Junge Frau und alter Sack

Heute war ich zum Reifenwechsel in der Werkstatt.
Ich liebe diesen Geruch!
So wie die Luft am Flughafen.
Es gibt Orte mit Glücksgerüchen…

Der nette Junge in der Werkstatt nannte mich „junge Frau“ als er mir den Autoschlüssel zurück gab, ich musste schallend lachen.
Der Dr. ist ab morgen hingegen offiziell alter Sack.
Er wird 40.

Vierzig wird man nicht gerne, ich weiß noch, wie doof ich das damals fand.
Er ist auch nicht sonderlich erbaut über die Null.
Aber hey, er hat ne junge Frau an seiner Seite, was will man mehr?

Mein Ostern als Familienvater

Früher habe ich sie oft bemerkt, diese sauertöpfischen Blicke aus den Familienkutschen, wenn ich mit dem Porsche unterwegs war.
Jetzt weiß ich, wie sich diese Männer gefühlt haben müssen.
Ostersamstag war ich so verbittert, wie man es als Familienvater, der im uncoolen Auto seine Sippe heimfährt nur sein kann.

Wir waren auf der Rückfahrt aus der Eifel.
Die ganze C-Klasse voller Möpse.
Nein, kein Mercedesporno, Hunde.

Es fing mit dem Porsche an, der uns entgegen kam.
Da kam mir der Gedanke, dass ich jetzt auch lieber mit dem Porsche in, statt mit dem Kombi aus der Eifel fahren würde.
Und es wurde immer schlimmer.

Ein Lambo überholte.
Und war so schnell weg, dass ich gar nicht in Ruhe gucken konnte.
Als wäre das nicht schlimm genug gewesen, kam auch noch ein SLS-Cab.
Eingehüllt in seinen Sound zockelte ich mit Neid-Schnappatmung weiter die A1 hoch.

Ich klagte und jammerte, der Dr. hatte irgendwie kein Mitleid.
Und dann auch noch Lambo Nummer 2!
Sicher waren die alle bei dem guten Wetter am Ring gewesen und hatten Spaß gehabt.
Mit ihren geilen Autos, während ich gerade einen Mops badete, der sich in einem Fuchshaufen gewälzt hatte.

Noch 12 Stunden nach dieser Heimfahrt hatte ich schlechte Laune.
So müssen sie sich also fühlen, die Väter, denen es immer so geht.
Ich hab ihn ja wenigstens, den Porsche und bin auch gar nicht wirklich Papi.
Jungs, Ihr tut mir richtig leid!

Post von Jim Knopf

Samstagmorgen.
Die Sonne scheint, die Pollen fliegen.
Im Auto bin ich, dem Pollenfilter sei dank, allergiearm untergebracht.
Früh am Tag ist die Stadt noch angenehm leer.

Schnell alles besorgen und vor dem Ansturm der Massen wieder raus!
Auf dem Weg aus der Stadt wartet noch Post von Jim Knopf auf mich.
A2
Ich habe Porsche-Buttons, einen Porsche-Magneten und diesen Carrera-Anstecker von ihm bekommen.
Aus meiner bescheidenen 08/15 Jacke wird eine standesgemäße Elferfahrerinnen-Bekleidung.

Jims Porsche hat nicht nur mehr Knöpfe als meiner, Jim treibt sich auch auf interessanteren Veranstaltungen herum als ich.
Jim Knopf ist natürlich nur mein Kosename für ihn.
Der echte Jim Knopf fährt ja Eisenbahn und nicht Motorrad und Sportwagen…

Außerdem ist Jim eine nie enden wollende Quelle von einfallsreichen Internetadressen.
Aufmerksame Leser werden darüber schon geschmunzelt haben.
Ob ich Jims schmutzige Phantasie auch die Leser zu verdanken habe, die durch folgende Suchbegriffe bei mir gelandet sind und sicher sehr enttäuscht wurden

„Kostenlose Seniorenpornos“.
„Extrem gebogener Penis“ und
„Weinen Porno“?
Bäh, ich will das nicht!

Jim Knopf hingegen weiß genau, was Frauen wünschen.

 

 

 

 

Wo kommt der Sprit rein?

Wir werden immer blöder.
Zumindest scheint das die Automobilindustrie zu glauben.
Der Dr. hat Nachtdienst und ich sitze alleine am Abendbrottisch.
Vor einigen Tagen war das ADAC-Blatt gekommen.

Ich beziehe das schon seit Jahren nicht mehr.
Irgendwann hatte ich es  abbestellt, nachdem der Arsch (so heißt mein Exmann) und ich immer zwei Exemplare bekommen hatten.
Als ökologisch erzogenes Kind der 80er wollte ich solch eine Ressourcenverschwendung natürlich vermeiden.

Jetzt kriegt der Dr. das Blatt,  irgendwie lese ich es fast nie.
Heute blätterte ich kauend und musste feststellen, dass der Mist, der in Autos verbaut wird, immer schlimmer wird.
Nachdem neuere Modelle dauernd ausgehen (wenn das nicht irgendwann mal als ebenso großer Ökoschwindel auffliegt, wie die manipulierten Abgaswerte…) und laufend absurde Gefahrenmeldungen anzeigen, jetzt dies.

Angeblich weisen bei immer mehr Fahrzeugen die Displays mit einem Pfeil  auf die Seite hin, auf welcher der Treibstoff eingefüllt werden muss!
Völlig fassungslos überlege ich, welcher Ingenieurs-Idiot sich das wieder ausgedacht hat.

Wahrscheinlich der Zwillingsbruder von dem Vollpfosten, der die kaum abzunehmende Ascheschublade meines Designaward-Ofens entworfen hat.
Oder der Onkel von dem Heini, der das spülrandlose WC erfunden hat, das dank der neuen Konstruktion jetzt viel besser Tröpfchen beim Abziehen durchs Bad schleudern kann als seine Vorgänger, deshalb muss man natürlich die selbstschließenden Klodeckel haben, sonst Fäkalfontäne…

Und weil wir Käufer leider schon so oft erfolgreich mit überflüssigen Neuentwicklungen veräppelt wurden, hält uns die Industrie für unglaublich dämlich.
Was denken die, wo wir den Sprit reinfüllen, wenn man uns keinen Tipp per Pfeil im Display gibt?

In den Kofferraum?
Und uns dann wundern, dass so viel in den Tank geht?
Wer zu doof ist, zu wissen, wo die Öffnung für den Sprit ist, hat im Verkehr nichts zu suchen.

Der ist eine Gefahr für die Menschheit und gehört weggesperrt, damit er seine Dämlichkeitsgene nicht weitergeben kann.
Ich will so ein Auto nicht.
Ich will solche Erfindungen nicht.
Ich will nicht glauben, dass wir so dämlich sind, sowas zu brauchen.

Alte Säcke

Meine Mutter hat früher immer gesagt, dass man entweder die Reaktionszeit für einen Sportwagen hat, aber noch nicht das Geld, oder man hat es endlich und ist dann eigentlich zu alt, ihn zu fahren.
Das war ihre Version vom Volksglauben, dass Sportwagen meist von (zu) alten Männern gefahren werden.

Der Porschebruder und ich wurden nur einen Woche nacheinander geboren, da überrascht es nicht, dass wir neulich in derselben Woche zu Kreuze kriechen, und uns eine Lesebrille anschaffen mussten.
Wir sind jetzt offiziell uncool und alt genug für unsere Porsches.

Schlimmer geht es aber immer.
Da stand ich heute Morgen frierend, da nicht warm genug angezogen, mit Mops an der Leine, als der wirklich schlimme alte Sack mit Donnergrollen um die Ecke gebogen kam.
Ich weiß nicht, wie man diese Autos nennt.

Es sah aus wie ein Pick up mit überdachter Ladefläche auf extrem hohen Rädern.
Es klang wie eine sehr laute, sehr fette Harley gekreuzt mit einem muscle-car.
Ich glaube mein Mund stand offen, weil das Ding eine derartig absurde Erscheinung am frühen Morgen auf der gut ausgebauten Wohnstraße war.

Wie ein Panzer bewegte sich der Klotz auf den Parkstreifen und passte mit Mühe in die Lücke.
Während der Mops schnüffelte, beobachtete ich missbilligend den Fahrer.
Die Haut bereits erschlafft, hatte er sich für Camouflage-Hosen entschieden.
Außer im Krieg immer eine schlechte Idee.

Selbst sein 17 jähriger Sohn wäre in den Klamotten nicht gut angezogen gewesen.
Dann das verlebt-schlaffe Gesicht und diese furchtbare Klein-Penis-Karre…
Was ist da nur alles schief gelaufen?
Bro, sehen wir auch so peinlich aus, wenn wir aus unseren Porsches steigen?!

Karma-Police, arrest this man!

 

Do kanns zaubere

Der Mercedes steht bei Mercedes.
Injektoren und Kabelbäume müssen ersetzt werden.
Glück im Unglück, ist wohl eine Kulanzleistung, ansonsten wärs teuer geworden.
Unglück im Glück, der Porsche muss einige Tage als Dienstwagen arbeiten.

Und ich muss nach Duisburg.
In dieses richtig üble Viertel.
ICH KANN IHN DA NICHT ALLEINE STEHEN LASSEN!!!
Das erkläre ich heute Morgen sehr früh der verdutzten Küchenmitarbeiterin des Kunden, die ans Telefon gegangen war, weil alle anderen gerade beschäftigt waren.

Ich flehe sie an, mir einen Platz im Hof mit Stühlen zu blockieren.
Als ich mittags den Elfer durch die Einfahrt bugsiere, tut mein Herz einen erleichterten Hüpfer beim Anblick der zwei Plastikstühle auf einem der sicheren Parkplätze.
Stühlchen weg, Porsche hin, ich bin arbeitsfähig.

Als ich fertig bin, parke ich aus, während rauchende Mitarbeiter interessiert zusehen.
Und sich vermutlich fragen, warum sie nicht meinen Job haben.
Der finanziert zwar nicht wirklich Sportwagen, aber das wissen die ja nicht.

Direkt vor der guten türkischen Bäckerei ist ein Parkplatz frei.
Der Dr. mag die Sesamringe dort so gerne, also halte ich an.
Während ich auf meiner Fuchsfelgen-Werbeparkscheibe die Zeit einstelle, bleibt der erste türkische Mann stehen und guckt zu mir ins Auto hinunter.

In meiner Phantasie ist er von Beruf Schutzgelderpresser und hat deshalb Tagesfreizeit, in der er missmutig in fremde Sportwagen gucken kann.
Na super, denke ich und falte meine 1.73 aus dem Sitzen zum Stand.
Hoffentlich geht es schnell beim Bäcker.

Zappellig trete ich von einem Bein aufs andere und versuche an türkischen Backwaren vorbei den Porsche durchs Schaufenster zu überwachen.
Man hört von diesem Viertel irgendwie immer nur im Zusammenhang mit „Polizeieinsatz“.
Geschafft! Die Backwaren sind gekauft und ich steige unter den interessierten Blicken von Männergruppen in Baseballkappe mit irre flackerndem Blick wieder ein.

Die Sonne bricht durch das Februargrau, ich mache ich auf den Weg nach Hause.
Die Sportsitze kuscheln mich und im Radio erklingen die ersten zarten Akkorde von „Do kanns zaubere“.
Alles ist gut in meinem zauberhaften Porsche.

Desperado

Oder eher Desperada?
könnte ich Spanisch, wüsste ich, ob weibliche Desperados „Desperadas“ sind.
Kann ich aber nicht.
Könnte mir da mal jemand weiterhelfen?

Ich verzweifele am Winter und höre Eagles.
Warum ist Mittwoch, warum regnet es seit gefühlten 9 Monaten?
Ich will Sommer.
Eifelstraßen.
Porschefahren.

Endlich wieder Motorsport am Ring…
Wie soll man im Februar nicht verzweifeln?
Irgendwie ist alles so weit weg.

Oldtimers talking dirty about the Briefmarkensammlung

Da steh ich heute in Dortmund in der Post (ja, bitter am Rosenmontag…!) und vor mir steht ein silberhaariger Senior.
Er will die Targa-Marken, was ich gut verstehen kann.
Die ebenso silbrige Postfrau teilt ihm mit, sie hätte noch welche, die seien aber nicht selbstklebend.

Mir fällt fast die Tasche aus der Hand als ich seine lüsterne Anwort höre:“Das ist in Ordnung, ich lecke ganz gerne mal. Höhö!“
Gefangen im Seniorenporno, bin ich gezwungen, mir das anzügliche Lachen der gelben Gerontin anzuhören.

Bäh!
Haben die Oldies keinen Tanztee im Seniorentreff, bei dem sie ihren dirty talk austauschen können?
Schlimm, was Porsche-Briefmarken alles anrichten können, die machen Deutschlands Alte ganz wunschig!

Porsche Boxster Huhn

Häufig wird der Boxster despektierlich „Mädchenporsche“ genannt.
Ein Boxster war der erste Porsche den ich probegefahren bin, und ich fand ihn nicht schnell genug.
Aber als Mädchen bezeichnet mich auch nur noch eine mütterliche Freundin, und die ist 30 Jahre älter als ich.

Wenn der Boxster der Mädchen-Porsche ist, ist der Elfer vermutlich das Modell für die großen Mädchen, sprich Frauen.
Heute meldet mir mein Blog-Programm einen Aufruf dieses Blogs durch den Suchbegriff „Porsche Boxster Huhn“.

Es gibt schon verrückte Leute.
Ist das die verscheierte Suche nach Frauen (am Brünnchen, bei den 24H, respektlos „Huhn“ genannt, die Boxster fahren?
Oder ist das ein neues Modell, von dem ich nur noch nichts gehört habe, der „Boxster Huhn“, mit eiförmiger Tachoanzeige und dauengepolstertem Sitz?

Mein Forscherdrang ist geweckt.
Ich gebe die Worte in eine Suchmaschine ein.
Dort finden sich äußerst unappetitliche Bilder von einem Boxster mit blutigen Federn im Innenraum.
Uärgh! Da hilft nur noch ein Tatortreiniger.

Da das deutschsprachige Internet die doofe Cousine vom englischsprachigen ist, gebe ich auch noch „Porsche Boxster Chicken“ ein.
Immer, wenn ich zu einem Thema auf Deutsch keine befriedigen Infos finde, versuche ich es auf diesem Weg.

Wieder die fiesen Fotos und anschließend die Frage „Is the Porsche Boxster a chick car?“
Hm, mal überlegen.
Ich persönlich kenne vier Boxstereigner. Darunter nur eine Frau.
Ich weiß nicht, ob die Zahlen repräsentativ sind, aber wenn sie es sind, lautet die Antwort: „No.“

Ich habe immer noch keinen blassen Schimmer, was die Person gesucht hat.
Ich fahre Elfer und bin allergisch gegen Federn.
Aber die Suchbegriffsliste für dieses Jahr zeigt ohnehin, dass mein Blog offenbar vorwiegend von sehr eigenartigen Interessenten gelesen wird.

Folgende Begriffe tauchen auf:
„Geile Nachbarin“ –  Hab ich hier nicht eine einzige! Noch so ein Suchmaschinen-Irrläufer.
„Frau nackt am 911 Porsche“ – Gähn.
und „Nur noch aus Liebe weinen“ – Schön wärs!

Ganz alleine auf der A1

Wer sich im Rheinland auskennt, wird ermessen können, welchen Seltenheitswert diese Bilder haben!
20160101_091729
Keiner im Tunnel bei Köln!
20160101_091830
Unfassbar! Völlig leer!!
Und es war immerhin schon 9.15 Uhr. Am Neujahrsmorgen.
Das wäre die Gelegenheit gewesen, mit dem Porsche einen Rekord für die schnellste Heimfahrt aufzustellen.

Aber ich hatte einen Kombi voller Möpse unterm Popo.
Der Dr. war schon zum 24-Stunden-Dienst aufgebrochen, und ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, das Rudel aus dem Silvesterurlaub nach hause zu kutschieren.
Ich liebe solche Fahrten, wenn ich ganz alleine bin.

So ganz alleine war ich eigentlich gar nicht.
Mein Freund Bastian war auch schon wach und im Radio aktiv.
„Sultans of Swing“, ein guter Soundtrack.

Ich hoffe auf ein Jahr vieler schöner Fahrten, auch wenn die Straßen sicher nicht so leer bleiben.
Euch allen allzeit sichere Fahrt, mit guter Musik und guter Stimmung!