Targa Love

Ich bin verliebt.
Schon vor Jahren fand ich diesen Targa toll.
Er gehört jemanden, mit dem ich beruflich zu tun habe, und schon damals stand ich oft bewundernd auf dem Plarkplatz neben ihm.
Targa 006

Er ist von 1981 und riecht genau wie die Porsches meiner Kindheit.
Seufz.
Letztes Jahr durfte ich schon einmal mitfahren, damals mit frisch verletztem Sprunggelenk in Schiene und daher auf dem Beifahrersitz.

Der Lack ist nicht die Originalfarbe, aber er passt super zu seinem Besitzer, einem jungen Mann, und erfreut  mit seinem leuchtenden Hellblau das Herz.
Heute war ich bei den beiden eingeladen.
Natürlich wollte ich den Targa besuchen. Er parkt in einer Scheune, mit genügend Platz für weitere Fahrzeuge und sein Besitzer hat noch zwei andere Porsches.

So eine Parkscheune ist der Traum eines jeden Städters mit Porschesammlung.
Mein Gastgeber ist ein Manager mit Nerven aus Stahl, anders ist es nicht zu erklären, dass er mir anbietet, den hellblauen Schatz zu fahren.
Anfangs bin ich verblüfft von der schwergängigen Lenkung und kämpfe mit der Schaltung.

Aber was für ein Fahrgefühl!
Und der Sound. Super!
Er fährt sich vollkommen anders, als mein moderner 11er.
Wir fahren mit offenem Dach über wunderschöne Landstraßen in der Vulkaneifel, die Sonne scheint und der Targa fährt sich spritzig und kein bißchen müde.

Ja, man hat mehr zu tun als Fahrer, aber es ist auch irgendwie ein ehrlicheres Porschefahren.
Seine Front ist noch deutlich gewölbter als bei den jüngeren Modellen und es macht unglaublich Spaß, ihn zu fahren.
Die Pedale sind ungewohnt und da ich weder Auto noch Strecke kenne, fahre ich sehr vorsichtig.

Natürlich ist es um mich geschehen.
Am liebsten würde ich nie wieder aussteigen.
Jetzt will ich auch einen.
So einen alten, charmanten, flotten, ehrlichen Sportwagen.
Targa 002

12 Stunden 24h

1. Hühnerpestsperrbezirk Brünnchen
24h Sonntag 011

Ich nutze die Tatsache, dass es morgens noch etwas ruhiger ist, und nehme den Shuttlebus zum Brünnchen.
Hier haben es sich einige Herren bequem gemacht, die offenbar schwere Probleme mit Frauen haben.
24h Sonntag 002
Gummiepuppen sind ein beliebter Dekorationsgegenstand, dieser hat man eine Bierflasche eingeführt. Schön hier.
24h Sonntag 006
Die Wippermann Hell Boys, eine trinkfreudige Truppe, träumen von einem Porno Casting. Was hat das mit Motorsport zu tun?
24h Sonntag 012
Zum Glück gibt es auch sehr sympathische Zeitgenossen hier.

Ich wandere hinunter zum Karussell. Diese Streckenabschnitte sind landschaftlich wunderschön und gehören zu meinen Lieblingsstellen an der NOS. PAs, die Großraumdiskos beschallen könnten, blasen Musik durch den Wald.
24h Sonntag 014
Sowohl die Fans, als auch die Fahrer haben Sorge, wie es am Ring weiter geht. Das rechte Schild klebt auch auf meinem Auto…
24h Sonntag 031

24h Sonntag 020
Ein uralter Lanz tuckert zum Karussell. Hier sehe ich auch die Porsches, ein toller Sound, wie sie über den Beton plockern.
Der Rückweg wird unangenehmer, der Alkoholpegel steigt und als Frau läuft man an den angetrunkenen Männergruppen vorbei, sie haben hochrote Köpfe und ich komme lieber hierher zurück, wenn die Herren wieder abgereist sind.

2. Zurück an der GP-Strecke
24h Sonntag 032
Augen auf bei der Berufswahl Mädels! Die weißen Pumps der Grid girls sind wohl unbequem…
24h Sonntag 048
Dreher schon in der 1. Runde. Die Ginetta der vier Italiener fliegt einen Tag später an der Hedwigshöhe richtig.
24h Sonntag 238
Jubiläums SLS in der Dunlop Kehre
24h Sonntag 284
Titus Viper bekommt am Montagmorgen einen Getriebeschaden.

Ich ziehe um auf die Bilsteintribüne. Mit Sicherheit einer der kältesten und zugigsten Orte am gesamten Ring. Aber hier will ich die Bremsscheiben glühen sehen. Meine Hände werden immer kälter und am Ende zittere ich so sehr, dass meine Zähne klappern. Und das bevor um 21.00 Uhr der Wolkenbruch losgeht. Mai am Ring…
24h Sonntag 446
24h Sonntag 47224h Sonntag 525

Auf der Rückfahrt laufen die Pointer Sisters im Radio, wie passend!

„Tonight’s the night we gonna make it happen
tonight we’ll put all other things aside
give in this time and show me some affection
we’re going for those pleasures in the night“

Mein erstes Porschetreffen

Schon um 9.00 Uhr am 1. Mai brechen wir auf nach Dinslaken. Es soll zum Porschetreffen gehen.

Kurz vor Dinslaken erübrigt sicht die Frage nach dem Weg, die Porschedichte steigt sprunghaft an und wir fahren sowohl auf der rechten, als auch auf der linken Spur Kolonne. Mir als Beifahrerin gibt das die Gelegenheit, neugierige Blicke in die anderen Porsches zu werfen.

Gefahren werden sie von älteren Männern. Ausnahmslos. Verblüfft kommentiere ich das meinem Begleiter gegenüber. Wir scheinen den Altersdurchschnitt deutlich zu senken.

Da wir den Porsche draußen parken (zum Glück, wie sich später zeigt…) berappen wir 5 statt der 25 Euro, die es für die Fahrer kostet, die ihre Fahrzeuge auf der Rennbahn zeigen wollen und dort parken.

Die Sonne strahlt, ein Porsche nach dem anderen fährt auf das Gelände. Es gibt viel zu sehen. Die Stimmung ist fröhlich.

Aber der STAUB…

Durch die Trockenheit und den Belag der Rennbahn sind sofort die liebevoll polierten Fahrzeuge, unsere Kameras und auch wir mit feinem weißen Sand überzogen. Ich mache innerlich drei Kreuze, dass meine schwarze Schönheit gut geschützt in der heimischen Garage steht. Dennoch lassen viele Fahrer von offenen Wagen ihren Porsche ohne Dach im Staub stehen. Ich kann es gar nicht fassen.

Die Besucher einer solchen Veranstaltung hätte ich mir anders vorgestellt. Hier regieren Herren über 50, die Haare im Nacken gerne etwas über dem Hemdkragen, in Camp David oder La Martina gekleidet, alles keine richtigen Sympathieträger. Leicht schmierige Assoziationen mit Dieter Bohlen drängen sich mir auf.

Einer der einfahrenden Wagen ist bis unters Dach mit Gepäck von Luis Vuitton voll geladen.

Die Porscheclubs verbreiten mit Klappstühlchen und Essen aus der mitgebrachten Tupperkollektion fröhliche Campingstimmung. Einer der Clubs kombiniert gewagt das langstielige Sektglas mit Speisen aus der Plastikdose. Ein zaghafter, nicht ganz getaner Schritt zum stilvollen Picknick.

Ein Stück weiter wird gemessen und kommentiert, was so ein Auspuff röhren kann.

Mich schauderts.

Mein immer gutmütiger Begleiter bleibt unerschüttert, ich fühle mich wie im falschen Biotop.

Viele schöne, verschiedene Fahrzeuge gibt es zu bestaunen, das ist reizvoll und macht Spaß, der Rummelplatzcharme passt für mich nicht zu den edlen Designs der Porsches.

Eine absolut sympathische Szene voller gelassener Porscheliebe habe ich aber doch noch vor die Kamera bekommen.

Bild

Meine Freunde und meine Porscheleidenschaft

Niemand aus meinem Freundeskreis mag Autos besonders.

Für alle sind es Gebrauchsgegenstände und die meisten meiner Freunde fahren nur Kleinwagen.

Alle hatten natürlich mitbekommen, wie sehr ich mich für Porsches begeistere und wie lange ich mir einen gewünscht hatte.

Nachdem ich ihn dann endlich gekauft hatte, schickten sie mir die wunderbarsten Fotos.

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Geteilte Freude ist doppelte Freude!