Wie heißt Dein Porsche?

In der Mittagspause gehe ich hinaus auf den Hotelparkplatz.

Hi
Die schwarze Schönheit steht vor einer Bruchsteinmauer und sieht einfach überwältigend gut aus.

Ohne mir dabei auch nur im Geringsten blöd vorzukommen, hole ich die Kamera raus und mache eine Reihe von Fotos. Dann noch schnell eins mit dem Handy, das ich all meinen Porschefreunden schicke.

Sie teilen meine Begeisterung und einer fragt, ob der Porsche einen Namen habe.
Ich antworte: Carrera.
Nein, kommt es zurück, einen geheimen, internen Namen.
Meine Antwort: mit Vornamen heißt er Porsche und mit Nachnamen Carrera.

Das stellt ihn nicht zufrieden, er schreibt, dass ich als romantische Frau mit viel Phantasie und Intellekt die Dinge nicht auf die Funktionalität reduzieren sollte, und listet „Charly, Steven und Justin“ als mögliche Namen auf. Alternativ schlägt er vor, im Osten seien „Ronny, James, Jonathan“ beliebt.
Lass mich kurz überlegen… äh, nein!!!

Ein anderer sieht mein Nummernschild und wir stellen fest, dass wir am selben Tag Geburtstag haben.
Meinen Porschebruder und mich trennen auch nur wenige Tage. Die Kinder dieser Zeit sind offenbar verwandte Seelen…

Ein ganz besonders reizendes Kompliment bekommt mein Porsche allerdings etwas später von einem noch sehr jungen Porschefreund: „Mir gefällt der POPO von deinem Auto sehr gut.“

Seufz!

Was hätte eine Frau gerne anders, an ihrem 11er?

Gestern Abend habe ich mit meinem Grundschulfreund Erik telefoniert.

Er ist nicht nur die Person, mit der ich am längsten in meinem Leben befreundet bin und ein wunderbarer Mann, sondern er liest auch mein Blog.

Er machte den Vorschlag, ich solle darüber schreiben, was aus Sicht einer Frau am Carrera zu verbessern sei.

Spontan kam meine Antwort: nichts!

Eine Kleinigkeit jedoch gibt es. Wenn ich während der Fahrt versuche, meinen USB-Stick in den dafür vorgesehenen Schlitz unter der Armlehne zu popeln, scheitere ich regelmäßig.

Das ginge jedem männlichen Fahrer, der nicht als Schlangenmensch arbeitet, vermutlich ähnlich.

Aber ansonsten?

Nichts.
Das Auto ist perfekt.
Und er ist für mich auch der einzig wahre Porsche. Genau so muss für mich ein Porsche sein.

Mir war sehr schnell klar, alle kleineren Motoren gehen nicht, ein Coupé muss es sein, schwarz war als Außenfarbe erst einmal gesetzt.

Ob es dabei eine Rolle spielt, dass ich eine Frau bin, weiß ich nicht.

Wir passen einfach zusammen, der schnelle schwarze 11er und ich.

 

Just the two of us

Bill Withers und ich fahren zusammen Porsche.

Der Tag war leicht nervig und daher soll es beschwingt in den Feierabend gehen.

Allerdings geht es zuerst beschwingt tanken.

Ich höre „Just the two of us“ . Samba im Carrera.

Auf dem Weg zur Aral sing Bill: „We look for love, no time for tears
Wasted water’s all that is and it don’t make no flowers grow
Good things might come to those who wait, not for those who wait too late
We’ve got to go for all we know“

„Yolo Bill“ antworte ich in Gedanken.

Als ich die Autobahn erreiche, hebt Bill zu „I want to spend the night with you“ an. Und ich grinse, weil er offenbar gerade meine Gedanken gelesen hat.

Im Duett schmettern wir durch den Porsche „I wanne shaaaaare my life with you foreeeeeeever“ er aus den Boxen, ich am Steuer.

Kein Zweifel, Bill Withers hat alle seine Songs für einen Porsche geschreiben.