Der Nürburgring dreht durch

An einem herbstlichen Freitag hatte ich beschlossen, zum Ring zu fahren, um beim ADAC Saisonfinale vorbei zu schauen.
Am Parkplatz angekommen, wunderte ich mich, dass ich an diesem Tag, an dem nichts Besonderes geboten wurde ( es war nur Training, das eigentliche Programm startete einen Tag später), fünf Euro für das Parken berappen sollte.

Ein Hoch auf die Ortskenntnis, einen Parkplatz weiter konnte ich kostenfrei parken, aber wer sich nicht auskennt, latzt…
An der Kasse kramte ich die 7.50 Euro Eintritt aus dem Portemonnaie und fragte beiläufig, welche Tribünen heute geöffnet seien.

Die freche Antwort „Keine!“ ließ mich dann doch mein Kramen unterbrechen.
Wofür ich denn dann Eintritt bezahlen müsste, wollte ich wissen.
Für das Fahrerlager. Man könne auf die Schnuppertribüne (zum Fotografieren nicht optimal) das koste aber 1.5 Euro extra und wenn man die Trübene verlasse, könne man nicht zurück, ohne erneut zu zahlen.

Fassungslos klappte ich das Portemonnaie wieder zu.
Was für ein Nepp.
So vermittelt man den Besuchern nicht, dass sie wieder kommen sollten.
Da kommt man mit Parken und Eintritt zu einem 12.50 Euro teuren Bummel durchs Fahrerlager.

Wer aus einem der vielen Ballungsgebiete kommt, kann für seinen Brückentag unter einer Vielzahl von Attraktionen auswählen.
Der unterwirft sich vielleicht einmal einer solch armen Kosten-Nutzen-Relation und kommt dann nicht wieder.

Die wenigen Kunden, die heute gekommen sind, werden tüchtig von den Pleitegeiern am Ring vor den Kopf gestoßen.

Vorbei an der Geisterstatt der verwaisten Gastronomie schlendere ich zurück zum Porsche.
Die Straßen sind leer und ich kenne ich paar schöne Strecken.
Da investiere ich mein Geld lieber in Sprit!

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Im Hintergrund die Silhouette der Nürburg.
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Die schwarze Schönheit ganz alleine auf der waldigen Strecke.

Geblitzt – freie Fahrt für freie Bürger…

Brückentag.
Das verlangt nach einer Porschetour.
Ich fülle den Tank, und noch bevor ich den blöden Tunnel auf der A1 erreicht habe, blitzt es plötzlich.

Mist!
Ich muss doch so vorsichtig sein, weil sie mich in den letzten vier Wochen schon einmal…
Entnervt fahre ich im Tunnel die vorgeschriebenen 60 Kmh.
Es fühlt sich völlig absurd an.
Immerhin fahre ich über eine hervorragend ausgebaute 3-spurige Autobahn.
Mit 60…

Weitere Vergehen kosten mich den Führerschein, daher reiße ich mich unglaublich zusammen.
Im Rentnertempo schaukle ich den Porsche in die Eifel.
Sobald ich von der Autobahn runter bin, fahre ich mit scharfem Schwung auf die Nebenstrecke.

Aaaah, endlich wieder freie Fahrt!
Bewusst wähle ich Strecken zwischen winzigen Orten, auf denen es sich nicht lohnen würde, Radarfallen zu installieren.
Die Jahre in der Eifel zahlen sich aus, denn ich kenne auch Straßen, die den normalen Wochenend-Touristen verborgen bleiben.
Hier können der schwarze Prinz und ich Spaß haben.

Zum Teil sind die Strecken so schmal, dass zwei Fahrzeuge sich mit maximal 30 kmh begegnen können, weil nur wenige Zentimeter die Seitenspiegel trennen.
Es geht in vielen Kurven bergauf und bergab.
Super.
Selbst mit dem Tempo aus dem Tunnel hat man in den engen Kehren hier ordenltich zu tun, als Fahrer.

Um mich herum eine wunderbare herbstliche Kulisse
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An meiner Lieblingstanke wird nachgetankt, offenbar benötigt der 11er beim Sträßchen-Heizen ganz schön viel Sprit, und weiter geht es.
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Haltestelle

Ich fahre und fahre.
Dann bin ich müde und halte in Blankenheim, um mich noch mit dem guten Brot von Milz zu versorgen.
Dort treffe ich meinen langhaarigen Bekannten wieder.
Irgendwie treffen wir uns immer beim Einkaufen.

Er fragt, wo ich den Porsche geparkt habe.
Irgendwie fragen immer alle nach dem Porsche.
Dann fahre ich wieder zurück, gaaaaaanz langsam.

Nach sechs Stunden im Porsche bin ich müde, der Tank ist leer und das Herz ist voll.

Sie wurden verwarnt!

In den 80ern gab es einen Spruch, „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“.
Macht es Sinn, mit Menschen zu argumentieren, die, aus welchen Gründen auch immer, zur Einsicht gar nicht fähig sind?
Eigentlich doch vertane Liebesmüh.

Dennoch versuchen wir es, nach dem Motto: „Das muss er doch einsehen…“.
Wahrscheinlich arbeiten wir uns nur an dem Brett vor dem Kopf unseres Gegenübers ab.
Dennoch rät die Psychologie, sich selbst zu behaupten.
Tun wir es nicht, verzagt die Seele eines Tages, gibt auf und wird depressiv.

Heute Morgen flattert mir eine Verwarnung ins Haus.
Sie kommt von dem Herrn, der seinen Lebensunterhalt mit dem PFF, einem Porscheforum verdient.
Er weist mich darauf hin, dass ich stören würde und einen hohen Moderationsaufwand verursache. Mir sei aus der Psychologie der Begriff „Spiele der Erwachsenen“ sicher bekannt, ich treibe dort offenbar irgendein Spiel, daher würde er mich verwarnen und danke für mein Verständnis.

Da ich dafür ungefähr genau so viel Verständnis habe, wie für die „Wir danken für Ihr Verständnis“-Schilder an Autobahnbaustellen, auf denen es nicht voran geht,
dekoriere ich meinen Vormittag mit der scharfen Antwort.
Vermutlich Zeitverschwendung, er wird kaum einsehen, welchen Käse er da von sich gegeben hat.

Ich bin in den 80ern groß geworden und will auch keine depressive Seele,
daher: Blödmann-Korrespondenz erledigt,
jetzt steige ich in meinen wunderschönen Porsche, fahre in die Eifel und gucke am Ring vorbei!
Keine Macht den Doofen über die eigene Stimmung 🙂

Nachtrag:
Während ich nichtsahnend durch die Eifel fuhr, hat Andreas Bippes meinen Account gekillt. Ich kann mit meinen Bekannten im Forum nicht mehr in Kontakt treten. Meine Mails sind nicht mehr lesbar.

Diese Mail fand ich bei meiner Rückkehr:

Hallo Anne,
ich denke nicht, dass wir schon mal miteinander „zu tun“ hatten. Und mich erstaunt auch ehrlich gesagt etwas deine Reaktion. Ich kann mir jedoch denken, aus welcher Richtung das kommt.
An deiner Antwort und deinen verwendeten Begriffen erkenne ich aber, dass es ab hier wenig Sinn macht, weiter zu diskutieren. Einen gemeinsamen Nenner werden wir nicht finden, und offensichtlich bist du auch entsprechend „vorbelastet“ bzw. „geimpft“. Daher denke ich, dass ein getrennter Weg das Beste ist.
Ich werde deinen Account daher löschen. Nenne es gerne „Machtspielchen“, wenn das für dich als Erklärung angenehm ist. Ich für meinen Teil möchte einfach keine Konflikte im PFF haben, und es scheint hier wohl keinen anderen Weg zu geben.
Gruß
Andreas

Der Drifter und die Memme – eine Plauderei unter Porschefahrern

Mittwochmorgen im Stau zur Arbeit:
Mein Porschebruder und ich schreiben hin und her.
Er war am Ring und hat sich nicht gemeldet.
Statt mit mir eine Runde zu fahren, schickt er ein Foto, auf dem die Freundin eines Freundes den Beifahrersitz ziert.

Das geht natürlich zu weit!
Ich muss Beschwerde einlegen.
Seine freche Antwort: „Du hättest eh nur Schnappatmung bekommen, und nach drei Kurven hysterisch auf mich eingeschlagen.“

Das kann ich natürlich überhaupt nicht auf mir sitzen lassen, und schieße zurück:
„Da träumst Du von. Mein Porsche hat mehr PS, als Deiner.“

Herr Drifter rettet sich mit. „Ps…pfff. Ums Eck zählt.“
und dekoriert das ganze mit einem Teufelskopf.

Natürlich fährt er mit seinem Cayman viel wilder, als ich meine schwarze Schönheit.
Aber ich nehme schwer an, dass ich das auch könnte, wenn ich wollte.
Beim Motorradfahren habe ich es ja auch gelernt.
Gelassen vom Thron der 11er-Eignerin herabschauend, schicke ich meine Antwort:
„Hahaha“ und als Deko ein Auto und eine Rakete.

Love u Bro! :-*

Herzlichen Glückwunsch Frau Rehfeld! – Congrats Mrs. Rehfeld!

Ich bin hingerissen!
Von Roland Rehfeld!
Wer das ist?
Ein Fahrer bei ROWE-Racing.

Und warum?
Auf deren Homepage werden alle Fahrer mit kurzen Steckbriefen vorgestellt.
Herr Rehfeld gibt als größten persönlichen Erfolg an:
„Meine Frau“

Wie rührend!
Wer hätte gedacht, dass so viel Romantik auf der Homepage eines Rennstalls zu finden ist?
Süß!

I am smitten with Roland Rehfeld.
Roland Refeld is a driver with ROWE-Racing.

What is so special about him?
The team`s drivers are introduced via profiles.
Asked for his biggest personal success,
Mr. Rehfeld answers: „My wife“

How touching!
Who would have expected to find so much romance in a place like that?
Sweet!

Bei Porschefahrers auf der Couch

Der Dr. und ich machen beide immer Fotos auf den Rennen, zu denen wir fahren.
Meine sind mit Glück ganz ok, seine sind grundsätzlich großartig.
So großartig, dass ich fast sterben muss, wenn ich sehe, wie mies meine im Vergleich sind.

Also habe ich mir eine raffinierte Methode ausgedacht, damit es nicht ganz so schmerzt.
Ich sehe mir seine Bilder nie unmittelbar nach meinen an.
Gestern war es so weit.
Ich hatte ausreichend Abstand zu meinen Fotos gewonnen, und wollte seine sehen.

Ein wunderbares Vergnügen für abends auf der Couch:
Rennfotos gucken!
Ich klickte und klickte, wir sprachen über die Fahrzeuge und die Fotos.
Die Zeit verging…

Irgendwann merkte ich, wie müde ich schon war und fragte:
„Schatz, wieviele Fotos sind es denn?“
„864.“ kam die trockene Antwort.

Man muss schon ziemlich Auto-affin sein, um sich über eine solche Antwort zu freuen.
Das bin ich allerdings und ich hoffe, heute Abend geht es weiter.
love´s bliss bei Porschefahrers.

Normale Menschen würden vermutlich schreiend aus dem Haus laufen, wenn wir diese Autofoto-Nerd-Nummer abzögen…  🙂