Das Auto, nicht der Mann

Mittwochnachmittag, ich bin auf der Rückfahrt meiner Dienstreise.
Mit mir macht sich die Nation auf ins lange Wochenende.
Ich bin müde und die letzten Kilometer ziehen sich.
Alle Ampeln sind rot.

Und dann steht er plötzlich da.
Ein offener, schöner Karmann-Oldtimer, mitten im profanen Berufsverkehr.
Ich blicke erfreut hinüber und lächle bei dem Anblick.

Das ist dem Fahrer nicht entgangen.
Offenbar haben wir ein Mißverständnis und er glaubt, ich hätte ihn angestrahlt.
Er reagiert mit einem Augenzwinkern.
So ein „Ja Puppe, guck Dir an, was für ein klasse Typ ich bin“-Zwinkern.

Wir Menschen denken oft, der Glanz ästhetischer Besitztümer würde auf uns übergehen.
Die Psychologie bezeichnet dieses Verhalten als symbolische Selbstergänzung.
Klappt aber nicht wirklich.

Leider.

Nicht traurig sein, ein verzücktes Lächeln einer Frau, auch wenn es nur dem Auto gilt, ist immerhin ein Kompliment an den eigenen Geschmack.

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