On my way in LA

Ich hatte Urlaub.
Acht Tage ohne Termine, paradiesisch!
Leider ohne Porsche.

Im Urlaub war ich kurz beim 24h-Rennen, am Morgen des zweiten Tages.

Reine Fomo-Aktion, hätte ich mir sparen können.

Im Fernsehen sieht man besser, aufs Boxendach dürfen nur noch VIPs.

Krethi und Plethi dürfen durch den Zaun gucken.

Oder sich monetär beim Oligarchen hochschlafen.

24-Stundenrennen heißt die Veranstaltung, weil der Weg vom Ort des Rennens zum Parkplatz einen 24stündigen Fußmarsch erfordert.
Parken und Eintritt teuer, wenig zu sehen, ich bin nach kurzer Zeit genervt wieder gefahren.

Und ich habe mir Wollseifen angesehen, ein ausgesprochen eindrucksvoller Ort.
Bedrückend.


Blick aus der verwüsteten Kirche auf die Kulissen des Häuserkampfes.

Ein Irrsinn, man möchte umgehend Friedenstaubenaufkleber kaufen und Menschenketten machen, damit es nie wieder Krieg gibt.
Dort wurde mir bewusst, was wir Kinder der 70er in Deutschland doch für ein Glück mit dem Zeitpunkt unserer Geburt hatten…

Noch immer darf man die Wege nicht verlassen, es ist eben jahrzehntelang geballert worden. Aber auch auf den Wegen lauert Gefahr…

Das ist vom Wolf. Mindestens.

Mit dem letzten Tag des langen Pfingswochenendes ging der Urlaub zuende.
Das Urlaubsende brachte die Wiedervereinigung mit dem Porsche und bei bestem Helden-zeugen-Wetter habe ich ihn für eine anstehende Fahrt genutzt.
Es war so gut, dass ich mich wieder ganz frisch in ihn verliebte.

Auf der A57 zog auf einmal ein Mercedes schnittig von der rechten Spur links neben mich, auf gleiche Höhe.
Ich wollte cruisen, im Radio dudelte „On my way to LA“ und ich hatte keine Eile.
Gutmütig grinste ich herüber.

Die Beifahrerin strahlte euphorisch zu mir herüber.
Ich kannte die Leute nicht, ein Kennzeichen von irgendwo weiter weg.

Keine Ahnung, was die hatten, vielleicht hatte sie mit dem Fahrer gewettet, dass eine Frau am Steuer sitzt und gewonnen.
Vielleicht auch einen Leserin, die sich freute, die schwarze Schönheit mal im wahren Leben zu sehen.

Wie auch immer.
Im Kombi passiert einer Frau sowas auf jeden Fall nicht.