Unter Drogeneinfluss am Steuer

Wenn ich schreibe, dass ich gestern Abend vollgepumpt mit Drogen am Steuer saß, ist das vermutlich besorgniserregend.
Der Hinweis, dass ich die Drogen alle selbst gemacht habe, klingt als hätte ich neben dem Porsche in der Garage, ein Crack-Labor im Keller.

Das ist nicht der Fall.
Gestern handelte es sich um Opioide.
Tolles Zeug, macht ruhig und euphorisch zugleich und angstfrei.
Ein wunderbares Gefühl.

Als ich spät am Abend noch an die Tankstelle fuhr, schwappte um mich diese rosa Wolke.
Ich hatte an einem Tag gleich zwei Aktivitäten, auf die der menschliche Körper mit Endrophinausschüttung reagiert, betrieben.

Früh morgens war ich laufen gewesen.
Bam! Die erste Dosis Endorphine.
Man steht dann mit so einem innerlichen dämlichen Dauergrinsen unter der Dusche.
Und wenn man danach ins Auto steigt, ist das noch nicht einmal illegal.

Abends haben wir wieder gesungen.
Beim mehrstimmigen Singen mischt die körpereigene Drogenküche den Endrophinen, die man beim Singen ausschüttet, noch einen guten Schuß Oxytocin hinzu.
Dafür muss man alternativ Babys stillen oder Sex haben. (Vermutlich in umgekehrter Reihenfolge…)

Und natürlich sind alle danach in ihre Autos gestiegen.
Das wär doch mal ein super Thema für eine Doktorarbeit:
„Der Einfluss von körpereigenen Opioidpeptiden auf die Fahrtüchtigkeit.“

Meine Hypothese: weniger road rage, aber ein leichter Hang zur Geschwindigkeitsüberschreitung…
passt ganz gut zum Carrera.

 

Das ganze schöne Geld ist weg!

Die Nacht war kurz.
Meine Freundin und ich waren wieder singen.
Wir sind Gesangsflittchen.
Egal ob Rudelsingen im Club oder vierstimmige finnische Choräle unter der strengen Fuchtel von Wolfram Goertz, wir sind dabei.

Gestern Abend hat eine riesige Menge Düsseldorfer den Soundtrack zu diesem Blog gesungen, wir waren Zarah, …!
Singen, vor allem aus vielen Kehlen, beseelt.
Nach knapp fünf Stunden Schlaf stand am Samstagmorgen der Kauf eines Business Anzugs auf dem Plan.

Übernächtigt zog ich los.
Erst habe ich noch etwas im Sportladen rumgetrödelt, dann ging es zur Sache.
Der Verkäufer hatte rasch beschlossen, die Marke, deren Name impliziert, man habe etwas zu melden, sei die richtige für mich.

Erschöpfende Probierversuche später war er ausgewählt.
Ein schwarzer Anzug, schlicht, elegant und sportlich nebst weißer Bluse.
Für eine Menge Geld.
Jetzt ist er da, und das Geld ist weg.

Zweifellos messe ich mit zweierlei Maß.

Wenn es um den Kauf von Sportwagen geht, erscheint mir der Preis angemessen.
Nicht eine Sekunde habe ich damals gedacht, „Das Geld ist weg!“.
Stattdessen durchglühte mich der Gedanke, „Ich habe einen Porsche!!!“
Offenbar bin ich eine eigenartige Frau.

Oh wei, Herr GT3

Freitagnachmittag, Rush Hour, A46, kurz vor Düsseldorf.
Schleichend quält sich der Verkehr mit Tempo 30 durch das Versagen der nordrheinwestfälischen Verkehrspolitik und Baustellenplaner.
Nicht so der Herr im GT3!

Sein Wagen ist auffällig und geschmacklos foliert und er trägt Handschuhe mit abgeschnittenen Fingern.
Sein Motor heult auf, während er auf der linken Spur, die ebenso voll ist wie der Rest der Autobahn, stark beschleunigt und sofort wieder abbremst.

Auf dem Beifahrersitz eine Frau, vielleicht will der Herr mit den albernen Handschuhen und der welken Gesichtshaut ihr imponieren.
Ich schüttele den Kopf und frage mich bang, ob ich auch schon mal derartig peinlich die gesamte Porschefahrerwelt blamiert habe.

Wie schafft es eine solche Knalltüte im Job ausreichend erfolgreich zu sein, um genügend Geld für ein so teures Fahrzeug anzuhäufen?
In welchen Berufen sind unreifes Verhalten, schlechter Geschmack und alberner Kleidungsstil von Vorteil?

Mein innerer Buddha mahnt mich, nicht gedanklich die Samen des Bösen zu wässern, und als er die Bahn verlässt, verabschiede ich sein häßliches Gefährt mit dem Gedanken, dass er seinen unterirdischen Geschmack ganz bestimmt durch ein besonders reines Herz ausgleicht…

Homecoming Queen

Meine Fahrt in die Eifel erinnert mich an den ersten Harry Potter Band.
Dort kündigen Katzen im Ligusterweg die Zauberer in der Muggelwelt an.
So ähnlich geht es auf der A1 zu.
Überdurchschnittlich viele Autos mit Nordschleifenaufkleber unterwegs…

Nicht wenige hochmotorisiert.
„Ob heute VLN ist?“ frage ich mich.
Und mein Glück will es, dass ich ungeplant zum ersten Mal in diesem Jahr und bei allerbestem Wetter zur VLN kann, memento vivere!

Der Winter war lang und durch ein anstrengendes Projekt geprägt.
Dieses nähert sich nun der Zielgraden und ich bin kurz davor, sehr zufrieden diesen Kraftakt abzuschließen.
Die Sonne verwandelt die Eifel in ein Motorsportpapradies und die Jacke kann im Auto bleiben.


Winken bei der Einführungsrunde kurz vor der Brücke in Adenau.
Als der Fuchsschwanzmanta an mir vorbei fährt, kann ich mich des Gedanken nicht erwehren, dass die Welt doch beruhigend in Ordnung ist.
Alles noch da, wo es hingehört, ein Gefühl, wie nach hause zu kommen.

Der Hunger treibt mich zum Lieblingsitaliener.


Das Rennen wird auf dem Laptop verfolgt, und dazu gibt es eine superleckere Tomatensuppe.
Auch hier ist alles wie ich es verlassen habe.
Derselbe Mann zwei Tische neben mir, ich an meinem Lieblingsplatz.

Ich mag dieses Gefühl, wenn die Welt meiner Seele passt, wie ein gut sitzender Handschuh.
Auf dem Weg zum Auto treffe ich die wunderbare Giulia, die das Restaurant 30 Jahre lang geführt hat.
Wir begrüßen uns herzlich.

Die Rückfahrt vom Ring wird überschattet von Motorradfahrern, die auf einer zweispurigen Landsstraße eine dritte Spur in der Mitte eröffnen und mich schaudernd denken lassen, dass ich nicht sehen will, wie sie schwerst verletzt auf der Straße liegen, während ich gezwungen bin, erste Hilfe zu leisten.

Oder mir frontal ins Auto krachen.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen kann ist, dass genau so ein Unfall heute noch im Ahrtal passieren wird.
Zum Glück ist alles, was ich davon mitbekomme, das kaputte Bike auf dem ADAC-Wagen.

„Organspenderwetter“ nennen die Mediziner in den Notaufnahmen Tage wie diesen.
Für mich geht ein runder Tag idyllisch in der schönen Landschaft zuende.
Reine Glückssache… memento mori.

12 Männer und 12 Hunde unterwegs im Porsche durch Kalifornien

26. Dezember, Porschewetter.
Die Straßen sind trocken und es ist warm genug, um die Sommerreifen fahren zu können.
So schwül es im Sommer oft bei uns ist, so mild sind die Winter im „Kalifornien NRWs“.

Der Carrera und ich sind unterwegs zur traditionellen Weihnachtsabschluss-Party bei meinen Freunden.
Er kennt die Strecke und ich lasse meinen Blick beim Fahren schweifen.
MON-EY lese ich auf dem Kennezeichen eines schwarzen Mercedes.

Kann man machen, muss man aber nicht, denke ich.
Der Mann am Steuer passt zu seinem Kennzeichen, leider ist er kein begnadeter Fahrer.
Kurz danach lenkt mich eine flott durchfahrene Kurve ab.

Huah!
„Das war aber etwas flott!!“ flüstert mein innerer Angsthase.
„Scheiß drauf“ antwortet die wilde Frau in mir, „dafür sind diese Autos schließlich gebaut.“

Optimal gebaut ist auch des Elfers Ablage unter der Heckscheibe.
Mein traditionells Geschenk (jedes Jahr schenken mir die Gastgeber einen Kalender) passt perfekt:
Dieses Jahr: 12 Männer mit muskulösem Oberkörper (alle haben zufällig Ihr T-shirt verlegt…) und Hund.

2018, ich bin bereit!

 

 

Mit dem Oligarchen auf der Autobahn

Heute ist der erste Advent.
Zu meiner Verblüffung stellte ich beim Aufstehen fest, dass Petrus, um uns Rheinländer in Stimmung zu versetzen, den ersten Schnee des Winters geschickt hatte.
Alles war weiß.

Ich musste in die Eifel und bei dem Wetter war klar, die C-Klasse muss ran, der Elfer bleibt in der salzfreien, schneefreien Garage.
Auf den Straßen war die übliche Mischung aus Nässe, Matsch und Salz.
Und mitten drin, zu meiner großen Fassungslosigkeit, ein 911.


Kilometerweit beschäftigte mich die Frage, warum man bei diesem Wetter seinen Porsche aus der Garage holt.
Die einzig sinnvolle Erklärung war folgende: der Fahrer ist ein russischer Oligarch und der Elfer das billigste Fahrzeug in seiner Garage.

In der Eifel hielt ich in Marmagen bei meiner Lieblingsbäckerei.
Auf dem Weg dorthin hatte ich ein Auto im Graben gesehen.
Als ich dies der Verkäuferin beim Bäcker erzählte, war deren lakonische Antwort:
„Da war er vermutlich zu langsam.“

Als ich vorbei an schneebedeckten Kiefern zurück zur Autobahn rollte, musste ich wieder an den 911er von der Hinfahrt denken.
Lieber Herr KF-WT 911,
ich hoffe, Ihr Porsche steht heile und nach gründlicher Wäsche wieder in der Garage…

Treffen mit Mr. Teen Spirit

Mein Karma ist bestimmt ruiniert.
Ich habe gerade mit Herrn Teen Spirit gesprochen, weil wir uns auf einem Hundespaziergang trafen.
Er roch heute unauffällig, hatte wieder die schöne Jacke an und war sehr freundlich.

Und ich böse Frau schreibe hier gemeine Sachen über seine Parfumauswahl…
Ich werde mich umgehend in reinen Gedanken und buddhistischer Friedfertigkeit üben!