Der Fahrlehrer – Bock

Vor einigen Tagen sah ich einen Porsche während ich im Mercedes unterwegs war. Plötzlich schoß ein intensives Sehnsuchtsgefühl durch mich.
Akute Porschesehnsucht.
Viel zu wenig Gelegenheit, die schwarze Schönheit zu fahren in der letzten Zeit!

Heute kam dann die Gelegenheit, ich hatte einen längere Strecke vor mir, und der Hund war nicht dabei.
Fast war ich beim Kunden angekommen, nur noch eine Ampel und wenige hundert Meter trennten mich von meinem Ziel.
Da sprang die Ampel um, und im stop and go ging es weiter.

Was mich extrem nervös machte, war der Mann hinter mir.
Er fuhr dicht hinter meinem schönen Heck, und las dabei eine weit aufgeklappte Zeitung, ich glaube er hat dabei auch geraucht, auf jeden Fall hantierte er beim lesend-Fahren.
Hm, dachte ich. Vielleicht fährt er viel (was sich später als zutreffend herausstellen sollte…) und langweilt sich am Steuer.

Trotzdem.
Ein fieses Gefühl.
Ich sah, dass sein Wagen großflächig beschriftet war.
Offenbar ein Dienstwagen.
Was las, hat mich sehr verblüfft.

Der Mann saß in einem Fahrschulauto!!
Sowas nennt man wohl den Bock zum Gärtner machen.

Erholt von dem Erlebnis habe ich mich erst auf dem Rückweg.
Da gibt es eine ganz wunderbare links-rechts-Kombination in der Auffahrt zur A57, die einen Frau richtig glücklich machen kann…

Doch wohl nicht der Porsche?!

Als ich Dienstagmorgen früh die Rückreise aus der Eifel antrat, spürte ich einen Hauch von Erholung.
Nach schwüler Hitze hatte sich Pfingstmontag der Himmel eindrucksvoll verdunkelt und Wind war aufgekommen.
Mehr war bei mir in der Eifel nicht passiert.

Das Radio lief während meiner Fahrt zurück an den Rhein und es ging die ganze Zeit um die Verwüstungen, die der Sturm angerichtet hatte.
Im Rheinland war es wohl deutlich schlimmer gewesen, wurde mir klar.
Sorge kam in mir auf, ob wohl im Garten die alten Bäume Schaden genommen hatten?

Mein Telefon klingelte und die Stimme meines Nachbarn erklang in meinem Auto.
„Guten Morgen! Der Sturm hat von der großen Zeder vor ihrem Haus einen Ast abgebrochen, und der liegt jetzt auf einem Auto.“
„Oh Gott, ich bin in einer Viertelstunde da.“

Es war nicht nur ein Ast, das Auto war halb verschwunden und die Äste waren so dick, dass ich sie nicht alleine herunter heben konnte.
Wie durch ein Wunder stellte sich später heraus, dass der Wagen weder Beulen noch Kratzer hatte.

Voller Sorge lief ich nach hinten und sah in den Garten.
Er war nicht wiederzuerkennen.
Begraben unter einer 50 Jahre alten Riesenbirke.
Ein Trümmerfeld.

Meine beruflichen Termine für den Tag habe ich abgesagt.
Die Kunden hatten Verständnis und fragten, ob viel passiert sei.
Wann immer ich das Auto unter der Zeder erwähnte, kam die bange Frage:
„Doch wohl nicht der Porsche?!“

Nein, der stand sicher und trocken in der Garage.
Er hat alles gut überstanden.
Ich hingegen teile meine Zeit zwischen Dienstreise und Häcksler auf.
Der Gärtner macht mir wenig Mut, dass er in den nächsten 7-14 Tagen die Zeit dazu findet, vorbei zu kommen.

Nervig und sehr anstrengend, aber andere hat es viel härter getroffen.
Und dem Elfer geht es gut.

Ist der Porsche intakt, freut sich der Mensch! 😉

 

Early Bird

Ich mag die Zeit ganz früh am Morgen, wenn noch so wenig Menschen unterwegs sind, dass man meinen könnte, die Welt gehöre einem ganz alleine.
Als ich noch regelmäßig laufen ging, war ich oft um diese Zeit unterwegs im Wald.
Im Wald alleine zu sein hat mir in letzter Zeit sehr gefehlt.

Ausschlafen finde ich reizlos.
Ich bin morgens schnell aktiv und voller Energie.
Die Pfingsttage dieses Jahr sind so heiß, dass es früh am Tag am angenehmsten ist, zum Wandern.

Also packe ich um kurz nach sieben am Pfingstmontag den Mops ins Auto, und breche zu einer sehr schönen Stelle am Ahrsteig auf.
Auf dem Weg zu dem Platz, an dem ich das Auto lassen will, fällt Sonnenlicht in schrägen Streifen durch das dunkle Grün der Bäume.

Im Radio läuft „Brothers in Arms“.
Ein magischer Moment.
Autofahren mit Musik in so schöner Gegend macht mich glücklich, wie kaum etwas anderes.

Ich bin völlig alleine auf der schmalen Straße durch den Wald.
Es ist so leise, dass das Brummen der Insekten einem laut vorkommt, als der Welpe und ich  den Spaziergang starten.
Dann passiert wieder das, was mir schon so oft im Wald passiert ist.

Ich gehe und gehe und will gucken, wie der Weg hinter der nächsten Biegung weitergeht.
Der Rückweg wird lang und länger, das Hundebaby darf noch nicht so lange laufen, ich habe ihn auf dem Arm und es geht bergauf…
Als ich mich wieder dem Auto nähere wird der Wald lichter und noch immer ist es so früh, dass ich die Straße für mich alleine habe.

Auch die Rückfahrt ist wieder pures Autofahrglück.
Ein heißter Eifelsommertag kann kaum schöner beginnen.
Wenn die Langschläfer in einer Stunde die Augen öffnen, werden sie all das verpasst haben.

 

Waschstraßen-Test

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Der Elfer soll in die Waschstraße.
Eine Porschefreundin riet mir wegen der breiten Räder zu Mr. Wash.
Mr Wash ist die Waschstraße meiner Kindheit.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit fasziniertem Schaudern das psychedelische Schäumen rund um mich herum im Variant von Mama erlebte.
Heute bin ich dann, sicherheitshalber erst einmal mit der C-Klasse, bei Mr. Wash gewesen.
10 Euro für eine einfache Wäsche mit Felgenreinigung.

Am psychedelischen Wascherlebnis hat sich in den lezten 40 Jahre nicht viel verändert.
Auch an meinem leicht ängstlichen Erleben nicht.
Die Felgen sind prima sauber geworden.
Große Teile des Mercedes auch.

Aber rechts und links vom Nummernschild und am hinteren Stern ist er dreckig geblieben.
Und die C-Klasse ist weiß Gott nicht exotisch geformt, an dieser Stelle.
Schwache Leistung!
WA

Also Anruf beim PZ Düsseldorf.
Zwei Minuten lang Dudelmusik durchsetzt mit Porschewerbung und Motorsound, dann meldet sich eine Dame.
Ich: „Ich hätte gerne eine Waschstraßenempfehlung für meinen Elfer.“
Die Dame: „Dann bringen sie ihr Fahrzeug doch zu uns!“
Ich: „Wenn ich das gewollt hätte, dann hätte ich einen Termin ausgemacht.“
Die Dame: „Ja prima, dann machen wir das doch!“
Ich: „Nein, ich möchte nur eine Waschtraßenempfehlung.“
Die Dame: „Einen Moment bitte.“
Wieder Dudeln, Werbung, Sound.
Die Dame hat Rücksprache gehalten: „Dann fahren sie doch zu Mr. Wash.“

Nee.
Ich glaub nicht…

Er ist einfach ein Frauentyp

Es war einmal eine Frau, die schon immer Angst beim Autofahren hatte.
Vor 28 Jahren hat sie völlig aufgehört selber zu fahren und auch als Beifahrerin hatte sie große Not.
Ihr Mann durfte nie viel schneller als 100 Kmh fahren, was bei langen Strecken einen Quälerei sein muss.

Diese Frau ist eine Kundin von mir, und wir sind heute gemeinsam von der Dienstreise nach Hause gefahren.
Im Porsche.
Ihr war etwas mulmig beim Einstieg in den niedrigen Sportwagen.

Ich wies sie darauf hin, wie gut die Sportsitze dem Körper Halt geben, um sie zu beruhigen.
Hingerissen strich sie über die Ziernähte im Armaturenbrett.
Die Schöheit meines Elfers trotzte der Phobie.

Das war sehr schön zu erleben.

Als ich vorischtig auf 150 beschleunigte, streichelte sie gerade mit verklärtem Blick die teddy-farbene Innenverkleidung.
Sie hatte Angst, wenn der Carrera seine sexy Stimme erhob, und dennoch wollte sie, statt Musik, lieber dem Motor lauschen.

Als ihr Mann am vereinbarten Treffpunkt zu uns stieß, zeigte sie ihm begeistert den tollen Innenraum und ich erzählte ihm zwinkernd, dass seine Frau 150 Kmh ausgehalten hat.

Frauen und Elfer, eine magische Mischung.

Der Trostlorsche

Mein Dachschaden ist bis auf einige wenige Anfälle von Restschwindel Vergangenheit.
Ich kann wieder Auto fahren und habe für die Dienstreise den 997er genommen.
Privat läuft es mehr als unerfreulich und der Mist mit der Gehirnerschütterung hat mir das Wochenende verhagelt.

Und dann dreht man den Schlüssel seines Elfers.
Ein kitzeliges Glücksgefühl kommt völlig unerwartet über einen.
Eine ganz unvermittelte Freude über den geliebten Klang.
Wenn dann auf der Autobahn eine größere Lücke vor einem ist, und der Carrera so losstürmt…

Welch eine Wonne.

Mein Porschebruder fragt per whatsapp, ob ich denn den Porsche genommen hätte, für die Fahrt.
Und ich antworte, mich in der Eile während der Arbeit vertippend: „Klar, Trostlorsche muss sein.“

Und auch wenn in Zuffenhausen nicht wirklich Lorsches produziert werden,
inhaltlich stimmt das.
Ob ich ihn eines Tages nicht mehr als Trost brauchen werde?
Ob er mich dann noch genau so glücklich machen wird?
Oder ob alles ganz anders kommt, wie so oft im Leben?

Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn es heißt: Anne und der Trostlorsche! 🙂