Männer und Frauen

Ich bin immer wieder verblüfft von den Männern.

In vielen Lebenslagen. Aber das würde hier zu weit führen.

An dieser Stelle geht es mir um das schier endlos erscheinende Wissen über Autos, mit dem mich Männer immer wieder verblüffen.

Wir stehen gemeinsam auf irgendeiner Autoveranstaltung oder sitzen vor dem Rechner und sehen uns Fotos an.

Egal welcher Mann und welches Auto, es kommt unweigerlich: Ah, ein 300er Dideldö von neunzehnhundertirgendwas.
Toll, woher können die das?
Ich hingegen schaffe es, in den meisten Fällen Farbe und Marke benennen zu können. Kläglich.

Wann sammlen Männer dieses Autowissen?
Schon während der Kindheit?
Und was machen Frauen in der Zeit?
Gibt es ein Gebiet, auf dem wir den Männern ähnlich überlegen sind?
Hätte ich in meiner Kindheit mehr Autoquartett spielen sollen?

Vermutlich werde ich meinen Rückstand in diesem Leben nicht mehr aufholen können.
Wie auch?

Gut, dass es diese wandelnden Autolexika gibt.

2 Frauen

Auf der Fahrt zur Autobahn höre ich Swing.

Der Porsche tanzt Quickstep durch die Kurven, schnell, leichtfüßig.

An der T-Kreuzung zur Bundesstraße steht ein Stoppschild. Ich halte an und da stehen wir uns gegenüber.

Zwei Frauen in ihren Fahrzeugen.

Beide Locken, ihre braun, meine blond. Sie trägt außer dem BH auf ihrer brauen Haut nichts, ich trage ein rosa T-shirt mit einem Rennauto drauf.

Sie sitzt in ihrem Wohnmobil und wartet am Waldweg auf Freier. Ich sitze in meinem Porsche und verdiene meinen Sprit auf deutlich angenehmere Weise.

Einen Moment lang schauen wir einander an. Dann wird die Kreuzung frei und ich biege links ab zur Autobahn.

Im Porsche zu sitzen macht eigentlich immer glücklich, aber heute bin ich auch zutiefst dankbar. Dankbar, nicht die Frau auf der anderen Seite der Kreuzung zu sein.