Sternzeichen Porsche

21.12., fünf Grad.
Ein offenes 997er Cab hält schwungvoll neben mir an.
Eigentlichh könnte man glauben, dass da jemand sein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk voller Stolz ausfährt, aber ich glaube, das Fahrzeug habe ich schon öfter gesehen, und er hat es schon länger.
offen
Später suche ich im Netz nach einem Business Trolley.
Ich werde im nächsten Jahr ununterbrochen beim Kunden sein und brauche eine Verpackung für die Unterlagenberge, die ich durch die Firma schleppen muss.
Ich schaue, was die Porsche Driver´s Selection zu bieten hat.

Dort verspricht man „Business Taschen mit klarem Profil“
Klingt businesslike.
Ist aber Marketing Bullshit.
Einzig eine Laptop-Tasche ist im Angebot, alles andere sind schnöde Reisetaschen.

Das Ding aber ist zu klein.
Ich verstehe das nicht.
Bei Porsche werden doch auch Mitarbeiter reisende Tätigkeiten haben.
Und da ist es mit einem Täschchen für die Technik eben nicht getan, da wird viel mehr bewegt.

Kopfschüttelnd gebe ich mein porschegeneigtes Geld woanders aus.
Doof. Ich hätte sicher Spaß gehabt, an meinem Porsche-Gepäck.
Zum Trost erledige ich dann anstehende Lebensmitteleinkäufe mit dem Elfer.
Same procedure as last year: gaaaaanz weit hinten parken und dann hoffen, dass keiner daneben parkt…

Als ich den Schwarzen gerade wieder in die Garage fahre, meldet sich mein 15jähriger Freund und fragt, welches Sternzeichen der Dr. und ich hätten.
Ich glaube nicht an Sternzeichen, teile ihm aber wahrheitsgemäß mit, dass der Dr. Widder sei.

Für  mich lautet die Auskunft, Sternzeichen: Porsche.

Unfall

Nein, zum Glück nicht mit dem Porsche.

Wäre der Sch**ß mit dem Porsche passiert, ich wüsste nicht, was ich getan hätte.
Am Nikolausabend war ich auf der Rückfahrt vom Kunden in Köln.
Das Geschäft läuft hervorragend und ich war guter Dinge.
Ein Schoko-Nikolaus, den an dem Tag alle bekommen hatten, steckte in meiner Tasche, und ich freute mich auf den Feierabend.

Auf einmal krachte etwas unglaublich laut hinten in die C-Klasse.
Zittrig stieg ich aus, und sah eine weinende junge Frau in einem Kleinwagen sitzen, den ein LKW in mich hineingeschoben hatte.
Zum Glück war die junge Frau nicht verletzt worden, die Scheibe ihres Autos war in Trümmern.

Der LKW-Fahrer hatte ihr Auto offenbar völlig übersehen und war in sie hineingekracht.
Geschockt standen wir anderthalb Stunden bei 4 Grad in einem Gebüsch neben der Kreuzung, während wir erst auf die Ankunft der Polizei warteten, und dann auf die Aufnahme des Unfalls.
Ich habe der jungen Frau von meinem Nikolaus zu essen gegeben, damit der Zucker sie etwas beruhigt.

Selbst als ich schon lange wieder zuhause war, war mir noch viele Stunden eiskalt, vor Stress und Unterkühlung.
Ein Besuch bei Mercedes ergab an meinem Fahrzeug einen  Schaden von ca. 1600 Euro.
Nun hieß es warten, bis die Versicherung der Firma des LKW-Fahrers die Kostenübernahme zusichert.

Heute, sechs Tage nach dem Unfall sagte mir die Versicherung, die Firma Schlatt aus Bocholt, für die der Fahrer unterwegs gewesen ist, habe sich noch nicht gemeldet.
Die junge Frau und ich waren also nicht nur Unfall-Opfer sondern auch noch in einer unnötig langen Warteschleife.

Also enschloss ich mich zu einem Anruf in seiner Firma.
Dort erklärte man mir, man habe die Sache drei Tage nach dem Unfall an einen Versicherungsmakler übergeben, am Freitagnachmittag.
Ich wies darauf hin, dass wir unsere Schäden um so später reguliert bekämen, je später die Versicherung alle Angaben bekommt.

Die Stimme der Frau wurde lauter (mein Hörvermögen ist durch den Unfall nicht beeinträchtig), und noch unfreundlicher.
Wenn ich weiter darüber sprechen wolle, könne ich mich gerne an Ihren Versicherungsmakler wenden.

Liebe Frau Schlatt,
ich möchte mich gar nicht an Ihren Versicherungsmakler wenden.
Ich möchte auch keine Rennerei und keinen Stress  durch einen Unfall, den Ihr Mitarbeiter verursacht, weil er Kleinwagen übersieht.

Man kann nur froh sein, dass die Verkehrssituation es nicht zuließ, dass wir schneller gefahren sind, die junge Frau hätte schwer verletzt oder tot sein können.
Hochmütige Unfreundlichkeit ist nun wirklich das Letzte, was man in so einer Situation braucht.
Na ja, wie sagt man so schön, jeder blamiert sich so gut er kann.

Fahrt vorischtig Leute, auf den Straßen ist in dieser Jahreszeit die Hölle los…

Leben am Limit

Ute erwähnte neulich, dass es im Blog ruhig geworden sei.
Das liegt daran, dass es im Leben so unruhig ist.
Das Geschäft läuft sensationell gut und mitten in der Hochsaison bin ich auch noch geschäftlich umgezogen.

Sonntagmorgen um halb sechs habe ich in den neuen Räumen den Schleifstaub des Parkettlegers beseitigt und dann habe ich ein furchtbares Fahrzeug geliehen, einen Iveco.
Das ist ein Billigsprinter.

Unfassbar lang und man sitzt so weit oben, dass ich Höhenangst hatte beim Fahren.
Dieses lange Ding musste dann durch enge Einfahrten rangiert werden.
Von mir.

Als ich noch immer zitternd die Leiter aus dem Fahrerhaus hinunter geklettert war und der Dr. (er hatte das Glück im Pkw gefahren zu sein…) mich und meinen 15 jährigen Beifahrer fragte, wie die Fahrt geklappt habe, war dessen trockener Kommentar:
Leben am Limit!

Romantik auf der Rückbank

Neulich kam es zu einem Gespräch über Autos.
Er: „Ich fahre einen Renault Lattitude.“
Ich: „Was ist das denn?“
Er: „Ja, der ist ganz selten.“

Er schickt ein Bild.
Auf dem Bild ist ein nichtssagendes Auto.
Ich überlege lange, was man Höfliches antworten könnte.
„Sieht komfortabel aus.“

Er: „Freut mich, dass er Dir gefällt.“
Meine Stirn schlägt auf die Tischkante.
Wie in aller Welt kommt er da drauf? Vermutlich ein nichtzutreffender Schluss von sich selbst auf andere.

Dann werde ich noch darüber informiert, dass hinten unglaublich viel Platz für Romantik sei.
Romantik?
Das ist so ziemlich das Letzte, was mir zu Autos einfällt.

Nicht, dass meinen Porsche und mich nicht eine tiefe Liebe verbindet, aber Leute, die mit über 20 noch im Auto vögeln, befremden mich.
In Autos kann man so viel Spaß haben, muss es denn auch noch dieses messy business sein?

Das hat so etwas Verzweifeltes.
Assoziationen zwischen Papi auf dem Autostrich und notgeilem Gefummel drängen sich mir auf.
Bäh.

Den besten Sex hat man mit dem und nicht im Wagen.
Das allerdings setzt das entsprechende Fahrzeug voraus…

 

 

Das perfekte Verbrechen

Samstagmorgen gegen 8 Uhr auf der A46.
Heute ist VLN, aber ich bin unterwegs zum Kunden.
Auf dem Seitenstreifen steht ein Autotransporter.
Voll mit Porsches, auf zwei Etagen.

Einige sind abgedeckt, unter dem Cover ist ein riesiger Flügel zu erkennen.
Sofort meldet sich in mir ein Begehren, die Porsches in meinen Besitz zu bringen.
Alle.
Das ist überhaupt kein Problem.

Während ich die Autobahn hinunterfahre überlege ich, dass ich nur den Fahrer überwältigen müsste, und durch eine göttliche Eingebung auf einmal in der Lage sein müsste, LKW zu fahren.
Dann noch schnell den Mercedes verstecken, der mich bis zum Porschetransporter gebracht hat, und schon gehören sie alle mir.

Was wirklich passiert ist, dass ich den gesamten Samstag beim Kunden verbringe, in der C-Klasse zurück gurke und die VLN verpasse.
Kein Wunder, dass ich vor lauter Frustration keine runden Obst-Pfannkuchen backe, sondern die Dinger wie von Zauberhand nordschleifenförmig werden…

pfannkuchen

„Wahrer Reichtum besteht nicht im Besitz…

…sondern im Genießen“ (Emerson).
Es war eine arbeitsreiche Woche für den Porsche und mich.
Lange Tage.
Aber auf dem Weg zur Arbeit, auf den freien Straßen der Eifel, in den Kurven, da war ich immer für einen Moment die glücklichste Frau der Welt.

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Auch, wenn es nicht immer schnell war.

Er ist sogar wunderbar, wenn er einfach nur so steht.
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Als meine gutmütigen Kunden mich beim Porschefotografieren erwischt haben, haben sie mich aufgezogen.
Was den AMG-Fahrer unter ihnen nicht davon abgehalten hat, auf der Rückfahrt auf der Autobahn gegenseitig überholen zu spielen 😉

Carpe Porschem

Der Samstagmorgen bringt tatsächlich die Gelegenheit, mit dem Porsche zur VLN zu fahren.
Mein junger Mopssitter wünscht sich schon lange eine Mitfahrt im Porsche, also biete ich ihm per whatsapp an, mitzukommen.

Er reagiert mit der ihm eigenen überwältigenden Begeisterung und einem auf dem Kopf stehenden Smiley: „Warte, mein Kopf sucht passende Wörter“ um seine Mutter umgehend mit der Bitte um Erlaubnis zu wecken.

Schon die Hinfahrt ist eine einzige Porsche-Party.
Er genießt alles, den Sound, das Gefühl wenn ich Gas gebe, lobt die schwarze Schönheit, freut sich im Porsche zur VLN zu fahren…
Eigentlich ein perfekter Beifahrer.

Weil das Langschläfer-Kind noch nüchtern bei der VLN ankommt, gibt es ein gesundes Frühstück für den Knaben: Fritten am Pflanzgarten.
Eine Weile gucken wir das Rennen, dann genießen wir die Fahrt um die Nordschleife Richtung Adenau.
(Ich habe auch noch ein schönes Video von der Strecke, aber noch gibt es hier Technik-Trouble…)

Das Kind konstatiert es sei im Paradies, als er neben unserem Parkplatz Teichmann Racing und Radical Germany, zig Sportwagen und zwei seiner Aussage nach seltende Honda-Irgendwas mit ganz viel Karbon sieht und  will in die Eifel ziehen.

Aber vorerst zieht es uns zur Stärkung beim Italiener.
Danach wird mit der Handykamera ein Video vom Carrera gemacht.
Ich muss auch den Flügel rausfahren, alles wird im Bild festgehalten.

Nach dem Mittagessen fahren wir besonders schöne Strecken, er ist angetan von meinem eifrig arbeitenden Allrad.

Wir sind wirklich im Paradies.
Traumhaft schöne Strecken, einsam, bergig, kurvig.
Sonne, schöne Landschaft, wir ringen dem Tag und dem Elfer alles ab, was geht.
Bevor wir die Rückreise antreten ruhen wir kurz aus.

Als er in den Sommerferien bei uns zu Besuch war, hatte ich ihm meine Nordschleifen-Bettwäsche geliehen.
Kaum liegt er wieder unter dieser Decke schläft er ein, erschöpft von all den Eindrücken.

Auch ich bin kaputt vom Fahren.
Aber es war ein Tag, wie man eigentlich viel mehr haben sollte.
Für solche Tage kauft man sich einen Porsche.

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Auf der Heimfahrt hören wir laut Musik und ich gebe ein letztes Mal Vollgas.
Gemeinsam stellen wir den Elfer knisternd in die Garage und gehen müde, aber glücklich ins Haus.
Cinnamon-Buns essen und danach will er im offenen Boxster nach Hause gefahren werden…

VLN-Fotos vom 20.8.2016

Ich hatte am Pflanzgarten geparkt, sehr nette Parkplatzcrew, jung und freundlich.
Dann bin ich in Richtung Brünnchen gewandert.
Kurz nach dem Start gab es laaange doppelt gelb.
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Der Gewinner.

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Unhappy.

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Den findet mein 14 jähriger Mopssitter toll. Wegen JP.

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Aua! Es war der Tag der misogynen Werbung…

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Perfekte Ausstattung. Ich hatte noch nicht einmal eine Jacke dabei. Das lag daran, dass ein Blödmann sie, im Gegensatz zu seiner eigenen, hatte zuhause liegen lassen…

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… und der Wind wehte frisch über der Hocheifel.
Auf die Idee, mir seine zu leihen, ist er natürlich nicht gekommen.
Ich kenne echt die falschen Männer…

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Gott sei Dank geben Kohlenhydrate kalten Frauen Energie.

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Meine Liebslingspizzeria, „Giulia“, wurde vom Sohnemann übernommen, der das Restaurant einer sehr gelungenen Schönheitskur unterzogen hat.
Die herzliche Mama ist aber zum Glück noch da!

Das Highlight des Tages kam vom kleinen JP-Fan.
Er hatte das hier
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auf der KÖ für mich fotografiert und mich wissen lassen, dass er mir einen kaufen wird, sobald er Millionär ist.

Ein Targa 4S!!

Heute bin ich Richtung Eifel aufgebrochen.
Im Auto ein Mopsrudel und mein junger Begleiter.
Zuhause hatten wir noch Bilder von Porsches angeschaut und waren uns einig gewesen, dass der Targa ein schönes Modell ist.

Auf der Autobahn überholte uns ein schwarzer Targa, wie aus einem Mund sagten wir:
„Boah, ein Targa 4 S!!“
Ist es beunruhigend, wenn sich ein 14 jähriger Junge und eine 31 Jahre ältere Frau so identisch verhalten?

Oder ist das einfach der Porsche -Effekt?
Egal, wir mussten lachen.