Mein Maserati fährt 210

Hätte man mir als 12 jähriger erzählt, dass ich Markus auf einer Party treffen würde, ich hätte es nicht geglaubt.
So ist das mit den Helden der Jugend, je älter man selber wird, desto eher werden sie zu ganz normalen Menschen.

Der arme Markus hat mir nur die Hand gegeben, weil mein Star-Freund Bastian uns vorgestellt hat, war aber ausgesprochen charmant.
Vor mehr als 20 Jahren habe ich bei der Arbeit mal Extrabreit getroffen, auch Jugend-Ikonen.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber die Hits meiner Jugend habe ich so oft gehört, wie ich nie wieder Musikstücke konsumiert habe.
Tatsächlich war ich der Meinung, dass es nichts Geileres gäbe, als wenn die Schule endlich in Flammen aufginge und obwohl es kein Maserati geworden ist, sehen wir ja, wohin Markus Hit geführt hat.

Ich kann da nichts für, wenn ich Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriere.
Das ist Gehirnmanipulation in früher Jugend.
Ich muss das quasi tun.

Tag der Frau – Porschetag

Heute ist internationaler Frauentag.
Am 11. Februar war internationaler Falschparkertag.
(Leider hab ich völlig vergessen, meinen Nachbarn anläßlich dieses Tages etwas TNT ans Zündschloss zu koppeln.)
Am 26. August ist Tag des Toilettenpapiers.

Alles Tage von internationaler Bedeutung.
Die Düsseldorfer haben aus diesem völlig verregneten Mittwoch einen anderen Feiertag gemacht.
Aquaplaning auf die leichte Schulter nehmend, schienen absolut alle Menschen im gesamten Großraum der Landeshauptstadt sich heute Morgen gedacht zu haben: „Heute nehm ich mal den Porsche!“

Recht so!
Das Straßenbild wird dadurch schöner, die Geräuschkulisse ansprechender, das Herz leichter.
Morgen habe ich schon um acht Uhr das erste Meeting beim Kunden, zum Trost nehme ich das erste Mal in diesem Jahr auch wieder den Elfer.

Plenty more Sportwagen on the road

Samstagmittag stand ein prachtvoller oranger McLaren vor meiner Lieblingspizzeria in Adenau.
Da muss Frau trotz lebensbedrohlichen Hungers erst einmal stehen bleiben und das Prachtstück umrunden.

Als ich den Wirt fragte, wem er gehört, erklärte er, das sei der Wagen eines anderen Gastes.
Ich bat ihn direkt darum, eine Ehe anzubahnen.
Den Eigner kannte ich vom Sehen, er hatte im Sommer an einem der Nachbartische gesessen, als ich bei der VLN war und dort zu Mittag gegessen hatte.

Falls es mit der Hochzeit nicht klappt, wäre ich gerne auch bereit, während er ißt, das heiße Baby für ihn etwas über die umliegenden Landstraßen zu jagen, damit die Reifen nicht abkühlen.
Jetzt im Winter sind die Straßen wunderbar leer und ich hatte fast vergessen, wie viel Spaß das Fahren in der Eifel macht.

Mit so einem Geschoss würde meine Lippen sicher ein sehr glückliches Lächeln umspielen…

Von Männern, die nicht aus Liebe weinen

Manche Menschen sammeln Briefmarken.
Einige Glückliche sammeln Sportwagen.
Ich sammele Männer, die nicht aus Liebe weinen, zumindest nicht, wenn es um das Ende der Liebe zu mir geht.

Das mache ich nicht absichtlich, vermutlich habe ich einfach ein Händchen für fleischgewordene Montagsmodelle.
Als ich herzgebrochen irgendwann nach der Trennung von meinem Mann weinend bei ihm anrief, war er gerade in einer Kneipe und spielte heiter Dart.

Als ich den Dr. vorhin anrief, hatte er wenig Zeit, weil er mit seinen neuen Vermietern Pizza essen wollte.
Ach Porschefreunde, Ihr habt Recht behalten.
Warum muss man jeden erbärmlichen Mistfehler selber machen, um zu kapieren, dass diejenigen, die einen gewarnt haben, recht hatten?

Wär ich damals nur meinem Plan treu geblieben.
Der lautete: „Schluss mit den ganzen Scheißtypen. Ich kaufe mir jetzt einen Porsche und werde glücklich!“

Nochmal Turbo

Der Dr. und ich sind heute sicher von einem Porsche 911 Turbo-Fahrer für völlig bekloppt gehalten worden.
Wir kamen vom Blumenladen und hatten einen Mops im Schlepptau.
Die Sonne schien herrlich und wir waren in unserem Viertel unterwegs.

Ich wollte bei der Post noch Briefmarken kaufen und auf dem Parkplatz der Post stand er.
Ein weißer Porsche.
Im Stillen dachte ich „Ein Turbo“.
Der Dr. sagte: „Da steht ein GTS oder ein Turbo.“

Ich sagte: „Turbo!“ während der den Wagen umrundete und anhand der Lufteinlässe die Diagnose: „Turbo!“ bestätigte.
Erst da bemerkte ich es.
Der Turbo war gar nicht leer!
Der Fahrer hatte die ganze Zeit im Wagen gesessen, während wir ihn umrundeten und über ihn sprachen.

Sehr unangenehm, er muss uns für geistig arme Auto-Nerds gehalten haben.
In der Post habe ich mich nach der Demütigung mit Porschebriefmarken getröstet.
Needless to say hatte dieser Turbo seine Föhn wo er hingehört: irgendwo unsichtbar verbaut…

Turbo!

Der Sohn unserer Nachbarn war als Kind schon komisch.
Inzwischen hat er einen Freund, der ihn täglich besucht, und auch ausgesprochen eigenartig ist.
Genau wie sein Auto.

Ein unattraktives silbernes Fahrzeug mit einem Föhn-Aufkleber und einem Lufterfrischer in Föhnform am Rückspiegel.
Heute beim Mittagessen sage ich: „Der Freund vom kleinen B. ist aber sehr treu, der kommt jeden Tag! Was soll das eigentlich mit dem Föhn?“

Der Dr. fragt, ob ich den Herren mit dem Seat meine.
Ich hatte nur ein sehr häßliches Auto gesehen, und frage an meiner Kartoffel vorbei: „Ist das ein Seat?“
Der Dr bestätigt dies und erläutert mir, dass der Föhn für „Turbo“ stehe.

Jetzt macht es auf einmal Sinn.
Der Verehrer vom Nachbarsjungen sah nämlich überhaupt nicht aus wie ein Frisör, ganz im Gegenteil, er wirkt ziemlich ungepflegt.
Auf die Tatsache, dass er einen Turbo im Auto hat, ist er scheinbar ausgesprochen stolz.

Was Männer sich immer für einen Scheiß ins und ans Auto pappen müssen!
Ganz nebenbei teilt mir der Dr. mit, ich hätte auch einen Turbo.
Voller Bedauern denke ich, dass leider in meiner Garage kein GTS auf mich wartet, da schiebt der Dr. hinterher: „Im Mercedes.“

Wußte ich gar nicht.
Das ist jetzt allerdings kein Grund, für mich am Montag so einen Föhn-Aufkleber zu kaufen zu gehen.

 

„Hallo Porschefahrerin“

Die Umgangsformen unterliegen einem stetigen Wandel.
Auch im Business erleben wir immer wieder neue Trends, was die Etiquette anbelangt.
Ein junger Kunde beantwortete heute meine Mail.
Die Anrede lautete: „Hallo Porschefahrerin“.

Ich musste grinsen, im letzten Jahr hatte ich ihn und seine Kollegin mal im schwarzen Prinzen mitgenommen.

Fürchtete die Automobilindustrie noch vor kurzer Zeit, dass die Youngsters mehr auf Carsharing als auf Selberkaufen abfahren würden, lässt dieser Trend doch hoffen.
Die korrekte Anrede in der beruflichen Korrespondenz kann ja schließlich nicht „Hallo Carsharing-Kleinwagenfahrerin“ lauten… 😉