Oh wei, Herr GT3

Freitagnachmittag, Rush Hour, A46, kurz vor Düsseldorf.
Schleichend quält sich der Verkehr mit Tempo 30 durch das Versagen der nordrheinwestfälischen Verkehrspolitik und Baustellenplaner.
Nicht so der Herr im GT3!

Sein Wagen ist auffällig und geschmacklos foliert und er trägt Handschuhe mit abgeschnittenen Fingern.
Sein Motor heult auf, während er auf der linken Spur, die ebenso voll ist wie der Rest der Autobahn, stark beschleunigt und sofort wieder abbremst.

Auf dem Beifahrersitz eine Frau, vielleicht will der Herr mit den albernen Handschuhen und der welken Gesichtshaut ihr imponieren.
Ich schüttele den Kopf und frage mich bang, ob ich auch schon mal derartig peinlich die gesamte Porschefahrerwelt blamiert habe.

Wie schafft es eine solche Knalltüte im Job ausreichend erfolgreich zu sein, um genügend Geld für ein so teures Fahrzeug anzuhäufen?
In welchen Berufen sind unreifes Verhalten, schlechter Geschmack und alberner Kleidungsstil von Vorteil?

Mein innerer Buddha mahnt mich, nicht gedanklich die Samen des Bösen zu wässern, und als er die Bahn verlässt, verabschiede ich sein häßliches Gefährt mit dem Gedanken, dass er seinen unterirdischen Geschmack ganz bestimmt durch ein besonders reines Herz ausgleicht…

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