Was würdest Du aus einem brennenden Haus retten?

Ich beschäftige mich in den letzten Tagen immer wieder mit Minimalismus.
Das liegt daran, dass ich eine Menge besitze, und Besitz natürlich immer auch Last ist.
Man muss sich kümmern, um das, was man hat.

Die Anhänger der Minimalismusbewegung schlagen vor, dass man sich radikal von Dingen trennt.
Um den Krempel leichter loslassen zu können, soll man sich fragen, was man aus einem brennenden Haus retten würde.
Klare Antwort: den Hund und die Katze.

Aber darf man vielleicht noch einmal rein, um den Rest zu holen?
Also nicht alles natürlich.
Aber ich müsste sicher so vier bis achtmal wieder ins brennende Haus, um die Dinge retten zu können, die mir fehlen würden.
Wahrscheinlich öfter.
Sehr viel öfter.

Und ich möchte mir gar nicht vorstellen, in welchen Stress ich geraten würde, wenn ich neben dem ins-Haus-und-wieder-raus-Rennen auch noch in die Garage hasten müsste, um den Porsche aus der Gefahrenzone zu fahren…
Schon der Gedanke stresst mich mehr, als mein Besitz.

Ich hätte zwar gerne wenig(er), worüber ich mir Sorgen machen muss, aber wer liebt, hat in dem was er liebt eben auch einen Schatz, der das Leben schöner macht.
Mir ist schon klar, dass es auch ohne die ganzen Sachen ginge.
Vielleicht wär das Leben cool und leicht, in einer leeren Einzimmerwohnung mit Katz, Hund und Porsche in der Garage.

Wer Haustiere und Sportwagen liebt, hat aber immer genügend Anlass zur Sorge.
Geht es den Tieren gut?
Was klappert da so komisch?
Aber ohne Tiere und Elfer kann mir der Minimalismus ohnehin gestohlen bleiben.
Ich fürchte, bin ungeeinget für diese Philosophie.

 

Welch ein Land! Was für Männer

Nein, hier geht es nicht um Extrabreit, die Helden meiner Jugend.
Es geht um ein Erlebnis auf einem Rastplatz.
Sonntagnachmittag, kurz nach 3.
Wir sind unterwegs zu Bekannten.

Der Hund rumort in seiner Transportbox auf der Rückbank herum und wir beschließen anzuhalten, damit er seine Geschäfte erledigen kann.
Ich fahre von der Autobahn an den Rastplatz bei Erkelenz.
Beim Aussteigen muss ich meinen Fuß in letzter Sekunde zur Seite nehmen, damit er nicht auf einem gebrauchten roten Kondom zu stehen kommt, das jemand dort entsorgt hat.

„Bäh“ denke ich und hole den Hund aus dem Auto.
Auf dem Rastplatz sind außer mir ausschließlich Männer.
Diese rasten allerdings nicht wirklich, vielmehr cruisen sie.
Drehen komische Runden Richtung Rastplatzgebüsch.

Die Sonne scheint, der junge Hund hüpft fröhlich an der Leine, um mich herum treffen sich Männer zum Sex.
Der Dr. wird beäugt, aber offensichtlich kommt er wegen Hund und mir nicht für ein Schäferstündchen im Gebüsch in Frage.

Wieder zuhause gucke ich im Internet nach.
Dort lerne ich, dass sich auf diesem Parkplatz sowohl Gays, als auch Heterosexuelle zum Sex treffen.
Man(n) kann dort, ich zitiere: „Seine Ehehure vorführen“ oder „Auch nur wichsend am Baum stehen“.

Super!
Können die das nicht woanders machen?
Ich persönlich möchte so etwas nicht mitkriegen, wenn ich an der Autobahn anhalte.
In meiner Welt sind Rastplätze tatsächlich zum Pausieren da.
Und damit meine ich nicht diese Art von Entspannung…

Aber meine Welt ist anders als die echte Welt.
Deshalb überrascht mich auch jeden Tag aufs Neue wieder der verblüffend häufig eingegebene Suchbegriff: „Porno mit weinen“.
Was ist los mit Euch Männern??

(Und versucht mir jetzt bloß nicht einzureden, dass das alles Frauen sind, die Weinpornos und „Parkplatzschlampen“ suchen. Da haben wir gar keine Zeit zu. Wir müssen Porsche fahren und der Hund muss auch noch raus…)

Ein herrlicher Tag

Sonntag der 23. November, 12 Grad, Sonne.
Endlich, endlich habe ich Zeit.
Bangen Schrittes gehe ich zur Garage.
Ich habe Angst, ob die Batterie des Carreras nicht platt sein könnte.

Als ich die Garage fast erreiche, meldet sich der Porschebruder mit der Nachricht
„Herrlicher Tag“ von einer Ausfahrt.
Noch ängstlich, ob ich auch zu meiner kommen werde, starte ich.
Sofort springt er an.

„Du glaubst gar nicht, wie herrlich!“, denke ich.
Damit das Öl warm wird, fahre ich zuerst ein paar Kilometer Autobahn.
Das macht schonmal tüchtig Spaß.
Seit ich den Porsche habe, musste ich ihn noch nie so lange stehen lassen.

Mir waren schon düstere Gedanken gekommen.
„Lohnt nicht, so ein teures Fahrzeug nur rumstehen zu lassen. Vielleicht sollte ich ihn wieder verkaufen…“
Nach der Autobahn fahre ich über die Dörfer, langsam fällt der Stress von mir ab.

Ich fahre nur so, ohne Ziel. Weil das Wetter gut ist, weil das Auto so viel Spaß macht.
In vielen entgegenkommenden Fahrzeugen sitzen Männer, die offenbar dasselbe tun.
Wir alle fahren allein.
Lauter glückliche Sonntagsfahrer…

Der Elfer steht

Der Elfer steht.
Und steht.
Und steht.
Es ist fast drei Wochen her, dass ich ihn das letzte Mal fuhr.

Und das, obwohl das Wetter das Fahren ohne Winterreifen ermöglichen würde.
Ich komme einfach nicht dazu, ihn zu fahren.
Auf den meisten Touren müssen Mann und Hund mit, also landen wir zwangsläufig im Mercedes.

Oder ich bin einfach zu erschöpft.
Draußen rattert ein Bautrupp, der meine Auffahrt erneuert.
Es dröhnt und rumpelt.
Ich versuche, drinnen zu arbeiten.

Im Haus liegt noch immer alles unter Baustaub.
Dafür ist es schön ruhig.
Die Bad-Baustelle liegt still, leider hatte der Installateur Fliesen bestellt, die nicht passen.
Sein Mitarbeiter holt jetzt neue, seit vier Stunden.
Grund, nach Aussage seines Büros: es hat wohl leider einen ganz schlimmen Stau gegeben…

Da hat Frau einen geilen Carrera in der Garage, die Sonne scheint und sie fährt nicht.
Ich hatte mir das Leben als Porschefahrerin anders vorgestellt.
Aber wie sagt man so schön,
„Life is what happens, while you´re busy making other plans“…

Ich wünsch mir was!

Heute habe ich Geburtstag.
Da darf man sich was wünschen.
Ich wünsche mir, dass mir nie der Sprit fehlen wird, um in mein Auto zu steigen und abzuhauen.

Das mache ich immer, wenn ich den ganzen Scheiß nicht mehr aushalte.
Heute Morgen war es dann auch wieder so weit, ich wollte nur noch weg.
Also Hund ins Auto und los.
Geburtstag
Fähre statt Brücke, viel schöner.

Und wenn man sich zum Wasser dreht, sieht auch keiner, dass man fast heult.
Das  beste Geschenk habe ich mir selbst gemacht: eine Zehnerkarte für diese Fähre.

Ich überlge, ob ich den Beifahrersitz im Elfer ausbauen lasse.

Dann ist Platz für die Transportbox vom Mops.
Da der fast immer dabei ist, steht der Porsche viel zu viel rum.
Sieht aber sicher furchtbar aus.
Auf der anderen Seite, was hat Frau von einem stehenden Carrera?

Oder sollte ich einfach den Sitz opfern?
Und den Hund zum Teil der Geschichte dieses Porsches machen?
Aber dann riecht er bald nicht mehr nach Porsche, sondern nach „Mops-Muff“, wie neulich eine Boxsterfahrerin sagte.

An dieser Stelle den Porschefreundinnen vielen Dank für Ihre Gratulationen!

Die vielen Unfälle meines Installateurs

Am Rande habe ich vermutlich immer mal wieder erwähnt, dass in meinem Haus Bauarbeiten stattfinden.
Unter anderem hat ein Installateur (Herr Volquarts) einen Auftrag mit einem Volumen von knapp 30.000 Euro von mir erhalten.

Er hatte einen zuverlässigen, flotten und professionellen Eindruck gemacht, und deshalb hatte ich ihn ausgewählt.
Mein altes Bad wurde herausgerissen. Seit Wochen habe ich also kein Bad.
Nun, wo das neue Bad aufgebaut werden soll, haben die Mitarbeiter von Herrn Volquarts auffällig viele Unfälle und können deshalb leider nicht zur Arbeit bei mir erscheinen.

Einer hatte einen Auffahrunfall auf dem Weg zur Arbeit.
Sein Chef hat leider „vergessen“ mir zu sagen, dass er deshalb nicht kommen wird.
An diesem Wochenende wollte ich wegfahren, mit dem Porsche die Eifel genießen.
Da mein Sommerurlaub wegen all der Bauarbeiten nicht stattgefunden hat, wollte ich ein langes Wochenende einlegen, um Kraft zu schöpfen.

Nun hatte der Installateur mir zugesagt, dass heute hier gearbeitet werde.
Also bin ich nicht weggefahren.
Keiner kam.
Auf mein Nachfragen hin, erfuhr ich, dass sich sein Mitarbeiter einen Nagel in den Reifen gefahren habe, und es ihm leider entfallen sei, mir mitzuteilen, dass heute keiner käme.

Ich bin sicher, dass diese Ereignisse nichts mit dem Bauernhof zu tun haben, den sich der Bruder von meinem Installateur gekauft hat.
Wie er uns erzählte, ist da noch unheimlich viel zu tun, und sein Bruder wolle schon sehr bald einziehen.

Leute fahrt vorsichtig, all diese Auffahrunfälle und Nägel auf den Straßen…!

Womit beschäftigen sich Frauen?

Sie schicken sich Angebots-Kopien von Elfern, mit denen sie flirten.
Oder bekommen solche geschickt und lesen sie sabbernd wie der Pawlowsche Hund.
(Eine Porschefreundin hat mir gestern Bilder von einen sehr schönen Carrera in weiß/Naturleder braun geschickt, den sie sich ansehen wird.)

Oder sie verabreden sich, eine schlägt einen Treffpunkt vor und die andere antwortet mit: „Briller Straße. Kann Porschi da parken?“
(Ich konnte natürlich umgehend porschesichere Parkmöglichkeiten vorschlagen…)

Oder sie feiern ihren Geburtstag vor, weil der Grundschulfreund aus München gerade da ist, und gemeinsame (Kinder)geburtstage Tradition haben.
Heinemann
Und bekommen neben Mops-Christbaumkugel und Tiara auch etwas aus dem Porschemuseum mitgebracht.

Entgegen landläufiger Annahmen beschäftigen sich Frauen also offensichtlich primär mit Sportwagen der Marke Porsche.
Womit beschäftigen sich Männer eigentlich?

 

 

Porsche-Treffen am Trimm-Dich-Pfad

Als ich im Wald ankam, war ich nicht viel mehr als eine leere Hülle meiner selbst.
Müde, mutlos, manngeschädigt.
Ich war extra früh dran, um mit Moses noch eine Runde vor dem Porsche-Treffen durch den Wald drehen zu können.

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In diesem Wald gibt es einen Trimm-Dich-Pfad, aber das macht heute, glaube ich, keiner mehr.
Mit der Zeit wurde mein Herz etwas leichter und der Kopf weniger wattig.
Sicher lag es an der Bewegung.
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Mops auf dem Trimm-Dich-Gerät-Fotografieren trainiert ungemein.

Meine Pizza hatte ich mir verdient, als ich zum Treffen mit der Porschefreundin erschien.
Drei sehr schöne Stunden später stand ich am Waldrand, um den Hund noch einmal zu entwässern, bevor es auf die Autobahn gehen sollte.

Als sie den Zündschlüssel umdrehte, und ihr Boxster mit diesem kleinen Porsche-Startschrei aufwachte, rutschten meine Mundwinkel noch ein wenig höher.
Schönes Geräusch.
Sportwagen und Trimm-Dich-Pfad, das passt.

Hinter dem 997

Dienstreise im Kombi.
Mann und Hund besuchen mich abends und wir fahren zum Mexikaner.
Vor uns ein weißer 997.
Der Verkehr fließt zäh.

Zeit genug, um ihn eingehend zu betrachten.
Und dabei zu überlegen, ob man zufrieden sein kann, weil er geil aussieht.
Nein, es hat sich kein Über-ich gemeldet, und mich gescholten, dass solche Überlegungen primitiv seien.

Mein Blick schweifte über seine breiten Rundungen.
Folgte den fließenden Linien.
Breit-gedrungen und doch voller Kraft…

Er hatte eine andere Auspuffanlage als ich.
Aber das Ergebnis meines Checks war: Prachtarsch.
Und ich hab auch einen, der wartet zuhause auf mich und das gibt auch in der Ferne, auch im Kombi, ein gut zufriedenes Gefühl.

So, Zeit fürs Bett, Spritgeldverdienen macht müde.

„7 Wege zu einem sinnerfüllten Leben mit 40“

Für 45 Euro (Abonnenten zahlen 35) kann man sich, veranstaltet von der Rheinischen Post, von einem Diplom Biologen (!) erklären lassen, wie die Lebensmitte zur Chance wird.
Was für ein Stuss.

Das Einzige, das ein Biologe qualifiziert zu diesem Thema von sich geben kann, ist: der Sinn der Existenz ist die Fortpflanzung und somit der Arterhalt.
Allein die Idee, dass das Leben ab 40 schlagartig sinnfrei sein könnte, finde ich bei aller Midlife-crisis-Erfahrung abwegig.

Jetzt sind wir alt genug, um Porsche zu fahren, ohne peinlich, weil zu alt oder zu jung zu sein.
Wir lernen immer noch, aber wissen schon eher, wer wir sind.
Vermutlich haben die meisten von uns noch jede Menge Zeit, um Sinn und Unsinn des Lebens zu genießen.

Rein in den Porsche und der Weg ist das Ziel.
Zack! Porsche-Blog gelesen und 45 Flocken gespart.
Immer lohnend, hier vorbei zu schauen…