No Boxster Girl

Heute fahre ich einen Ersatz-Porsche.

Es ist ein Boxster S(981) in achatgraumetallic und er ist ganz neu. Ein hübscher Kerl. Das Porschezentrum hat ihn mir gegeben, solange mein Schatz in der Werkstatt ist.

Er soll 69.208,40 Euro kosten. Mehr, als ich für meinen gebrauchten 997 bezahlt habe.

Das Wetter ist super und ich kann offen fahren. Das macht, zumindest abseits der Autobahn, auch richtig gute Laune. So weit so gut.

Doch was sich trotz der 232 kW starken Motorisierung partout nicht einstellen will, ist das Gefühl, in einem „richtigen Porsche“ zu sitzen.

Er wirkt klein, wendig. Was ihm fehlt, ist in meinen Augen die klassische Eleganz des 11ers. Und in den Augen der anderen Autofahrer offenbar das „Überholprestige“ (fieses Wort). Wo dem 11er Platz gemacht wird, weichen die anderen für den Boxster noch lange nicht.

Zum ersten Mal bin ich einen Porsche als Schalter gefahren. Kann man machen, mir gibt es aber nix, was mir mein PDK nicht geben könnte.

Ich mag seinen Sound durchaus, aber so richtig kraftvoll beschleunigt er nicht. Wenn ich Porsche fahre, dann soll mich ein Sprint auch beeindrucken.

Für mich klappt offenbar nur der 11er. Mein Verkäufer hatte mir noch gesagt, „Der Boxster macht auch Spaß“, als ich ihn unglücklich bei der Schlüsselübergabe angesehen hatte.

Ja, Spaß vielleicht. Aber nicht glücklich.

Ich bin kein Boxster Girl.

Boxster 001

Boxster 010