Damals in den Ardennen

Der Winter ist da.
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Heute Morgen war der Boxster voller Eisblumen.
Boxster1Das sah so schön aus, dass ich gleich mal die Handykamera bemühen musste.

Ich habe einen Satz neuer Winterreifen kaufen müssen, die vom Mercedes waren durch.
Für den Porsche habe ich noch immer keine, aber der Salzmist ist ohnehin ein Problem.

Seufz.
Ich habe gelesen, das man die ersten 200-300 Kilometer mit neuen Reifen schlechteren Grip hat.
Also sind wir mit unendlich langsamen, paranoiden 120 kmh in die Eifel geschlichen.

Kaum stieg der Dr. aus dem Auto, setzte auch schon der Schneefall ein.
Während er in Marmagen Brot kaufte, verwandelte sich die Landschaft um mich herum von Herbst in Winter.
So in die Schneeflocken hinein zu fahren ist ausgesprochen hypnotisch…

Der fiese Wind macht in der Eifel aus 2 Grad gefühlte -8.
Noch einen Monat lang werden die Tage immer kürzer und bis zu den nächsten Rennen am Ring dauert es noch unglaublich lange.

Um meine 300 Kilometer voll zu bekommen, sind wir in den Ardennen gewesen.
Dort ist der Sprit 5 Cent billiger als zuhause, so kann man sich den Einkaufstripp im belgischen Supermarkt am heiligen Sonntag schön reden.

Epilog:
Als Kind war ich wohl recht prüde, wenn Klimbim im Fernsehen lief (für die jungen Leser: eigenartige, überdrehte 70er-Jahre Comedy mit nackten Brüsten), war ich immer konsterniert, wenn Ingird Steger und die andere Dame mal wieder blank zogen.
In den Ardennen war jedoch der Opa, der trug, glaube ich, Bademantel…

Herr Cayenne und Herr Defender, die neureichen Gähn-Typen

Meine Hündinnen und ich sind Frühaufsteher.
Während der Dr. und der Rüde noch schlaftrunkend aus kleinen Augen blicken, sind die Damen des Hauses hellwach und brechen zum Morgenspaziergang auf.
Im Winterhalbjahr folglich bei Dunkelheit.

Damit keiner der Hunde in Glasscherben tritt, wähle ich Wohnstraßen.
Jeden Morgen führt unser Weg durch die Neureich-Straße, die in Wirklichkeit heißt wie ein deutscher Dichter aus dem 18. Jahrhundert.
Dort wohnen Herr Defender im Doppelhaus mit Herrn BMW-Offroader und Jeep, nebenan wohnt, offenbar noch etwas neureicher, Herr Cayenne im freistehenden Haus.

Alle Häuser haben selbstverständlich bodentiefe Fenster, auch zur Straße hin.
Weil man da aber so doof reingucken kann, sind die bodentiefen Jalousien geschlossen, nur oben kann man ein Stück der Lampe über dem Esstisch sehen.
Solche Leute haben immer eine längliche, silberne Lampe über großen Esstisch in der zum Wohnzimmer selbstverständlich immer offenen Küche hängen.

Die Vorgärten sind immer unambitioniert und die Offroader sauber, weil ausschließlich im Großstadtjungel bewegt.
Gähn.
Herr Defender hat als kleiner Junge gerne Rallye geguckt und davon geträumt, als harter Kerl Wüsten zu durchqueren.

Als Berufsanfänger hat er sich mit dem englischen country-lifestyle identifiziert und sich erst eine Barbour-Jacke und dann einen Landrover gekauft.
Seine Frau war dafür, die kannte Landrover aus den grauenvollen deutschen Rosamunde Pilcher Verfilmungen.

Da sind die Autos auch immer sauber, und deshalb kann sie ihrem Mann auch nicht sagen, wie albern das alles ist.
Frau Defender fährt Mini.
Herr Defender steht früh auf, schließlich muss die Doppelhaushälfte abbezahlt werden.

Normalerweise sind die Hunde und ich dann schon zurück.
Heute waren wir etwas später dran.
Auf einmal zerschnitt Getöse die morgendliche Stille.
Mit der Lärmkulisse eines Müllwagens knatterte er geländegängig durch die gut ausgebauten Asphaltstraßen des Wohnviertels.
Cayenne, BMW-Klotz und Jeep-Klotz glitzern noch sauber im Licht der Straßenlaterne.

Ihr armen Geländewägelchen!

Eines Tages werden die Hunde und ich Euch kidnappen.
Dann werden wir über unbefestigte Wege in der Eifel brettern, durch Pfützen und Schlamm, ich werde dreckige Hunde in Euch reinpacken, Holz und Werkzeug und wenn ich Euch dann wieder zu Euren Besitzern zurückbringe, pflügen wir zum Abschluss diese kümmerlichen Vorgärten einmal mit Euren allrad-Hufen durch.

Ich räche Euch.
Für all die Jahre, in der Ihr nicht mehr als lifestyle-Accessoire Eurer Langeweiler-Besitzer sein durftet.
Auch wenn Ihr nicht wirklich schön seid, formlose Großklötze gefahren von Typen, die sich selbst nicht gut genug sind, so ein Leben hat auch ein SUV nicht verdient.

Schöner als ein Carrera

Vier Männer waren es.
Sie standen begeistert um einen grauen Elfer herum, ich fuhr im Mopsmobil auf dem Weg zum Einkaufen an ihnen vorbei.
Alle trugen Arbeitskleidung, der Elfer hatte Keramikbremsen.

Und dann geschah das Unfassbare!
Sie drehten sich tatsächlich zu mir um.
Sie lösten den Blick vom Porsche!
Ich fühlte mich schöner als ein Elfer und das ist ja eigentlich technisch unmöglich.

Samba Pa Ti

Gestern war Porschewetter.
Es war mild und trocken und auf der Party fragte der Gastgeber „Bist Du mit dem Porsche hier?“
Am Ende des Abends brachten mich die Jungs gemeinsam zum Auto.

Auf dem Rückweg lief im Radio Santana.
Ein Stück aus dem Jahr 1970, dem Jahr in dem ich im Februar gezeugt wurde.
Es lief wohl öfter bei meinem Vater im Auto, denn es erinnerte mich an seinen Porsche.
Mein Vater weiß nicht, dass ich inzwischen selber einen Porsche fahre.

In Sachen Vaterschaft war er leider ein ganz schöner Versager.
Sein Bundesverdienstkreuz hat er für andere Leistungen bekommen.
Mir persönlich wäre es anders herum lieber gewesen, aber an der Entscheidung war ich nicht beteiligt.

Als er so alt war wie ich jetzt bin, war er schon weg.
Das hat mich gelehrt, die wichtigen Dinge selber an den Start zu bringen.
Darauf, dass Männer bleiben, kann Frau sich nicht verlassen.
Im Gegensatz zu den ganzen Männern hat sich Herr Santana auch nach 45 Jahren noch als porschetauglich erwiesen.

Aber noch bin ich 44, wenn auch nicht mehr sonderlich lange, der Geburtagsbrief vom PZ lag heute schon im Kasten.

Das Autobett

Polizeibeamtin oder Krankenschwester händeringend von ihm (41/180/85/ÖD) zum Glücklichsein gesucht. Bitte melde Dich! BmB.

Du lieber Himmel!!!
Was ist mit den Männern los?!
Steht der Kerl auf Frauen in Uniform, sowas wie die Village People in weiblich??
Und dann auch noch „händeringend“?

Ich sollte aufhören, Kontaktanzeigen zu lesen, das regt mich immer nur auf.
Ich fürchte dann den Untergang des Abendlandes.
Obwohl, Ina Deter wusste es schon in den 80ern…
Wenden wir uns erfreulicheren Themen zu!

Dem Autobett.
Ute und Markus haben mich diese Woche auf meiner Dienstreise besucht.
Auf einem Spaziergang hatte ich es in einem Kinderzimmer in der Nähe des Tagungshauses gesehen.

Davon habe ich den beiden beim Abendessen vorgeschwärmt und Ute hat es dann im Internet ausfindig gemacht.
Autobett
Wenn es schon auf dem Männer-Markt nur noch fleischgewordene Skodas gibt, dann will ich wenigstens im Autobett schlafen!

Der goldene Reiter

Der letzte VLN-Lauf stand ins Haus und ich wollte mich verabschieden.
Ich hatte mich schon auf schöne Renn-Fotos in herbstlicher Eifel gefreut.
Buntes Laub vor Lufteinlässen…
Dieser Post handelt davon, warum es dazu nicht kam.

Der Dr. war schon früh zum Dienst aufgebrochen.
Gegen zehn kam mein Freund Manuel, um die Hunde zu übernehmen.
Meine Haare waren noch feucht vom Duschen, aber ich fand mich schick im engen Ringel-Shirt und griff noch schnell den Fleece-Pulli und die Sonnenbrille.

Bis viertel nach drei war ich nun eine freie Frau, dann würde Manuel weg müssen.
Ich wollte gerne die Einführungsrunde miterleben.
Um viertel vor zwölf hatte ich den Ring fast erreicht.
Keine Zeit mehr, um bis zum Brünnchen zu fahren.

Eigentlich hatte ich von dort zur hohen Acht wandern wollen, vorbei an all meinen Lieblingsstreckenabschnitten, um Abschied zu nehmen für dieses Jahr.
Ich entschied mich, in Quiddelbach zu parken.
Als ich ausstieg, hörte ich schon die Motoren und mir kamen Menschen entgegen und stiegen in ihre Autos.

Es war kalt und ungemültich, schnell zog ich alle greifbaren Jacken übereinander und packte die Sonnenbrille weg.
Verwundert brach ich auf, Richtung Schwedenkreuz.

Am Parkplatz fragte ich, wann denn das Rennen begonnen habe.
Ich erfuhr, dass der Start um Stunden nach hinten verlegt worden sein, wegen Nebels und dies erst das Training wäre.
Damit hatte sich für mich das Rennen erledigt, denn so lange würde ich nicht warten können.

Weil ich schon einmal da war, wollte ich wenigstens das Training eine Weile ansehen.
Ein freundlicher Ordner fragte, wo ich hinwolle.
„Zum Schwedenkreuz.“ erklärte ich verwundert.
Ich erfuhr, das dort schon das ganze Jahr kein Zuschauerplatz mehr sei.

Ich machte kehrt und ging Richtung Hocheichen.
Dort war der Fotoschacht gesperrt.
Schild
Ich vermute, nach dem tödlichen Unfall vom Adenauer Forst.
Es war noch neblig und nur ca. 10 Grad warm mit fiesem kalten Wind.

Ich hatte genug.
Eine Portion Nudeln wäre klasse gewesen, aber zu allem Unheil an diesem Nervtag war die Strecke von Quiddelbach nach Adenau gesperrt, keine warmen Nudeln für Anne.

Und keine VLN.
Man kann schöne Renntage nicht noch einmal wiedererleben… ging es mir philosophisch durch den Kopf, während ich betrübt das Auto wieder zu Manuel und den Hunden lenkte.

Ein kleiner Lichtblick war der Mann im  gelben Porsche-Cab.
Dem Wetter trotzdend fuhr er offen, eine witzige Flausch-Fellmütze mit Ohrenklappen auf dem Kopf.
Heiraten Sie mich, mein Herr, Sie scheinen eine coole Sau zu sein.

Eat my Feinstaub

Es hat auch Vorteile, kein daily driver zu sein.
Als ich heute Morgen den Zündschlüssel drehte, war ich hingerissen und musste auf der Autobahn laut Duette mit dem Radio singen, vor lauter Porscheglück.

Heute nach der Tagung dann schnell zu Real.
Gaaaaanz weit abseits parken, damit keiner einem die Tür in die Seite haut und dann in die Autoabteilung.
Dort wollte ich nur etwas für meine dreckige Scheibe holen, blieb aber bei den Aufklebern hängen.

Weder „Eat my Feinstaub“ noch „Brakes are for Pussies“ haben mich angesprochen, über das unsägliche rosa „Zickentaxi“ brauchen wir gar nicht zu sprechen!
Kommt mir alles nicht aufs sexy Heck!
Als ich aus dem Laden kam, stand er jungfräulich schwarz im gelben Herbstlaub.

Natürlich musste die verzückte Besitzerin gleich mal ein Handyfoto machen…
An dieser Stelle noch einen herzlichen Gruß an meinen Kunden, der mir heute Mittag erzählt hat, er wüsste nun welches Blog ich schreibe, würde es aber für sich behalten 😉

Aschenputtel und der Porsche

Seit ich einen Ofen habe, bin ich oft in der Porschegarage.
Leider nur, um das dort lagernde Holz der verdammten Birke (Birkenpollen…) zu holen.
Aber Übermorgen gehen wir auf Dienstreise, der Carrera und ich.
Eigentlich hatte ich heute Jim Knopf zu Ehren eine schöne Tour machen wollen, der hat nämlich Geburtstag.

Alles Gute mein lieber Jim und viele schöne Fahrten im neuen Lebensjahr!
Ich kann inzwischen schon besser Holz spalten und reinige den Ofen wie ein Profi, aber Rücken und Handgelenke werden es mir danken, wenn Aschenputtel statt zur Birke mal wieder zum Porsche geht…

Maurice T.

Als ich aus dem Termin beim Kunden kam, rief ich den Dr. an.
Er meldete sich weinend.
Da war mir sofort klar, dass es nicht gut stand.
Er war mit unserem alten Katerchen beim Tierarzt.

Während ich im Termin gessen hatte, hatte er die traurige Diagnose bekommen, dass es Zeit war, das ihn einschläfern zu lassen.
So schnell es eben ging, kämpfte ich mich durch den Berufsverkehr aus der Stadt um bei ihm zu sein.

Wer schon einmal sein Tier hat gehen lassen müssen, weiß, dass das die schwersten Momente sind im Leben.
Maurice war ein wunderbarer, sanftmütiger Kater, der bis zum Tod meiner Mutter bei ihr gelbt hatte und danach zu mir gekommen war.

Als ich den Dr. kennenlernte, hatten Maurice und ich großes Glück, dass er so gut und gerne mit Katzen umgehen konnte.
Die beiden hatten eine besondere Verbindung.
Maurice war bei mir, als mein Mann mich verließ. Das Haus war durch ihn nicht ganz so leer und er war immer liebevoll-verschmust.

Zitternd fuhr ich mit hohem Tempo auf die Praxis zu.
Das Licht brannte und ich konnte, obwohl ich noch ca. 200 Meter entfernt war, den Dr. in einem der Behandlungszimmer stehen sehen.
Ich sah, wie er weinte.
Ein unglaublich trauriges Bild.

Wir beide waren bei Maurice, als er die Spritze bekam und der Dr. hat ihn bei uns im Garten beerdigt.
An einer Stelle, wo er immer gerne in der Sonne gelegen hatte.
Machs gut, süßer Maurice, danke für die Zeit.

Ich heirate meinen Porsche!

Hier kommen sie, die Altweibersommer-Porschefotos.
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So schöne Farben, so ein schöner 997er.
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Was der Christophorus kann, kann ich schon lange: Porsche im Feld.
Rallyestrecke btw., war auch zeimlich dreckig…
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Mein Breitfrosch.
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Mit den Sexy Kurven macht er auch am Wasser eine gute Figur.
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Er hat sogar Apfel-Crono!
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Kein Wunder, dass ich beschlossen habe, ihn zu heiraten!