Warum heißt ein Porscheblog „Nur nicht aus Liebe weinen“ ?

Wieso sollte man ein Blog über Porsches nach einem Zarah Leander Lied benennen?

In besagtem Lied singt Frau Leander über die Liebe und mahnt gleichzeitig zum gelassenen Umgang mit dem Objekt der Liebe.

Von vielen Porschefahrern kann man ohne zu zögern behaupten, dass sie Ihre Fahrzeuge lieben. So sehr, dass sie zu vielen, manchmal absurden Opfern bereit sind. (Dazu an anderer Stelle mehr…).

Es würde uns gut tun, gelassener mit dem edlen Blech umzugehen. Bei aller Liebe, ein Porsche ist und bleibt ein Gebrauchsgegenstand und wenn ich Gegenstand schreibe, so geschieht das mit Bedacht.

Ich selbst muss mich schockierend häufig zu dieser Gelassenheit ermahnen und versuche deshalb, hier die Porscheleidenschaft mit einem Augenzwinkern zu beschreiben.

Von daher: liebe Deinen Porsche,  aber „Nur nicht aus Liebe weinen“ !

Mein erstes Mal

Mein erstes Mal  bin ich kurz nach meiner Geburt im Porsche gefahren. Als Beifahrerin von Papa.

41 Jahre später, im klassischen Alter der midlife crisis, tat ich das, was viele Männer auch tun, in diesem heiklen Lebensabschnitt.

Nein, ich beschloss nicht, eine Affäre mit einer 20 Jahre jüngeren Frau zu beginnen!

Ich kaufte einen Porsche.

Vor den Kauf hat der liebe Gott die Probefahrt gesetzt. Meine Entscheidung war auf ein Porschezentrum bei mir in der Nähe gefallen. Ein Anruf, mit der Bitte um einen Probefahrttermin, führte nicht zum gewünschten Ergebnis. Ein erboster Anruf beim Verkaufschef mit dem Hinweis, ich sei kurz davor, den Spaß am Autokauf zu verlieren, brachte schließlich den angestrebten Termin. Vielleicht ein frühes Zeichen, dass es nicht immer leicht sein würde, in der Porschewelt zu leben…

Dann saß ich drin. Im Carrera mit 345 PS. Zuerst nur auf dem Beifahrersitz, ich Memme. Und schon da hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich mir einen Sportwagen anders vorgestellt hatte. Schneller, spritziger… als ich ihn dann selber fuhr, bestätigte sich dieses unbefriedigende Gefühl. Zur großen Überraschung des Verkäufers stand ich nach einer halben Stunde wieder vor ihm, mit den Worten: „Der macht mich irgendwie nicht glücklich, haben sie einen anderen?“

Er hatte. Einen Carrera 4 GTS. Schon beim Verlassen des Parkplatzes stellte sich das Gefühl ein, auf das ich gewartet hatte. „Ja, so muss es sein!“

Die Preise für den GTS sind und blieben hoch, alle Versuche, einen kleineren Motor zu fahren, endeten unbefriedigt. Geworden ist es, fast ein Jahr später, schließlich ein Carrera 4S, mit 385 PS. Ein Kompromiss zwischen meinem need for speed und meiner Investitionsbereitschaft.

Zwei endlos lange Wochen lagen zwischen dem zittrigen Unterschreiben meines ersten Porschekaufvertrags und dem Tag, an dem ich ihn abholen konnte. Die Motorhaube sollte wegen Steinschlägen noch neu lackiert werden und ich hatte einen Urlaub geplant.

Um mir die Zeit zu vertreiben, war ich viel im pff unterwegs. Einem Forum, in dem sich Porschefahrer austauschen. In dieser Zeit kam mir die Idee für dieses Blog. Unglaubliche Dinge geschahen. Unter anderem wurde ich für einen Mann gehalten. Doch davon später mehr…