Gangsterbraut Anne endlich frei! Oder Autofahren in Absurdistan

Im Juli letzten Jahres bekam ich Post vom Polizeipräsidium Düsseldorf.
Ich sei angezeigt worden, weil ich auf der A59 einem Autofahrer den Mittelfinger gezeigt habe.
A59?
Fahre ich so gut wie nie.

Blick in den Kalender.
An besagtem Tag hatte ich einen Frisörtermin, der mich nicht auf die A59 geführt hat.
Anruf bei der Polizei.
„Aber Sie sind doch eine blonde Frau mit schwarzem Benz. Und vielleicht hat sich derjenige mit A59 nur vertan.“
Antwort: „Ja, ich bin aber auch eine blonde Frau mit schwarzem Porsche. Und wer sich mit Autobahnnummern vertut, vertut sich ja unter Umständen auch mit Kennzeichen. Ich war zur angeblichen Tatzeit beim Firsör“
„Name und Anschrift des Frisörs bitte.“

Viele Wochen danach beim Frisör:
„Anne, was war denn da bei Dir los? Ich dachte, Du hättest mich angezeigt, weil Dir der Haarschnitt nicht gefallen hat. Mein Mann hat mir dann erklärt, dass man Dich angezeigt hat, wir haben der Polizei bestätigt, dass Du hier warst an dem Tag.“
Meine arme Frisöse, keine Muttersprachlerin hatte den Brief der Polizei erst falsch verstanden…
Ich war also als Straftäterin bei meiner Frisörin denunziert. Sie hatte aber mein Alibi bestätigt.

Viele Wochen danach:
Anruf bei der Polizei, mit der Frage, ob die Sache denn nun geklärt sei.
Antwort: „Das liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft, ich gebe Ihnen mal das Aktenzeichen.“

Anruf bei der Staatsanwaltschaft:
„Oh, wir haben hier einen ganz anderen Namen in der Akte. Da muss wohl etwas schief gelaufen sein. Wir geben es zur zuständigen Dezernentin, sie hören von uns.“

Viele Wochen danach, ich habe nichts von der Staatsanwaltschaft gehört und rufe wieder an:
„Die Dezernentin war krank. Rufen Sie doch in 14 Tagen noch einmal an. Hier sind irgendwie zwei Akten vermischt. War bei ihnen irgendetwas mit der Rheinbahn?“
Ich: „Rheinbahn? Nein.“

14 Tage später, inzwischen sind seit der Anzeige 8 Monate vergangen, erneuter Anruf:
„Momentan überprüfen wir, ob sie vorbestraft sind.“
„Nein, bin ich nicht.“
Ich frage mich, was gewesen wäre, hätte ich schon mal etwas verbrochen.
Hätte die Staatsanwaltschaft dann nach dem Motto: einmal Verbrecher, immer Verbrecher geurteilt?
„Sie werden in der nächsten Woche Post von uns bekommen.“

Eine Woche vergeht, keine Post.
Eine weitere Woche vergeht:
DSCF3005
Das Verfahren ist eingestellt.

Man liest ja oft, die Justiz sei überlastet.
Das wundert mich persönlich jetzt nicht…

 

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8 Gedanken zu „Gangsterbraut Anne endlich frei! Oder Autofahren in Absurdistan

  1. Also Du als Frau solltest wissen es heisst Friseurin nicht Frisöse. Ich kann Dir sagen…in 4 Jahren beim nächsten Vergehen wird man sich der Sache erinnern und feststellen wie Du Dich schonmal der gerechten Strafe entwunden hast 🙂 Der Staat vergisst NICHTS und NIEMALS. Scheisse sowas 😦

      • erinnern wird er sich,sei sicher,an den vorfall aus dem kein fall wurde immer wieder gerne…und wenn dann mal wieder zeifeln angesagt ist reagiert der staat ganz menschlich….zwei mal rauch…da muss auch feuer sein 😉 daher ist sowas einfach nur lästig und blöd und unfair und fies und überhaupt….

  2. Ist schon sehr lange her aber wenn man damals schon nichts gelöscht hat wird man es heute noch viel weniger tun…

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