur sexy und höre ihn mir noch einige Male an.

Mein Porsche kann das nicht, wir legen eine kurze Jim Knop-Gedenkminute ein, da zahlt sich Sport Chrono eben doch aus…

Am nächsten Morgen beim Frühstück bin ich besessen von der Frage, ob die Lamborghini Bremssättel-Farben eine Bedeutung haben, wie bei Porsche.
Sofort muss ich auf meinem Notebook herumhacken, um zu recherchieren.
Mir kommt der Gedanke, ob ich mich für eine Frau nicht mit sehr eigenartigen Dingen beschäftige.

Dann aber denke ich, wir müssen einfach unser Konzept von  Weiblichkeit verändern.

Neulich habe ich den Dr. gefragt, ob an mir irgendetwas Männliches sei.
Er hat gelacht und gesagt, dies sei überhaupt nicht der Fall.
Somit ist von medizinischer Seite bestätigt, geiler Startsound und Bremssattel-Farben sind Frauenthemen!

Udo Lindenberg und ich

Mich verbinden mehr Dinge mit Udo Lindenberg als man für möglich halten könnte.
Nicht nur hatte mein Vater seine Musik im Auto,
seine Familie und meine kommen aus derselben Stadt,
er ist mit meiner Lieblingstante in eine Klasse gegangen und wir beide lieben und fahren Porsche.
Sein Turbo ist allerdings flotter unterwegs als mein Auto mit seinen 385 PS.

Er hat seinen ersten gekauft, als auch ich täglich Porsche fuhr,
(genauer gesagt im Porsche in den Kindergarten kutschiert wurde,…) 1973.
Meine Tante, seine Klassenkameradin lebt inzwischen nicht mehr in Deutschland, freut sich aber immer, wenn man ihr von Udo erzählt.
Es hat mich immer amüsiert, dass sie einen ganz ähnlichen Humor hat wie er.
Vielleicht typisch für diese Generation?

Neulich waren wir noch einmal in der Stadt, in der Udos und meine Wurzeln liegen.
Ich bin dort nicht mehr oft und ich glaube, auch er lenkt seinen Zuffenhausener eher in andere Gefilde.
In der Gegend sind die Leute nicht sonderlich autoverliebt, dort fährt man ausgesprochen viel Fahrrad…

 

 

72

Gerade hat der Dr. mal wieder gerechnet.
Es sind noch 72 Tage, bis die VLN wieder anfängt.
Und damit die Zeit, in der wir dauernd am Ring sein müssen.
Die Temperaturen sind frühlingshaft und wir holen im Garten Arbeiten nach, die wir im Rennfieber des Herbstes verschludert haben.

Froh habe ich ihm mitgeteilt, dass unser Toaster kaputt ist.
Wir beide dachten sofort: endlich! Jetzt  haben wir eine 1A Ausrede, den Toaster zu kaufen, der Nürburgring-Motive ins Brot brennt.
Mit dem flirten wir schon länger.

Allerdings nicht nur wir, wie es aussieht.
Die Dinger sind am Ring ausverkauft!
Man sollte meinen, dass die froh sind, über jeden Euro, den sie in die chronisch unterfüllten Kassen kriegen können, aber jetzt gibt es bis März keine Nürburgring-Toaster mehr.

Unsere Porsches sind beide weit weg, weil das Rennrad des Dr. nicht reinpasst und das musste mit.
Vermutlich fühle ich mich deswegen irgendwie leer und unruhig.
Ich bin auf Entzug.

Meine Lambo-Frage hat noch niemand beantwortet.
Entweder der Rest der Welt fühlt sich auch irgendwie leer, oder wir haben alle gleich wenig Ahnung von Lambo-Bremsen… 🙂

Lambo-Quiz

Gestern war er wieder da.
In der Tiefgarage vom Nürburgring.
Der russische Lambo, dieses Mal ist er der Star vom aktuellen Video.
Unglaublich, auch ihn wollte sich so ein windiger Händler unter den Nagel reißen…

Bei strahlendem Sonnenschein waren wir ans Brünnchen unterwegs, wunderbarer blauer Himmel und eine Route, wie sie schöner kaum sein könnte: Eifel, Porscheparadies!

Man kann sich überaus glücklich schätzen, wenn man solche Strecken vor der Tür hat.
Keine Notwendigkeit, nervig irgendwo in Urlaub zu fliegen, Schlafen im eigenen Bett.

Allerdings lassen es die Temperaturen nicht zu, den Boxster zu öffnen, bei einstelligen Gradzahlen wäre ich dafür aber auch eindeutig nicht hart genug.
Noch sind Frühling und VLN-Sainsonstart zwar weit, aber bei solchem Wetter lässt es sich schon ganz gut aushalten!

Auto gut, alles gut

So, dieser Tag war deutlich besser.
Kein Wunder, heute hatten wir das richtige Auto unterm A*sch.
Eifel, Sonne, Nürburgring.
Und die ersten Fotos mit meiner ersten eigenen Spiegelreflex.

IMGP0070a
Was für ein unfreundliches Nummernschild!

IMGP0053a
Leider schützt die neue Kamera nicht vor Wackel-Mitziehern…
davon habe ich in Hülle und Fülle produziert….IMGP0106a
Bei ihr wackelt zum Glück nur der Schwanz.

Morgen, wenn ich zurück beim schnellen Internet bin, kommen die bewegten Bilder, jaaaa…wieder eins der berüchtigten Videos!

Auto shit, alles shit

Herr im Himmel!
Was für ein epochal beschissener Tag.
Falsches Auto (zum Glück nur als Beifahrerin…)
und auch der Rest war ohne Ausnahme für die Tonne.

Ich war in Bad Münstereifel.
Die Stadt habe ich fast nicht wieder erkannt.
Traurig, was passieren kann, wenn eine Region wie die Eifel um ihr Bestehen kämpft.
Der gesamte Stadtkern ist fast komplett entmietet.
In die wunderschöne Kulisse soll jetzt ein Klamotten-Outlet einziehen.
Infrastruktur für die Anwohner gleich null.
Wenn das Ding scheitert, was ich für nicht unwahrscheinlich halte, steht eine komplette Stadt leer.

Ein echter Ort und keine Phantasie-Stadt, wie die Dinger, in denen sonst diese Outlets sind.
Wie gehen wir nur mit Werten um?
Wer Bad Münstereifel kennt, wird vermutlich ähnlich geschockt sein.

Aber Menschen gehen eben sehr unterschiedlich mit wertvollen Dingen um.
Das ist mir heute noch einmal klar geworden, auch im Privaten.
Es gibt leider Leute, denen fast nichts heilig ist.
Meine steile These: und die fahren auch beschissene Karren…

Anne Auto-Snob

Ich stehe in Düsseldorf in einem Fotoladen.
Es gilt, die angemessene Spiegelreflex auszuwählen.
Der Verkäufer meint, es müsse nicht immer Canon sein, und um das zu verdeutlichen fängt er an, von Autos zu sprechen.

Eine gute Strategie bei einer Frau wie mir.
Aber dann…
dann redet er sich um Kopf und Kragen.
„Früher sind wir auch immer deutsche Autos gefahren.“

Oh Gott denke ich, was kommt denn jetzt?
Und weiter: „Aber jetzt haben wir einen Seat…“
Anne schaltet voller Abscheu ab.
„Auch ein gutes Auto…“.

Mein Blick schweift über die Regale, ich versuche höflich zu gucken und gleichzeitig hat er verloren.
Ja, Snobismus ist dumm.
Und Dummheit schätze ich nicht sonderlich.

Aber mir braucht beim besten Willen keiner mit Skoda, Seat, Dacia, Kia oder ähnlichem Sch**ß zu kommen.
Ob ich jetzt das Äquivalent zu einem Seat gekauft habe, weiß ich zum Glück nicht, ich kenne mich mit Kameras ja nicht sonderlich aus.

Aber was Autos angeht, da muss die Metapher sitzen!